Die Schotten im Allgäu
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8. Juni 2018
Folk im Allgäu ist mehr als Spaß und Begeisterung – hier steht einen Tag lang die schottische Lebensart im Mittelpunkt. Foto: M. Weber

Im beschaulichen Neuravensburg hat sich vor gut 20 Jahren eine Gruppe von Schottland-Fans zusammengetan und dort bilden sie mit inzwischen 15 Leuten den Clan der „Schwotten“. Am Samstag, den 9. Juni – wenn sich am zweiten Tag des in Leutkirch-Uttenhofen stattfindenden Celtic-Folk-Festivals „Folk im Allgäu“, um 13 Uhr die Pforten wieder öffnen – starten dort auch die 4. Highland-Games.

Neuravensburg – Clanchief Malcolm MacFarlane, Laird of Glenmore, alias Markus Weber hat sich dazu mit dem Wochenblatt über die Geschichte der Highland-Games und seinen Clan unterhalten.  Angefangen hatte alles damit, erzählt der heutige Clan-Chef Malcolm McFarlane, „dass er zusammen mit seinem Gefährten Angus of Argyl im Jahr 1997 auf den Spuren von William Wallace durch Schottland streifte und innerlich spürte schon mal dort gewesen zu sein“. Dieser Gedanke an das Land, seine Bewohner und Geschichten ließen ihn fortan nicht mehr los. Von dieser Reise brachten die beiden das urtypisch schottische mit, den Kilt. Ihr gemeinsames Clan-Leben zelebrieren sie seitdem meist auf Mittelaltermärkten, wo sie auch traditionelle schottische Lieder singen, Schaukämpfe abhalten und schottische Kostüme der verschiedensten Kulturepochen vorstellen.

Nunmehr zum vierten Mal organisieren „Die Schwotten“ beim „Folk im Allgäu“ auch Highland-Games. Bei acht Disziplinen müssen die Teilnehmer ihre Kräfte und auch ihr Geschick messen. Gummistiefelzielwurf, Strohballenwurf, Speerwerfen, Baustamm-Slalomlauf, Baumstammwerfen, Geschicklichkeitslauf mit Rad, schottischer Schwerttanz und Seilziehen am Rad gibt es zu bewältigen.

Beliebtes Spektakel

„Wer noch mitmachen möchte ist leider zu spät dran, alle 16 Startplätze sind belegt“, so der Clan-Chef Markus Weber, der die Games auch leitet und moderiert. Er selbst ist im richtigen Leben Produktionsleiter in der Elektronikbranche, so sind auch alle möglichen Berufsstände, vom Busfahrer bis zum Lehrer, durch ihre Liebe zu Schottland und die Zeit der Clans bei den „Schwotten“ vereint. Auch gibt es keine Altersgrenzen, vom Baby mit sechs Monaten bis über sechzig Jahre, jeder kann im Clan einen entsprechenden Charakter verkörpern.

Schottische Tradition

Ursprünglich waren die Highland-Games Bestandteil der Treffen (Gatherings) schottischer Clans in den schottischen Highlands. Dort sind sie auch heute noch zu Hause, sie finden sich aber auch weltweit überall, wo sich Schotten angesiedelt haben oder die schottische Lebensart, wie bei den „Schwotten“ im Allgäu, gepflegt wird. Wirkliche Kraftprotze sind eher bei den Highland-Games am Schliersee, im Freilichtmuseum von Markus Wasmeier, oder auch im oberschwäbischen Wilhelmskirch gefragt. „An den Highland-Games beim „Folk im Allgäu“ soll aber mehr der Spaß und die Begeisterung für die schottische Lebensart im Mittelpunkt stehen“, so Markus Weber. So ist es für Weber auch selbstverständlich, dass er und seine Clan-Mitglieder ihre Urlaube meist in Schottland oder Irland verbringen um dort intensiv ihrem Hobby frönen zu können.

Wenn der Clan-Chef Malcolm McFarlane in seinem original schottischen Kostüm und mit obligatorischen Schwert im heimischen Garten im beschaulichen Neuravensburg posiert, dann muss man sich schon gehörig die Augen reiben, denn man fühlt sich unversehens in die schottischen Highlands zu Zeiten der ehrwürdigen Clans versetzt. Weitere Infos: www.schwotten.de

Oliver Hofmann

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