Brückenschlag für Bahnzukunft
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22. August 2019
280 Tonnen in der Schwebe: Mit Hilfe eines Spezialkrans wurde das neue Brückenteil über der Lindauer Straße in Wangen passgenau eingesetzt. Nach einer Stunde gab‘s Applaus für die gute Arbeit auf der Großbaustelle Bild: Viola Krauss

Ferienprogramm der etwas anderen Art in Wangen: Hunderte Schaulustige verfolgten am Montag wie Kranführer Matthias Schneider mit seinem 650-Tonnen-Koloss und einem 50 Meter Ausleger das 17 Meter lange, neue Brückenteil der Bahn über der Lindauer Straße passgenau einsetzte. Das Bauwerk ist Teil der Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau mitsamt notwendigem Ausbau.

Wangen –Das neue 280-Tonnen schwere Konstrukt ersetzt eine alte Brücke, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden war. Die Baukosten für das neue Bauwerk beziffert die Deutsche Bahn auf 2,3 Millionen Euro. Eine Woche lang waren mit 41 Lastwagenladungen die Teile des Krankolosses nach Wangen geschafft und aufgebaut worden.Anheben, schweben lassen, einpassen. Nach knapp einer Stunde lag am Montag dann das neue Bauwerk mit Hilfe des Monsterkranes passgenau auf der Brückenkontruktion zwischen den beiden Wiederlagern und die Menschenmenge applaudierte. Der Bahnbetrieb ist derzeit auf der Strecke zwischen Kisslegg und Hergatz noch bis zum 6. Oktober gesperrt. Danach rollen die Züge wieder, dann auch über die neue Brücke.

Die Arbeiten zur Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen München und Lindau liegen laut Bahnsprecher Franz Lindemair im Zeitplan. Allerdings sind die Baukosten von 440 Millionen auf 500 Millionen Euro nach oben korrigiert worden.

Die Strecke zwischen München und Lindau soll bis zum Sommer 2020 komplett elektrifiziert sein – wenn weiter alles wie bisher nach Plan läuft. Zunächst stehen dann Testfahrten und technische Abnahmen auf dem Programm, bevor Ende nächsten Jahres die elektrischen Neigetechnik-Züge zwischen München und Lindau verkehren. Die Oberleitungen dazu sind bereits auf mehr als 100 Kilometern errichtet.

Mit der neuen Brücke über der Lindauer Straße ist die Arbeit von Matthias Gunsch, Teilprojektleiter der Deutschen Bahn in Wangen aber noch nicht beendet.

Ganz in der Nähe der momentanen Großbaustelle gibt es ein noch weit aufwendigeres Bauwerk zu erstellen. Dort überspannt eine rund 130 Jahre alte Brücke auf 116 Metern Länge die Obere Argen. Ebenso wie das frühere Bauwerk über der Lindauer Straße ist, laut Gunsch, die Lebensdauer dieser Brücke abgelaufen.

„Wir errichten für zehn Millionen Euro eine neue Brücke direkt neben der alten. Diese wird dann abgerissen und die neue Brücke im März 2020 horizontal auf Tefl onbeschichten Verschubbahnen 13 Meter weiter an die richtige Position geschoben“, erläutert der DB-Teilprojektleiter dieses spezielle und aufwändige Verfahren.

Die neue Brücke wird zudem breiter sein, damit auch Rettungswege und eine Schallschutzwand Platz finden.

Viola Krauss

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