Schüler bauen ihr Haus - Bis zum 29. Juli Projekt mit Spende unterstützen
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25. Juli 2019
Es ist die konkrete Mitarbeit an ihrem Energiehaus, das auch Schülerinnen wie Paula und Katja (li) nicht nur während ein oder zwei Schulstunden, sondern auch in ihrer freien Zeit zum Akkuschrauber greifen lässt Foto: Viola Krauss

Morgens im Unterricht haben sie Füller oder Kuli in der Hand, nachmittags Hammer oder Akkuschrauber. Schüler der Energie-AG des Isnyer Gymnasiums bauen auf dem Schulgelände für sich und ihre Mitschüler ein Energiehaus. Dort können sie voraussichtlich ab kommendenWinter ungestört von Pausengong und Schulbetrieb arbeiten, relaxen, sich zur Gruppenarbeit oder einem Filmabend treffen. Derzeit wird das Gebäude mit Schindeln verkleidet.

ISNY – Konzentriert schauen die sechs Jungs Zimmerermeister dem Schindelexperten Robert Schmid aus Gestratz zu, wie er die helle Fichtenholz-Schindel auf die unterste Holzplanke legt und mit einigen gezielten Hammerschlägen darauf befestigt.

Kurz darauf haben die 14- bis 15-jährigen Gymnasiasten selbst Hammer und Nägel in der Hand und legen los. „Die Schüler gehen mit viel Enthusiasmus nicht nur die praktischen Arbeiten an, sondern auch die Theorie“, sagt Lehrer David Amann, der das Projekt Energiehaus leitet.

Bauherr des rund 300 000 Euro teuren Gebäudes im Schulgarten ist der Solarverein. Einerseits finazieren die zwei Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Gymnasiums über die Einspeisevergütung einen Teil des Energiehauses als Kredit.

Andererseits sollen dem Projekt rund 50 000 Euro über Eigenleistung, Fördermittel, Zuschüsse und Spenden zufließen. So wie jetzt. Derzeit können Schindeln ab 5 Euro erworben werden, die auf Wunsch mit dem Name des Spenders versehen, das Projekt helfen mitzufi nanzieren (Siehe Infokasten, S.4). Mit vielen, vielen anderen werden diese Spender-Schindeln das einstöckige Gebäude verkleiden.

Natürlich gibt es auch Förderer, wie etwa die Elobau-Stiftung, die das einmalige Projekt als Hauptsponsor unterstützt. Der Grund: Die Isnyer Gymnasiasten schaffen nachhaltig etwas Bleibendes und setzen sich damit quasi ein eigenes Denkmal.

Möglichst energieeffizient, innovativ und nachhaltig soll das Gebäude in Passivbauweise sein, das nach Amanns vorsichtiger Schätzung ab kommenden Winter als Multifunktionsraum für Gruppenarbeit, zum Relaxen aber auch zur Meditation oder als Treffpunkt von den Schülern genutzt werden kann.

Baustart Ende April

Nach einer zweijährigen Planungsphase begann Ende April der Bau. Externe Partner wie das Ingenieurbüro und die Handwerkerschaft tragen das Projekt von Beginn an mit. „Das ist schon toll. Es war unser Ziel, dass die Schüler überall mitarbeiten dürfen – von der Planung bis zum Innenausbau. Das hat bislang wunderbar geklappt“, lobt Lehrer David Amann.

So haben Robert, Tim und Lukas sowie rund 20 weitere Schüler seither in mehreren Schichten zusammen mit einem Fachmann in der Zimmerei die Wände vorgefertigt und beim Fensterbauer die Glaselemente gebaut. Und so sind Konstantin, Katja, Paula und Lukas sowie rund 30 weitere Schüler unterschiedlicher Klassenstufen derzeit dabei, das Dach zu begrünen und auf 150 Quadratmeter Wand Schindeln aufzunageln.

Dafür setzen sie überwiegend Freizeit, hin- und wieder auch zwei, drei Unterrichtsstunden ein. Im Zeugnis steht das nicht. Es gibt lediglich eine Teilnahmebescheinigung. „Es ist aber nie ein Problem genügend Schüler für einen Arbeitseinsatz zu fi nden“, sagt Projektleiter Amann.

Wieso engagieren sich die Jugendlichen? „Man kann hierbei viel lernen. Das ist Wissen, das ich auch später brauchen kann“, ist sich der 15-jährige Robert sicher. Generell ist es die konkrete Arbeit am Projekt, die die Gymnasiasten begeistert. Hier kann jeder seine Stärken einbringen – vom Umgang mit dem Akkuschrauber bis zur Betreuung der Internetseite. Ganz besonders reizt natürlich das Ergebnis: Einen Ort für sich selbst geschaffen zu haben. 

Wer Teil dieses spannenden Projektes werden will, kann bis zum 29. Juli mit dem Kauf einer Schindel ab 5 Euro den Bau des Energiehauses unterstützen. In die Schindel wird auf Wunsch der Name des Spenders mit einem Laser „eingebrannt“. Die Schindeln gibt es im Isnyer Einzelhandel Liste per Email an David Amann, EnergieHaus@ gisny.wwschool erfragen oder den Betrag auf das Konto des Solarvereins Gymnasium Isny e.V. ; DE91 6509 1040 0316 5690 03 überweisen, im Verwendungszweck vermerken: Schindel und den Namen, der aufgelasert werden soll.

Viola Krauss

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