Schwung für Kehrwoche & Co. - Tammo Hagen hat den Kehrschaufel-Eimer „Swepper“ ausgetüftelt
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19. Juni 2019
Ruckzuck hat der Swepper den zusammengekehrten Schmutz „geschluckt“. Erfi nder Tammo Hagen erledigt das Hofkehren seither auch mal schnell im Anzug Foto: privat

Straßendreck Zigarettenstummel, Krümel... Schmutz dieser Art hat Tammo Hagen fast täglich um sich. Der Geschäftsmann betreibt mit seiner Familie sieben Waschstraßen zwischen Allgäu und Schwarzwald. Das Sauberhalten der Außenanlagen mit Besen und Kehrschaufel war lange Zeit kein Vergnügen. Bis jetzt. Der 47-Jährige hat etwas Neues ausgetüftelt: „Swepper“ heißt die Mischung zwischen Kehrschaufel und Eimer, die nicht nur zum Star der schwäbischen Kehrwoche werden könnte.

Leutkirch – „Wir haben bei uns schon immer viel gekehrt und dann besonders viel in der Entwicklungsphase von Swepper“, erinnert sich Tammo Hagen lachend an die Anfänge seiner Erfi ndung, die mittlerweile europäischen Gebrauchsmusterschutz hat und zum Patent angemeldet ist.

Die von dem Geschäftsmann ausgedachte Erfi ndung wurde sozusagen aus der Not heraus geboren. „Bis dahin gab es halt Kehrschaufel, Handbesen und anstrengendes Bücken“, erzählt er – auch rund um die Leutkircher Autowaschanlage. Einfacher und schneller sollte diese Arbeit erledigt sein, fand er. Es gab nichts auf dem Markt, das ihn zufriedenstellte. „Ich fand es beispielsweise immer unpraktisch, dass man für die Arbeit mit der Kehrschaufel beide Hände braucht oder aber auch nur recht wenig auf so eine Schaufel bringt“, schildert er. Er hat sich jede Menge Gedanken gemacht und seine Frau, Angestellte oder Bekannte beobachtet, wenn sie gekehrt haben.

Natürlich hat der Geschäftsmann beim Kehren auch häufi g selbst Hand angelegt und sich stets dabei gefragt, was für unterschiedliches Kehrgut gibt es, wie schwer ist es, wer benutzt das althergebrachte Set? Gedanken hat sich der 47-Jährige auch darüber gemacht, welchen Winkel, welche Breite und welches Gewicht muss die Schaufel für angenehmes Arbeiten haben, beschreibt er sein Vorgehen. Egal ob Staub, Abfall, Laub oder Scherben – alles sollte gleichermaßen mit einfachen Besenschwüngen aufgekehrt sein – ohne lästiges Bücken und schmutzige Hände.

„Es entstand irgendwann der Gedanke, eine Kehrschaufel sozusagen mit einem Eimer zu paaren“, beschreibt er den Ausgangspunkt, von dem aus er dann mit einem Profi an der Entwicklung des neuen Produkts arbeitete. Serienreif war der Kehrschaufel-Eimer dann im März 2018. Tammo Hagen hat in eine Spritzgussform zur Herstellung investiert, seither wird der Swepper in Deutschland aus 100 Prozent receyclebarem Kunststoff nach der ISO-Norm der KFZ-Industrie nach gefertigt.

12-Liter-Behälter mit Rampe

Und so funktioniert er: Über eine Art 28 Zentimeter breite Rampe schiebt man den Kehricht direkt mit einem handelsüblichen Straßenbesen in den 12-Liter- Behälter – und zwar bequem im Stehen. Stolz ist Hagen auch darauf, dass er an ein paar Extras gedacht hat: Entlang der Rampe gibt es Begrenzungen, die verhindern, dass der Schmutz an den Seiten herunterfällt. Und: Aus dem 47 Zentimeter hohen Swepper weht auch der Wind so schnell nichts heraus. „Er ist auch äußerst robust“, betont der Swepper-Schöpfer. Den Testeinsatz rund um die sieben Waschanlagen der Familie Hagen hat der Swepper jedenfalls mit Bravour bestanden. Und weil Tammo Hagen Geschäftsmann ist, hat er ausgerechnet, dass beispielsweise im Gastronomiebereich oder auf Baustellen durch den Einsatz von Swepper rund 30 Prozent Zeit- und damit Lohnersparnis möglich ist. Das Produkt selbst kostet mit knapp 20 Euro jedenfalls noch nicht mal den Stundenlohn eines Handwerkers.

Derzeit steht Tammo Hagen in Verhandlung mit namhaften Groß- und Baumärkten, von denen er hofft, dass sie den Swepper ins Verkaufssortiment nehmen. Wer sehen will, wie der Swepper funktioniert, findet ein Video unter dem Namen „Swepper“ auf Youtube.

Viola Krauss

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