BI trommelt für Rufbus - Haslacher kämpfen für bessere ÖPNV-Anbindung

BI trommelt für Rufbus - Haslacher kämpfen für bessere ÖPNV-Anbindung
Auf Augenhöhe diskutierten Haslacher Bürger mit Gemeinderäten am Dienstagabend über Verbesserungen des ÖPNV FOTO: M. SONTHEIM
9. Mai 2019

Der Busfahrplan in Haslach ist sehr übersichtlich, nur acht Abfahrten stehen da. Die Möglichkeiten, mit dem ÖPNV nach Wangen oder Tettnang und zurück zu kommen, sind entsprechend gering. Das jedenfalls sieht die Haslacher Bürgerinitiative (BI) so, die auch nach Nachbesserungen durch den Linienbetreiber RAB weiter für eine bessere Anbindung kämpft, etwa durch einen Rufbus. 

Wangen-Haslach – „Ohne ein zweites Auto geht es hier für viele nicht“, sagt Kathrin Kleb von der „Bürgerininitative BUS Schomburg“. Zur Vorgeschichte: Die Wellen der Empörung  waren hochgeschlagen, da sich mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 die Verbindungen vor allem für die Schüler verschlechtert hatten. Auch war der sogenannte Marktbus nach Wangen weggefallen. „Das war vom Linienbetreiber schlecht, beziehungsweise nicht kommuniziert worden“, erzählt Kathrin Kleb. Betroffen waren nicht nur Schüler, sondern auch die Bewohner und Mitarbeiter der Behinderteneinrichtung St. Konrad, sowie Azubis, die noch keinen Führerschein haben. Aber auch für Senioren ist beispielsweise ein Arzt- oder Optikerbesuch ohne Auto schwierig, zumal es auch kaum Rückfahrten nach Haslach gibt. 

Die anhaltende Kritik und Bemühungen durch die BI mit Unterschriftenlisten sowie Treffen mit Vertretern der Stadt Wangen, dem Linienbetreiber RAB und Busunternehmern hat indes schon ein wenig gefruchtet: Seit April gibt es wieder einen Bus um 17.18 Uhr ab Wangen in Richtung Tettnang, mit Anschluss in Primisweiler nach Haslach. Auch der Marktbus wurde wieder eingeführt. Das ist der BI noch nicht genug: Sie will daher den Wangener Gemeinderat für einen Rufbus oder eine andere Lösung ins Boot holen.

Der Grund: Bei den Treffen und Gesprächen ist deutlich geworden: Ein „Schlenker“ der Busse, die zwischen Wangen und Tettnang verkehren, ist wegen der Vertaktung der Buslinien kaum möglich. Eine Alternative muss deshalb her.

Ein Rufbus ist nun seit einiger Zeit im Gespräch. „Wir wollen natürlich das Fahrplanangebot verbessern und unterstützen die Idee eines Rufbusses. Dabei denken wir an ein kleineres Fahrzeug, damit das Ganze ökologisch und ökonomisch ist“, erklärt Silvio Matt von der RAB.  Der Start des Rufbusses wäre zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres denkbar, so Matt. Wie und wo er verkehrt beziehungsweise an welche Buslinien dieser Rufbus dann angebunden ist, muss aber erst noch festgezurrt werden. 

Denn:  Sollte es in Haslach einen Rufbus geben, müsste die Stadt Wangen diesen bezuschussen. Im aktuellen Haushalt ist dafür allerdings kein Geld vorgesehen. Der Gemeinderat müsste deshalb über einen solchen Zuschuss erst beraten und entscheiden. Damit das geschieht, trommelt die BI nun kräftig für eine Lösung und hatte am Dienstagabend jeweils zwei Vertreter der Gemeinderatsfraktionen zur Information und Diskussion nach Haslach eingeladen. 

Sonst ausgeschlossen

Dabei wurden Probleme, Wünsche und Lösungen zwischen Bürgern und Kommunalpolitikern auf Augenhöhe besprochen.  Jetzt hofft die BI, dass sich der Gemeinderat des Themas „Verbesserung des ÖPNV für Haslach und Schomburg“, und der wohl dafür nötigen Bezuschussung einer praktikablen, machbaren Lösung schnell annimt. „Sonst bedeutet das für Haslach und seine Bewohner, dass Menschen, die aus den verschiedensten Gründen in Haslach nicht mit dem Auto mobil sein können, von der Teilhabe am öffentlichen Leben außerhalb des Ortes nahezu völlig ausgeschlossen sind.“

Viola Krauss

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