Die Rötelmaus überträgt das Hanta-Virus

6. Juni 2019
Auf den ersten Blick wirkt die Rötelmaus niedlich, doch der possierliche Nager überträgt eine hochinfektiöse Erkrankung: Das Hanta-Virus. FOTO: ADOBE STOCK

Die Viren gelangen über die Lunge ins Blut. Nach rund zwei Wochen bricht die Krankheit aus und macht sich mit Grippesymptomen und oft starkem Kopfschmerz bemerkbar. Übertragen wird der Hanta-Virus durch den Kot der Rötelmäuse. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Landesgesundheitsamt Baden Württemberg bereits 102 Hantavirus-Erkrankungen. Am meisten betroffen sind Jogger und Radfahrer. Gefahr lauert aber auch bei Reinigungsarbeiten in Garagen, Kellern und Schuppen.

Region – Das Beängstigende ist, dass die Ansteckung wegen der grippeähnlichen Beschwerden wie Kopf-, Bauch-, und Rückenschmerzen nicht gleich erkannt wird. Starkes Nierenversagen kann die Folge sein. Ungefähr die Hälfte aller Patienten muss im Krankenhaus behandelt werden. Die Infektionskrankheit ist in Deutschland meldepfl ichtig.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei den hier vorkommenden Hanta-Virusarten nicht möglich. Eine Impfung dagegen gibt es nicht. Wer sich einmal mit dem Hantavirus infi ziert hat, davon geht das Robert-Koch-Institut mittlerweile aus, ist danach immun gegen diesen Virustyp.

In ihrem Kot scheiden die Rötelmäuse den Virus aus. Mit der Zeit zerfällt der Kot zu Staub. Schnelle Schritte durch das Laub oder ein Fahrradreifen genügen, um ihn aufzuwirbeln. Oft reicht aber auch schon das Auskehren eines Kellerraums oder Geräteschuppens. Besonders gerne halten sich die Rötelmäuse auch in Gartenlauben auf. Um einer Infektion vorzubeugen, sollte man hier bei Reinigungsarbeiten einen Mundschutz und Handschuhe tragen und auch darauf achten, keinen Staub an den Händen oder der Kleidung mit in die Wohnung zu bringen.

Baden-Württemberg bietet mit seinen Wäldern einen idealen Lebensraum für die Rötelmaus. Im vergangenen Jahr konnten die Nager sich optimal vermehren: Die Buchen trugen viele Früchte und sorgten so für ein optimales Nahrungsangebot. Weil die Mäuse nicht sehr wanderlustig sind, sondern meistens in der Region bleiben, in der sie ein großes Nahrungsangebot von Eicheln und Bucheckern fi nden, gibt es ein Mastjahr. Dieses beinfl usst die Populationsentwicklung der Nagetiere.

So kann man sich schützen:

• Verwahren Sie Ihren Abfall in Schuppen so, dass Nagetiere nicht dran kommen.

• Nehmen Sie zum Reinigen von Dachböden und Schuppen keinen Staubsauger, weil Viren über die Abluft abgegeben werden könnten. Putzen Sie die Flächen nass. (Handschuhe und Mundschutz tragen)

• Besprühen Sie tote Mäuse gründlich mit einem Reinigungsmittel. Danach die Nager in einer Plastiktüte verschließen und im Hausmüll entsorgen.

Daniela Leberer

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