Läuft‘s mit einem Kreisel rund?

Läuft‘s mit einem Kreisel rund?
Gibt der Gemeinderat grünes Licht, könnte die Isnyer Kreuzung kommendes Jahr in Wangen testweise zum Kreisverkehr umfunktioniert werden FOTO: VIO
7. November 2019

Die Isnyer Kreuzung ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte von Wangen. Staus und Gefahrenpotential sorgen seit Jahren dort regelmäßig für Verärgerung unter den vielen Verkehrsteilnehmern. Im kommenden Jahr will die Stadtverwaltung die Kreuzung probehalber zu einem Kreisverkehr umbauen und so für zunächst sechs Monate testen, ob damit Verkehrsfluss und Sicherheit verbessert werden können.

WANGEN – „Wir hoffen, dass wir die Planungsunterlagen noch für die letzte Sitzung im Dezember dem Gemeinderat vorlegen können und dann eine Entscheidung zum Probebetrieb bekommen“, sagt Martin Jörg, zuständiger Mitarbeiter im Tiefbauamt der Stadt Wangen. Im Sommerhalbjahr 2020 steht die Sanierung der Fahrbahndecke der Landesstraße L 321 stadtauswärts in Richtung Isny an. Daher bietet es sich laut Jörg an, beide Baumaßnahmen in einem Zuge zu erledigen.

Wobei für den Umbau zum „ProbeKreisverkehr“ keine schweren Maschinen anrücken müssen. Denn für den Test-Kreisel mit einem Durchmesser von etwa 31 Metern ist lediglich eine kleinere Insel als Mittelpunkt vorgesehen, deren Betonelemente in der Straßendecke verankert werden und nachts bei Bedarf von Schwertransportern überfahren werden dürfen. Ansonsten sollen auf der Fahrbahn aufgebrachte Markierungen und eine entsprechende Beschilderung dafür sorgen, dass der Verkehr rund läuft.

An jeder der vier Kreiselausfahrten sind Zebrastreifen vorgesehen, eine entsprechende Beleuchtung soll zusätzlich auf die Querungshilfe aufmerksam machen. „Hierfür müssten wir neue Lampenmasten setzen. Auch eine Änderung in der Beschilderung ist geplant, damit die Verkehrsteilnehmer wissen, dass sie auf einen Kreisverkehr zufahren“, so Jörg.

In Betrieb könnte der TestKreisel im Sommerhalbjahr 2020 gehen. Bund und Land haben für den Probebetrieb bereits grünes Licht gegeben. Sie haben an dieser Stelle ein Wörtchen mitzureden, da an der Isnyer Kreuzung die Bundestraße B 32 und die Landesstraße L 321 aufeinandertreffen.

Intensiv beobachtet

Laut Bauamtsleiter Peter Ritter werde der Probe-Kreisel von Anfang an intensiv beobachtet, da bei Neuerungen in Sachen Verkehr die meisten Probleme in der Anfangsphasen zu erwarten seien. Nach einem halben Jahr soll dann die mit Vertretern von Regierungspräsidium, Landratsamt, Polizei und städtischen Mitarbeitern besetzte Verkehrskommissionen den „Isnyer Kreisel“ begutachten. Gibt es von den Fachleuten dann ein zweites Mal grünes Licht, ist laut Ritter eine weitere, sechsmonatige Testphase vorgesehen.

Ein tatsächlicher Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr ist dann denkbar, wenn auch der zweite sechsmonatige Probelauf von der Verkehrskommission positiv bewertet wird. Aber: Im Fall eines erfolgreichen Tests und damit eines endgültigen Umbaus der Kreuzung zu einem Kreisverkehr müssten für Fußgänger und Radfahrer noch endgültige Regelungen getroffen werden.

Denn: Sowohl für Fußgänger als auch Radfahrer birgt der Probe-Kreisel gewisse Risiken. Fußgänger können sich nicht mehr auf eine Ampelschaltungen verlassen, sondern müssen mit den baulich hervorgehobenen Zebrastreifen Vorlieb nehmen. Und Radfahrer sind im Kreisverkehr, wie bisher auf der Kreuzung, auf die Fahrspur der Autos angewiesen.

Kosten: rund 200 000 Euro

Die Kosten für den provisorischen Umbau zum Kreisverkehr beziffert die Stadtverwaltung mit rund 200 000 Euro. Noch ist der Probe-Kreisel keine beschlossene Sache. Doch im April dieses Jahres war aus den Reihen des Gemeinderates der Vorschlag gekommen und gar auf eine schnelle Umsetzung gedrängt worden.

Viola Krauss

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren