Tatort Isnyer Friedhof
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20. April 2018
Erneut ist vom Vorstadtfriedhof in Isny eine Grabfigur aus Bronze gestohlen worden: Foto: Viola Krauss

Ein Friedhof ist ein Ort der Trauer und der Erinnerung. Anfang März und Anfang April wurde die Friedhofsruhe in Isny empfindlich gestört: Auf beiden Friedhöfen wurden ein Dutzend Grabfiguren gestohlen. Die pietätlosen Taten lassen Angehörige, aber auch Mitarbeiter im städtischen Friedhofsamt fassungslos zurück.

ISNY – „Ich bin bestürzt, das jemand so weit geht und Gegenstände mit emotionalem und finanziellem Wert von Gräbern stiehlt“, sagt Liane Mauch im Isnyer Rathaus für die Friedhofsangelegenheiten zuständig.

Zwei kleine Bohrlöcher sind in der Nische des großen Grabsteins zu sehen, wo noch bis vor kurzem eine Muttergottes mit Kind stand. Laut Polizei wurde die Bronzefigur übers Wochenende 7./ 8. April von einem Grab auf dem Vorstadtfriedhof in Isny gestohlen. Der Wert der Heiligenfigur wird mit 2 500 Euro angegeben. Bereits Anfang März haben bislang unbekannte Täter auf dem Hauptfriedhof und dem Vorstadtfriedhof ein Dutzend Bronzefiguren mit einem Gewicht von bis zu 25 Kilo von Gräbern entwendet. Den entstandenen Schaden beziffert die Polizei mit rund 20 000 Euro. „Wir gehen bei den Diebstählen im März und dem neuen Fall von einem Zusammenhang aus“, sagt Polizeisprecher Markus Sauter.

Ähnliche Grab-Diebstähle in Nachbargemeinden beziehungsweise in der Region wurden in letzter Zeit allerdings nicht angezeigt. Nach Einschätzungen der Polizei geht es bei den Isnyer Diebstählen ums Material beziehungsweise um dessen Schrottwert.

„Der Schaden ist deutlich größer, als das, was mit dem Diebesgut erlöst werden kann“, sagt Schrotthändler Murat Kücük.„Der Kilopreis von Bronze liegt je nach Legierung zwischen drei und fünf Euro“, erklärt Murat Kücük von MK Schrott und Metalle aus Argenbühl. Immer wieder fragt die Polizei bei ihm an, weil beispielsweise im Bodenseeraum Kupferkabel oder anderes Metall gestohlen wird. Grabfiguren, wie im Fall der Isnyer Diebstähle, sind Murat Kücük jedoch noch nie angeboten worden. „Ich würde solche Gegenstände auch gar nicht erst ankaufen“, betont er.

Bislang sind die städtischen Friedhöfe nachts nicht verschlossen. Ob das simple Absperren der Friedhofstore über Nacht für Diebe ein Hindernis sind, kann niemand sagen. Die Friedhofsmauern jedenfalls sind nicht unüberwindlich hoch und die gestohlenen Bronzefiguren waren mit 25 Kilo auch nicht allzu schwer. Im Isnyer Rathaus macht man sich jedenfalls Gedanken, wie man den Grab-Diebstählen einen Riegel vorschieben kann. „Ein Friedhof ist immer eine sensible Angelegenheit. Wir überprüfen momentan verschiedene Möglichkeiten, um solchen Diebstählen künftig begegnen zu können und wägen diese Möglichkeiten gegeneinander ab“, sagt Liane Mauch im Standesamt für Friedhofsangelegenheiten zuständig. „Für Vorschläge sind wir dankbar.“ Zudem hofft man im Rathaus, dass Friedhofsbesucher und Anwohner der beiden Friedhöfe ein wachsames Auge auf die beiden Gottesäcker haben.

Personen, die Verdächtiges auf, beziehungsweise bei den Friedhöfen beobachtet haben oder Hinweise zum Verbleib der Bronze-Statuen geben können, setzen sich mit dem Polizeiposten Isny in Verbindung, Tel.: 07562/97655-0.

Viola Krauss

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