Gerne als Kröten-Taxi im Einsatz
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13. April 2018
Monika Priboth stellt sich seit einigen Jahren als Kröten-Taxi zur Verfügung. Sie ist von Amphibien fasziniert. Foto: Viola Krauss

Kröten und andere Amphibien sind derzeit wieder unterwegs. Und mit ihnen die Helfer, die sich frühmorgens an viel befahrenen Straßen als Kröten-Taxi engagieren. Eine von ihnen ist Monika Priboth. Das WOCHENBLATT hat sie bei ihrem Einsatz begleitet.

Isny – 6.45 Uhr, das Thermometer zeigt in Ratzenhofen vier Grad an. Und obwohl das nach Expertenmeinung ein Grad unter der Temperatur liegt, an der sich Amphibien üblicherweise auf Wanderschaft begeben, sind die Erdkröten rund um Isnys Ortsteil an diesem Sonntagmorgen durchaus aktiv. Und deshalb auch Monika Priboth und ihr Mann Michael.

Die beiden zählen zu den Helfern, die die BUND-Ortsgruppe Isny an den Wochenenden darin unterstützen, die Tiere sicher über die Kreisstraße 8020 zu ihrem Laichgewässer in den ehemaligen Ziegeleigruben beim Reitverein zu bringen. Unter der Woche übernimmt ein Bauhofmitarbeiter die morgendliche Kontrolle der Zaunanlagen in Ratzenhofen, aber auch am Hengelesweiher und am Waldbad. Bei Rathaus-Mitarbeiterin Alexandra Haug, laufen die Fäden zusammen.

„Bis zu 1,5 Kilometer sind die Tiere unterwegs“, sagt Andreas Morlock von der BUND-Ortsgruppe Isny, der sich mit dem Ehepaar an den Wochenenden in Ratzenhofen abwechselt. Mehrere 1 000 Tiere überwintern dort im Wald am Rangenberg und wollen zur Fortpflanzung an den Ort zurückkehren, an dem sie aufgewachsen sind. Damit sie nicht überfahren werden, bauen Mitglieder und Helfer der Isnyer BUND-Ortsgruppe Mitte März einen Krötenfangzaun auf. Dahinter werden etwa im Zehn-Meter-Abstand Eimer eingegraben, in welche die Tiere fallen, wenn sie am Zaun entlang wandern.

Monika Priboth ist an diesem frühen Sonntagmorgen mit einem Zehn-Liter-Eimer an dem rund 200 Meter langen Zaun unterwegs. In den ersten drei Fangeimern sitzen nur jeweils drei bis vier Kröten. Im vierten quakt und grummelt es dagegen schon ordentlich. Dort sitzen etliche Weibchen und haben jeweils ein kleineres Männchen Huckepack. Eines der Weibchen hat sogar eine doppelte Last zu schultern.

Fasziniert von Amphibien

„Die Männchen sind so hormongesteuert, die klammern sich manchmal an alles, was sich bewegt und nach Kröte aussieht – egal, ob Männlein oder Weiblein“, schmunzelt Monika Priboth. Seit ihrer Kindheit ist sie fasziniert von Amphibien aller Art. Seit einigen Jahren unterstützt die Naturschutz- und Wanderwartin des Isnyer Albvereins nun die BUND-Ortsgruppe und stellt sich im Frühjahr als Kröten-Taxi zur Verfügung.

Der Hin- und der Rückwanderzaun in Ratzenhofen wird von der BUND-Ortsgruppe Isny mit Helfern aufgebaut. Hilfsbereite Anlieger von Ratzenhofen sorgen für das Öffnen und Schließen der Straßenschranke auf dem Verbindungsweg nach Ratzenhofen. Auf diesem Straßenabschnitt würden sonst vor allem die auf Weibchen wartenden Erdkrötenmännchen überfahren werden. Damit sie so kurz vor dem kleinen Weiher besser gesehen werden, sitzen sie oft auf der Straße.

Am Ende ihrer „Taxi-Tour“ hat Monika Priboth 181 Erdkröten und drei Bergmolche zum Weiher gebracht. „In feuchten Nächten sind es in der Hochphase auch mal 1 000.“

Viola Krauss

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