Tierisch im Mittelpunkt

7. März 2019
Maria Ness hat die ehemalige Mahlmühle 1969 der Stadt überlassen. Sie bekommt diesen Sommer mit einer Skulptur bei dem heute als Museum genutzten historischen Gebäude ein kleines Denkmal gesetzt Foto: Viola Krauss

Warum die Mühle in der Wangener Altstadt Eselmühle heißt, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Klar ist aber, dass der Altstadt- und Museumsverein das historische Museumsgebäude dieses Jahr tierisch in den Mittelpunkt rückt: Erstmals anlässlich des Deutschen Mühlentages am Pfingstmontag – und zwar auch mit Hilfe von Tanja Schulze und ihren Eseln. Zudem soll Maria Ness, die letzte Mühlenbesitzerin, mit ihren vielen Katzen in einer Skulptur verewigt werden.

Wangen – „Es gibt zwei Möglichkeiten, weshalb die Mühle diesen Namen trägt“, erläutert  Katharina Blocher vom Altstadt- und Museumsverein (AMV), der die städtische Museumslandschaft in der Mühle betreut. „Das Gebäude hat zum einen einen Stall, der für Pferde viel zu niedig und klein ist. Und bei einem oberschlächtigen Mühlrad, das mit Wasser von oben her angetrieben wird, bestand im Falle einer Belagerung, wenn man das Wasser abgegraben hat, immer noch die Möglichkeit, es mit Muskelkraft anzutreiben. So konnte man weiterhin Mehl für Brot mahlen“, erklärt sie. So scheint es also durchaus denkbar, dass Esel in der Vergangenheit als Helfer auf die eine oder andere Art rund um die Eselmühle eingesetzt waren.  Als Lastenträger oder Mühlenmotor lassen sich die Esel der Wangenerin Tanja Schulze nicht einspannen. Die Eselfachfrau setzt ihre grauen Langohren üblicherweise als gemütlich-gewitzte Trekkingpartner für Familien- und Gruppentouren und in der Therapiearbeit ein.   Am Pfingstmontag wird sie im Rahmen des Mühlentages mit vier ihrer Tiere Spazier-Touren von der Eselmühle an der Argen entlang anbieten. Maria Ness, die der Stadt die Eselmühle überlassen hat, wird ebenfalls im Sommer als echtes Wangener Original zu neuen Ehren kommen.

Eine Skulptur, die die letzte Mühlenbesitzerin mitsamt ihren vielen Katzen zeigt, hat laut Katharina Blocher, Joseph Michel Neustifter derzeit in Arbeit. Der Künstler ist den Wangenern vom sogenannen Spuckbrunnen beim Pfaffenturm neben dem Rathaus bekannt. Eine Skulptur, die die letzte Mühlenbesitzerin mitsamt ihren vielen Katzen zeigt, hat laut Katharina Blocher, Joseph Michel Neustifter derzeit in Arbeit. Der Künstler ist den Wangenern vom sogenannen Spuckbrunnen beim Pfaffenturm neben dem Rathaus bekannt. Die Maria Ness-Figur soll noch in diesem Sommer bei „ihrer“ Eselmühle aufgestellt und eingeweiht werden.

Die Geschichte der Eselsmühle

Die Mühle wird als Stadtmühle im Jahr 1436 in einer Urkunde erstmals erwähnt, sie ist aber sicher älter. 1554 kam sie in den Besitz des städtischen Spitals, dieses ließ wohl 1568 die Mühle neu erbauen. Ein Stein an der Giebelseite des Gebäudes überliefert dieses Datum. Nachdem sich kein Pächter mehr fand, wurde die Mühle 1824 verkauft. Der Mühlenbetrieb wurde 1937 eingestellt.  1969 überließ die damalige Besitzerin Maria Neff die Mühle der Stadt Wangen. In den Jahren 1969 bis 1974 wurde die Mühle nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten renoviert. In der Eselmühle am Eselberg werden seit  1978 Schätze aus der Wangener  Vergangenheit gezeigt. Das Heimatmuseum, das Museum für „Mechanische Musikinstrumente“ und das Käsereimuseum präsentieren interessante Stücke. Im Sommer dreht sich an dem charakteristischen Gebäude das Wasserrad. Originale Einrichtungen der traditionsreichen Mahlmühle sind im Erdgeschoss des Hauses zu sehen. Das Museum zeigt die Bedeutung des Zunftwesens, präsentiert alte Waffen und Stücke heimischer Volksfrömmigkeit. Es illustriert aber auch das Leben der Bürger, der Flachsbauern und die Leinwandherstellung, die in der Region lange Zeit große Bedeutung hatte.

Viola Krauss

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