Jugend musiziert ist mehr als ein Wettbewerb

Jugend musiziert ist mehr als ein Wettbewerb
Strahlen zurecht: Die Musikschülerinnen und Musikschüler und JMS-Leiter Dr. Hans Wagner angesichts der erfolgreichen Teilnahme am Bundewettbewerb Jugend musiziert. Photo: SUM
5. Juli 2019

Eine begeisterte Bilanz ziehen die Wangener Musikschülerinnen und Musikschüler nach dem Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Halle. Tolle Ergebnisse und nicht weniger schöne und interessante Erlebnisse brachten sie mit nach Hause.

Wangen / Halle – Es war schon was Anderes in den großstädtischen Räumen aufzutreten als zu Hause. Die Schlagzeuger spielten beispielsweise in einem Varieté-Theater. Hendrik Späth, der als gerade noch Siebtklässler bereits den zweiten Bundeswettbewerb bestritt, war sehr angetan: „Die Akustik in dem Raum einfach cool“, sagte er. Das Klavier-Kammerensemble mit Matthias Steidele (Klavier), Teresa Schmitz (Klarinette) und Sofia Hauser (Violoncello) hingegen fand sich im riesigen Georg-Friedrich-Händel-Saal wieder. „Das war für uns ein bisschen schwierig, weil wir ganz hinten auf der Bühne saßen und dann den Saal nicht ganz ausfüllten. Aber es hat trotzdem riesig Spaß gemacht“, sagte Teresa Schmitz. Und das nicht nur, weil der Wettbewerb eine besondere Herausforderung war. „Es war einfach toll, so viele Jugendliche zu treffen, die mit gleicher Leidenschaft musizieren“, fügte sie an.

Ein unvergessliches Erlebnis

Ähnlich empfand es auch Chiara Wetzel, die mit Priska Keller und Larissa Ziegler als Gitarrenensemble antrat. „Für mich war das eine Mega-Erfahrung, vor allem weil es bei uns sonst kaum Gitarrenensembles gibt.“ So hatten die drei Musikerinnen Gelegenheit, auch mal anderen zuzuhören. „Wir hatten schon Befürchtungen, weil mehrere andere dasselbe Stück spielten“, sagt sie. Grundlos, wie sich am Ende mit ihrem zweiten Platz zeigte.

Mit einem Schreck starteten die Sängerinnen Käthe Hart-mann und Lara Autenrieth in den Morgen. „Wir hatten keine Stimmen“, sagten sie. Doch bis zum Auftritt hatte sich zum Glück Normalität eingestellt. „Das kann auch entlasten, wenn so etwas passiert“, kommentierte der Leiter der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu, Dr. Hans Wagner, der die erfolgreichen Musikschülerinnen und –schüler allesamt beglückwünschte. „Ich bin sehr beeindruckt von dem Weg, den ihr gemacht habt. Ihr habt euch 14 oder 15 Monate lang auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Da muss man auch mal beißen und mit festem Willen dranbleiben – auch wenn nicht so gut läuft.“ Dies sei eine Erfahrung, die auch in anderen Lebensbereichen nützlich werden könne.

Angesichts der Tatsache, dass der Veranstaltungsort Hal-le nicht eben ums Eck lag, nutzte der eine oder anderen Teilnehmer Ort und Zeit für einen Kurzurlaub und Erkundungen nach Leipzig, das nur wenige Kilometer entfernt liegt und allgemein als cool empfunden wurde. Johannes Kächele beispielsweise besuchte nicht nur das Bach-Museum, sondern hatte auch Gelegenheit den Thomaner-Chor zu hören. Beides hinter-ließ nachhaltigen Eindruck.

Großartige Unterstützung

All dies wird nicht nur durch den Fleiß der Musikschülerinnen und Musikschüler, die Unterstützung durch ihre Eltern und das sehr oft weit über das Erwartbare hinausgehen-de Engagement ihrer Lehr-kräfte ermöglicht. Die Franz-Xaver-Bucher-Stiftung trägt ihren Anteil zum Erfolg bei, indem sie extra Unterrichts-zeit finanziell unterstützt, wie deren Vorsitzende Doris Ziegler sagt.

Für das kommende Schuljahr steht bereits die Einzelförderung von sechs jungen Menschen sowie die Komplettförderung von vier Ensembles und einer Band fest. Insgesamt stellt die Stiftung 16 500 Euro für das Schuljahr 2019/20 zur Verfügung, um wieder besonders begabte Musikschüler und Musikschülerinnen zu fördern.

sum

Die Ergebnisse des Bundeswettbewerbs im Einzelnen

Streichinstrumente:Kontrabass: Felix Wetschorek, 21 Punkte, 3. Platz

Schlagzeug: Percussion (alle): Hendrik Späth, 23 Punkte, 2. Platz, Jo-hannes Kächele, 24 Punkte, 1. Platz, Tim Waizenegger, 24 Punkte, 1. Platz

Ensemblewertung: Klavier-Kammermusik: Matthias Steidele (Kla-vier), Teresa Schmitz (Klarinette), Sofi a Hauser (Violoncello), 20 Punkte, 3. PlatzDuo:

Klavier und ein Blasinstrument: Ruben Dorn (Klavier), Julia Zieg-ler (Querfl öte), 23 Punkte, 2. Platz;

Vokalensemble: Lara Auterieth, Käthe Hartmann (Duo Gesang), 24 Punkte, 1. Platz;

Zupfensemble: Priska Keller, Chiara Wetzel, Larissa Ziegler (Gitarrentrio), 23 Punkte, 2. Platz

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