Breitband in Leutkirch
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14. Juni 2018
Alois Peter (OV Herlazhofen), Hans-Jörg Henle, Roland Fuchs, Michael Preiß (NetCom BW), Siegfried Edelmann (OV Gebrazhofen), Stefan Wagner (Ingenieurbüro Zimmermann & Meixner), Alexander Flock (NetCom BW) und Robert Rühfel (v.l.). Foto: Stadt Leutkirch

Die Anbindung der Leutkircher Ortschaften an das weltweite Netz geht weiter. In Herlazhofen wurde in der vergangenen Woche das Breitbandnetz offiziell von allen Beteiligten in Betrieb genommen.

Leutkirch – Von Urlau, über Herlazhofen bis hin nach Merazhofen können sich nun endlich etwa 800 Haushalte an das Breitbandnetz der NetCom BW anschließen lassen. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle spricht von einem „guten Tag für uns alle“. Und betont: „Für die Zukunft des ländlichen Raums brauchen wir diese Entwicklung.“

Eigentlich ist die Versorgung mit schnellem Internet grundsätzlich Aufgabe der privaten Telekommunikationsunternehmen. Von staatlicher Seite werden für gewöhnlich lediglich die Rahmenbedingungen für den Ausbau von nachhaltigen und vordringlich glasfaserbasierten Hochgeschwindigkeitsnetzen geschaffen

Doch in den Leutkircher Ortschaften wollten die privaten Telekommunikationsunternehmen nicht investieren. So kamen dort der kommunale Breitbandausbau mit staatlicher Hilfe und der des Zweckverbands Breitbandversorgung im Landkreis Ravensburg ins Spiel.

„Durch die Gelder des Landesförderprogramms, dem Engagement des Gemeinderats und der guten Zusammenarbeit zwischen Zweckverband, Ingenieurbüro und Stadtverwaltung können nun zeitnah auch weitere Bereiche in Leutkirch ausgebaut werden“, so der Oberbürgermeister. Dabei soll die Stadtverwaltung bei allen künftigen Planungen vom Netzbetreiber der NetCom BW unterstützt werden.

Denn die großen Versorger, wie die Telekom, UnityMedia oder Vodafone, haben sich vor dem mit hohen Kosten verbundenen Aufwand gescheut. „Das wäre für die privatwirtschaftlichen Unternehmen wirtschaftlich nicht rentabel, somit entsteht hier ein Marktversagen“, erklärt der Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung, Roland Fuchs.

Schnelle Lösung gesucht

Ohne lange zu zögern hat die Stadtverwaltung – gemeinsam mit dem Zweckverband und den betroffenen Ortschaften – sofort auf dieses „Marktversagen“ reagiert und nach einer schnellen Lösung gesucht. Dass sich die Inbetriebnahme des Netzes dann doch verzögert hat, lag vor allem daran, dass das Ausschreibungsverfahren für den Netzbetrieb durch den Zweckverband Breitbandversorgung sehr aufwendig war. Und auch die Erstinbetriebnahme dieses großen Datennetzwerkes ist unheimlich umfangreich gewesen. „Der Aufwand, auf eine Länge von 22 Kilometern ein Glasfasernetz zu bauen, ist neben allen notwendigen Planungsschritten, den Grundstücksverhandlungen für die Einlegung der Leitungen und der technischen Umsetzung natürlich auch eine finanzielle Herausforderung“, ergänzt der Tiefbauamtsleiter Robert Rühfel. Denn für diesen ersten Bauabschnitt wurden in der vergangenen Woche Baukosten von etwa 720 000 Euro für die Tiefbauarbeiten und 150 000 Euro für die Kabelbauarbeiten aufgezählt.

Weitere Schritte

Nach diesen ersten Maßnahmen geht der Breitbandausbau um Leutkirch jetzt weiter. Als nächstes ist der Glasfasereinzug in das bereits vorhandene Leerrohrnetz des Neubaugebiets „Beim Marienhof“ sowie der technische Ausbau des zweiten Ausbauabschnitts in den Bereichen Adrazhofen, Hofs und Tautenhofen, mit einer Gesamtlänge von etwa 24 Kilometern, geplant. Für alle, die sich für einen Anschluss ans Breitbandnetz interessieren, findet am kommenden Mittwoch, 20. Juni, von 13 bis 19 Uhr, eine DSL-Sprechstunde der NetCom BW im Rathaus in Herlazhofen statt. eh/pr

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