LGS küsst Areal wach
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28. März 2019
Derzeit wird das Parkhausfundament auf dem ERBA-Areal erstellt. Das Treppenhaus steht schon Foto: Viola Krauss

Wangen ist eine alte, gewachsene Stadt, wenngleich lebendig und in Bewegung. In den nächsten fünf Jahren erfindet sich die Kommune sozusagen neu – zumindest im ERBA-Quartier und den damit verbundenen benachbarten Arealen entlang der Argen. Bis zur Landesgartenschau 2024 wird dort neue Infrastruktur geschaffen und Wohnungsbau ermöglicht. Schon jetzt tut sich was auf der ehemaligen Industriebrache.

Wangen – Nicht nur vom Bund gibt es eine millionenschwere Förderung für die Sanierung des ERBA-Quartiers (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach) auch das Land Baden-Württemberg wird die Bemühungen der Stadt Wangen um die Sanierung des Auwiesengebiets mit 1,8 Millionen Euro unterstützen. Der Bescheid dafür kam Wangens Stadtoberhaupt vergangene Woche ins Haus geflattert. „Das ist die zweitgrößte Summe im Gebiet des Regierungspräsidiums Tübingen“, ist Oberbürgermeister Michael Lang über die Finanzspritze erfreut. Ein weiterer wesentlicher Punkt in der Entwicklung des Gebiets zwischen Altstadt und ERBA ist neben der Schaffung neuer Infrastruktur und Wohnungsbau die Renaturierung der Oberen Argen. „Das Land unterstützt uns auch dabei mit 80 Prozent“, sagte Lang. „Das ist eine tolle Chance, etwas für unser Gewässer zu tun.“ 

Fünf bis sieben Brücken sollen bis 2024 über die Argen gebaut werden. Die erste ist 2020 geplant und soll die Argeninsel mit dem Hospital verbinden. Dieser Brückenschlag ist unter anderem für die Schüler aus den Gebieten Vorderes Ebnet und Atzenberg sehr von Vorteil, weil er deren Schulweg verkürzen kann. „Aber auch die Verbindung zur Altstadt profitiert davon“, ist OB Lang überzeugt.

Der Außenbereich des benachbarten Berufsschulzentrums wird ebenfalls neu gestaltet, so dass bis zur Landesgartenschau ein einheitliches Bild entsteht.

Neu angelegt werden soll auch der Wohnmobilstellplatz. Er wird künftig die eine Hälfte des vormaligen Hartplatzes am Südring einnehmen und mit zeitgemäßen sanitären Anlagen ausgestattet werden. Auf der anderen Hälfte des Platzes sind Parkplätze geplant. Die frei werdenden Flächen sollen für Spiel und Freizeit nutzbar werden. Der Neubau des Wohnmobilstellplatzes soll voraussichtlich 2020/21 über die Bühne gehen.

Laut OB Lang gibt es Überlegungen den Wertstoffhof vom Bauhof auf die freie Fläche gegenüber den neuen Wohnblocks am Südring umzusiedeln. Damit könnte auf der freiwerdenden Fläche ein Gebäude mit einfachen Wohnungen erstellt werden. Der Grund: die alten Baracken im Auwiesenareal werden abgerissen Wohnraum wird an derer Stelle für sie geschaffen. 

Träger gefunden

Zusätzlich soll ein Punktgebäude in der Siedlung gebaut werden. „Die Stadt hat dafür inzwischen einen Träger gefunden, der im sozialen Wohnungsbau tätig ist und die Wohnungen selber vermieten will. Wer das sein wird, will Lang im April bekannt geben. Baubeginn jedenfalls sei voraussichtlich 2020.

Auf die privaten Investitionen in den Wohnungsbau weist Lang im ERBA-Gelände selbst hin. Derzeit werden die alten Arbeiterhäuser saniert. Daneben sollen sechs Doppelhäuser neu entstehen. Auf dem Gelände Richtung ERBA-Mitte wird die Genossenschaft „Wohnen+“ ein Haus sanieren und anbauen und ein weiteres Richtung Argen neu erstellen. Gegenüber diesem Komplex werden zwei Familien gemeinsam das noch übrige Gebäude für ihre Wohnzwecke ertüchtigen, betont Lang. Der Park unter den Linden rund um den Platz mit dem Schornstein werde ein zentraler Punkt der Landesgartenschau 2024 werden. 

Sanierung der Spinnerei läuft jetzt an

Die Sanierung der benachbarten Neuen Spinnerei läuft jetzt an. Ist sie abgeschlossen ist ein wichtiger Schritt für die ERBA im Gesamten gemacht. Der Platz rund um den Schornstein ist bereits saniert worden, der Bund dafür Zuschüsse gegeben hat, erklärte Lang. Aus demselben Programm, „Nationale Projekte des Städtebaus“, werden auch Mittel fließen, um das frühere Pförtnergebäude zu sanieren. Die Arbeiten dafür sollen 2019 beginnen. Unter anderem soll eine robuste Veranstaltungshalle samt Foyer und entsprechenden sanitären Anlagen eingebaut werden. 

Neben diesem Komplex entsteht aktuell ein Parkhaus mit drei Etagen, das neben Fahrzeugen von Besuchen, Firmenmitarbeitern auch jene der Bewohner aufnehmen wird. Die Wohnhäuser und Betriebe werden über keine eigenen Garagen verfügen.

Viola Krauss

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