„Wir müssen mehr Wohnraum schaffen“

7. Februar 2019
Neuer Wohnraum steht für BM Jürgen Buhl in Seitingen-Oberflacht auf der Prioritätenliste Foto: Gemeinde

Was wäre eine Interviewreise durch die Bürgermeisterlandschaft im Landkreis ohne den neu in Amt und Würden gekommenden Jürgen Buhl als Bürgermeister von Seitingen-Oberflacht. Auch er blickt im Gespräch mit dem WOCHENBLATT auf die Europa- und die Kommunalwahl und was an größeren Projekten in Seitingen-Oberflacht verwirklicht werden soll. 

Wenn Sie politisch auf 2019 mit der Kommunal- und Europawahl blicken, welche Gedanken kommen dann bei Ihnen auf, welche Themen werden für Sie den Wahlausgang mitbestimmen?

Jürgen Buhl: Beide Wahlen halte ich für äußerst wichtig. Zuerst einmal hoffe ich, dass sich in Seitingen-Oberflacht für die Wahl des Gemeinderats möglichst viele Bürgerinnen und Bürger als Kandidaten zur Verfügung stellen. Als Gemeinderat kann man unmittelbar Einfluss auf Dinge nehmen, die jeden Einzelnen betreffen. Die Wahlen bieten also die Chance, aktiv an der Zukunft unserer Gemeinde mit zuarbeiten. Wer mitreden will und nicht nur seine eigenen Interessen verfolgt, sollte sich überlegen, ob er sich für dieses öffentliche Amt zur Verfügung stellt.  Auf der kommunalen Ebene – sowohl im Gemeinderat als auch im Kreistag – sollte Parteipolitik keine Rolle spielen. Hier geht es um Sachfragen, die gelöst werden müssen. Über den Austausch von Argumenten sollte um die bestmögliche Lösung gerungen werden. Wenn ich mir die wichtigsten Themen auf Landkreisebene anschaue, so ist von den Entscheidungen fast jeder unmittelbar betroffen. Sei es die medizinische Versorgung (Krankenhaus, Hausarzt), der Nahverkehr oder die Breitbandversorgung. Diese Themen betreffen die Lebensqualität jedes Einzelnen.

Der Europawahlkampf steht leider unter keinem guten Stern. Zu sehr wird das Thema Europa in den Medien an der Flüchtlingsfrage aufgehängt. Leider haben hier die Verantwortlichen dieses zugegeben nicht einfache Thema nicht lösen können.Für mich wäre wichtig, dass andere Themen, die Europa betreffen, mehr in den Mittelpunkt rücken. Dass in Europa seit vielen Jahrzehnten Friede herrscht, dass es uns aufgrund der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Europa sehr gut geht; diesen Themen müsste mehr Beachtung geschenkt werden

Und bei Ihnen in der Gemeinde? Welche Projekte oder Bauvorhaben müssen auf den Weg gebracht oder sollen abgeschlossen werden?

Das Jahr 2019 steht in Seitingen-Oberflacht nochmals ganz im Zeichen von zwei Hochbauvorhaben. Das Ganztagesschulgebäude steht unmittelbar vor der Fertigstellung. Der Einzug ist für die Fastnachtsferien vorgesehen, sodass wir im 2. Schulhalbjahr dann optimale räumliche Voraussetzungen für die Ganztagesbetreuung in der Grundschule haben. Darüber hinaus steht das Gebäude natürlich auch anderen Nutzern wie Vereinen und der Volkshochschule zur Verfügung. 

Die Bauarbeiten für die Anbauten an die Ostbaarhalle sind zwar witterungsbedingt ins Stocken geraten. Wir hoffen aber, dass es bald weiter geht und wir den Bauzeitenplan wieder aufholen. Nach dem Austausch der Heizung (Umstellung von Öl auf Pellets) im letzten Jahr folgt nun der Anbau eines Gymnastikraums, eines Kraft- und Therapieraumes sowie der Erweiterung von Küche, Foyer und Sanitäranlagen. Zudem wird die Halle durch den Einbau eines Aufzugs komplett barrierefrei. Die Gemeinde investiert allein in die Ostbaarhalle 2,6 Mio.  Der eigentliche Hallenraum bleibt während der gesamten Bauzeit für den Schul- und Sportbetrieb nutzbar. Nur Veranstaltungen, die auf Küchen- und Toilettennutzung angewiesen sind, können ab März bis in den Herbst nicht stattfinden.

Die Verwaltung möchte das Jahr 2019 nutzen, um den Ausbau der Breitbandversorgung voranzutreiben. Demnächst werden wir im Gemeinderat die innerörtliche Ausbauplanung vergeben. In 2020 soll dann der Anschluss ans Backbonenetz der Breitbandinitiative Tuttlingen (BIT) und erste innerörtliche Erschließungsmaßnahmen erfolgen.

Ein weiteres Thema beschäftigt uns mit der Bereitstellung von Wohnbauflächen. Die Nachfrage nach Bauplätzen ist anhaltend groß. Mit dem Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans für das Wohngebiet „Lehrhalde“ im Ortsteil Oberflacht hat der Gemeinderat die Weichen für die Erschließung von 40 Bauplätzen gestellt. Doch bis zum Satzungsbeschluss ist es noch ein weiter Weg, weil noch Fachgutachten erstellt werden müssen. Wenn alles glatt läuft, können wir im Herbst mit der Erschließung beginnen und im nächsten Jahr die ersten Einfamilienhäuser gebaut werden.

Gibt es für Sie darüber hinaus ein politisches Anliegen, dass Sie in 2019 umsetzen wollen?

Die bauliche Entwicklung an den Ortsrändern ist begrenzt. Um die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum befriedigen zu können, müssen wir künftig verstärkt auf innerörtliche Potentiale zurückgreifen. Dazu gehört, dass alte Bausubstanz saniert wird und Baulücken geschlossen werden. Mein Wunsch ist, dass die Bereitschaft privater Eigentümer und Investoren wächst, im Innenbereich nachzuverdichten. Dadurch werden auch die Ortskerne wesentlich gestärkt.

Sven Krause

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