Plastik im Grünabfall
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17. Mai 2018
Ärgerlich: Im angelieferten Grüngut finden sich in Wangen immer wieder Tüten, Blumentöpfe oder Sektkorken und Wurstpellen FOTO: SUM

Probleme in Wangen – Kontrolle in Isny und Leutkirch

Immer wieder landet in den Wangener Gartenabfällen Plastik und anderer Müll. Die Städte Leutkirch und Isny hingegen haben damit kein Problem. Dort wird die Abgabe überwacht. Das oder andere Maßnahmen könnten auch in Wangen notwendig werden, wenn sich die Situation nicht in den nächsten zwei Wochen bessert.

REGION – „Es ist wie im vergangenen Jahr auch“, sagt Detlef Huber, der im Steueramt Wangen für das Abfallthema zuständig ist: Plastikflaschen, Tüten oder Blumentöpfe findet die Entsorgerfi rma Schmid aus Tettnang in den Wangener Gartenabfällen – auch Wurstpellen und Sektkorken sind dabei. Das ist mehr als ärgerlich – und auch noch teuer.

Damals wie heute belegt die Entsorgerfi rma die Müllsünden und die Herkunft des Materials, denn sie kann nur sauberes Grüngut weiterverarbeiten. Warum das so ist, zeigt ein Fall von vor zwei Jahren: Damals waren Plastikteile im Grünmüll nicht bemerkt worden. Die Folge: Sie landeten geschreddert bei einem Landwirt auf dem Feld. Dessen Nachbar drohte mit einer Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung. Die Firma Schmid musste den Müll von drei Mann stundenlang mühsam von Hand einsammeln lassen.

Solche sinnlosen Arbeitseinsätze hofft man in der Stadtverwaltung künftig zunächst mit einem Appell an die Wangener künftig vermeiden zu können. „Wir erwarten, dass sich die Situation in den nächsten zwei Wochen verbessert, sonst müssen wir über weitergehende Maßnahmen nachdenken“, so Detflef Huber.

Plastik im Grünabfall macht Probleme

Bislang ist die Anlieferung von Gartenabfällen beziehungsweise Grüngut für die Wangener Bürger kostenlos. 170 000 Euro kostet dies die Stadt derzeit pro Jahr.

Isny hat keine kostenlose Grünabfallentsorgung. Wer auf dem Isnyer Wertstoffhof Grünmüll abgibt, zahlt nach Menge. Die Mitarbeiter der Firma Bausch, die den Wertstoffhof betreibt, kontrollieren die Abgabe und verhindern so Kunststoff oder andere Fremdstoffe im Grüngut. „Wir haben keine Probleme mit Kunststoff. Zu 99.9 Prozent wird bei uns reines Grüngut abgegeben. Wenn einem Kunden mal versehentlich ein Kunststoffsack reingefallen ist, sagt er uns das“, erklärt Mitarbeiter Helmut Vochezer.

Im Gegensatz zu Wangen und Isny sorgt in Leutkirch der Landkreis für die Verwertung des Grünmülls. Schreddern, ablagern und zu Kompost verarbeiten macht in Leutkirch die Firma Wertstoffhof Mayr.

Die Leutkircher Bürger können entweder dort oder in den Ortschaften an dafür bereitgestellten Containern ihr Grüngut kostenlos entsorgen. Grundsätzlich ist dort Personal eingesetzt. „So werden bei uns Fehlwürfe vermieden und es landet kein Plastik oder anderer Müll im späteren Kompost. Sollte doch einmal etwas dazwischen geraten sein, wird dies von Hand aussortiert“, erklärt Jaqueline Zenker, Pressesprecherin der Stadt Leutirch.

INFO:

Damit der organische Gartenabfall in Wangen verdichtet ist und leicht transportiert werden kann, wird er vor Ort geschreddert und dann nach Obermooweiler auf die Waage gefahren. Anschließend lagert der Gartenabfall drei bis vier Monate, wobei die Firma Schmid ihn mehrfach umsetzt, damit die Kompostierung schneller vor sich geht. Schließlich liefert sie den so gewonnenen Kompost an Landwirte aus, die diesen wiederum auf den Feldern zur Düngung einsetzen.

Nur das gehört in den Grünmüll:

• Laub und Rasenschnitt • Äste, Tannenreisig, Sträucher mit überwiegendem Holzanteil und einer maximalen Stammdichte von 15 Zentimetern • Nur kleine Wurzelstöcke von Heckenpfl anzen oder Stauden bis 40 Zentimeter Umfang ohne viel Erdanhaftung

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