Ein Dorf macht Theater

19. Juni 2019
Pudern, frisieren, schwärzen – das Team in der Maske arbeitet sich derzeit für die Theateraufführungen im Stillen Winkel ein Foto: JUTTA NICHTER-REICH

„Das Recht der ersten Nacht“ heißt das Stück, das dieses Jahr im Eglofser Freilichttheater aufgeführt wird. Die Darsteller proben unter Regie von German Bader eifrig. Hinter den Kulissen schaffen seit vielen Wochen nicht weniger fleißig Kulissenbauer, Schneiderinnen, Requisiteurinnen und viele andere Helfer.

Argenbühl/Eglofs – Das Kulissenbauer-Team ist dieses Jahr mit mehr als zehn Leuten auf Mannschaftsstärke angewachsen. Seit Wochen treffen sie sich samstags, um den Stillen Winkel in ein lauschiges Theaterplätzchen zu verwandeln. Sie trotzten heftigen Regengüssen und ungewöhnlicher Kälte. Der Trupp montierte Zuschauerbänke, erneuerte den Bühnenboden, stellte eine Seitenbühne auf. Die größte Herausforderung war diesmal der Bau einer Drehbühne. Auf der einen Seite zeigt sie die Burg des maliziösen Grafen Hartmann von Grüningen. Auf der anderen Seite der Drehbühne ist die Werkstatt der Schmied-Familie im Tal zu sehen.

Das Stück umfasst einen Zeitraum von annährend 50 Jahren. Es spielt von der Geburt des späteren Stauferkaisers Friedrich bis zu dessen Bemühungen, die Grafschaft Eglofs dem Lehensherrn Hartmann von Grüningen abzukaufen.

Die Schneiderinnen mussten sich daher für ihre Arbeit ins Hochmittelalter versetzen. Obwohl der Fundus des Eglofser Freilichttheaters inzwischen einen stattlichen Umfang hat, konnten Irmgard Stiefenhofer, Marie-Luise Schele und Ulrike Throner nicht aus dem Vollen schöpfen. Die allermeisten der bisherigen Stücke spielten in anderen Zeiten. Nach Entwürfen und Zuschnitten aus dem Atelier Anne Bischofberger schneiderten sie die meisten der Kostüme neu. Ihr Atelier haben die Damen im Badhaus neben dem Stillen Winkel eingerichtet. Dort arbeiten sie seit Januar „jede freie Minute“. Inzwischen hat sich auch das Schminkteam mit seinen Aufgaben vertraut gemacht. Unter Anleitung von Anke Hammer pudern die Frauen bei den Aufführungen feine Damen, schminken das einfache Volk oder schwärzen die Gesichter der umherziehenden Soldaten.

Für die Requisiten sorgen Rita Offi nger und Luitgard Lausch-Wieschalla. Sie mussten Bader-Werkzeug, Vogelpräparate, Hühnerkäfi ge, Huizen, Felle, altes Leder und feine Tuche auftreiben. Da war Findigkeit gefragt und das Wissen, wo was herzukriegen ist. Für die Requisiteurinnen erwies sich die Aufgabe, die Marktszene auszustatten als aufwendigste. Während der Aufführungen sind die Techniker um Karl Milz gefragt, die von ihrem Pult aus den Sound und die Beleuchtung steuern.

Das Kartenteam unter Gertrud Boll nimmt die Bestellungen derjenigen entgegen, die nicht online buchen wollen. Viele Helfer sorgen an den Aufführungsabenden für reibungslose Abläufe beim Einlass. Drei Bewirtungsteams werden sich abwechselnd um das leibliche Wohl der Zuschauer kümmern. Insgesamt an die 100 Leute tragen ihren Teil dazu bei, dass der Besuch der Aufführungen für die Gäste zum unvergesslichen Erlebnis wird. Info: Premiere von „Das Recht der ersten Nacht“ ist am 29. Juni, weitere Aufführungstermine und Online-Ticketverkauf siehe auf www.theatereglofs.de oder per Email an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Telefonische Karten-Bestellungen: Di. - Fr. 16 - 19 Uhr,  0 75 66 / 90 77 23.

Viola Krauss/pm

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