„Wir hatten noch nie ein weitergereistes Publikum“

25. Juli 2019
Organisator Michael Baur zog nach den Festival-Wochen ein positives Fazit, ohne den Raum für Verbesserungen aus dem Blick zu verlieren. Foto: Stadt Tuttlingen

So schnell gehören zwei Wochen Jubiläums-Sommer auf dem Honberg der Vergangenheit an. Doch was ist hängen geblieben, wie sah es mit den Ticketverkäufen aus und wie geht es kommenden Jahr weiter? Diese und noch mehr Fragen beantwortete der Organisator Michael Baur der Redaktion des WOCHENBLATTs.

25. Honberg-Sommer, was ist besonders hängen geblieben?

Michael Baur: Dankbarkeit. Dankbarkeit für ein unfallfreies Festival, für so viele Besucherinnen und Besucher, für wunderbare Stimmung, für überzeugende Auftritte, für eine engagierte Teamleistung unserer Mannschaft, der Technik und der Gastronomie, für exzellentes Festivalwetter, für verständige Anwohner und natürlich für den Beitrag der Sponsoren, die mit der Stadt den Honberg-Sommer seit einem Vierteljahrhundert überhaupt möglich machen. Wir haben ein Jubiläumsfestival erlebt, das die Erwartungen, denke ich, voll erfüllt hat und uns wenigstens bis zur 26. Auflage im nächsten Jahr in allerbester Erinnerung bleibt. Und es war das Jahr, das hoffentlich für immer mit der Mär aufgeräumt hat, dass der Honberg-Sommer schlechtes Wetter bringt …

Wie liefen die Konzerte und welches hat sie überzeugt?

Auch hier fällt die Bilanz rundweg positiv aus: Ausfälle gab’s keine, Überraschungen dafür umso mehr, wenn ich an Special Guests wie Marius Bear oder Sparrohs denke. Und die Stars des Festivals wie Alvaro Soler, Milow oder Beth Hart erfüllten zu 100% die hohen Erwartungen. Kodaline hätte ich mehr Publikum gewünscht, aber das bleibt eine Radnnotiz angesichts von 13 ausverkauften Abenden und hunderten von Sunshine Tickets. Meine persönlichen Konzert-Highlight waren Beth Hart und Schmidbauer/Pollina/ Kälberer. Und noch eins: wir hatten, glaube ich, nie zuvor mehr weitgereistes Publikum. Das Jubiläums-LineUp hat also, so wie wir uns das gewünscht haben, auch weit überregional ausgestrahlt.

Und der Biergarten? Zufrieden mit der Auslastung?

Das ist eine Frage, die Sie eigentlich unserem Gastropartner stellen müssten. Und eine Frage, die immer auch mit den Erwartungen im Vorfeld zusammenhängt. Dass der schöne Eiswagen schon nach wenigen Tagen wieder abgereist ist, weil seine Vorstellungen hinsichtlich der Umsätze nicht erfüllt wurden, hat uns geschmerzt. Insgesamt denke ich aber, dass es auch für die Gastronomie ein gutes Jahr gewesen sein sollte, nimmt man mal die Zahl der Besucher im Biergarten und die Schlangen an den Ständen zum Maßstab. Wir waren unsererseits jedenfalls mit der Performance der Gastros insgesamt sehr zufrieden.

Bei den Speisen gab es eine breite Range von „geht gar nicht“ bis „super“. Wie haben Sie es erlebt und wird fürs kommende Jahr nachgesteuert?

Essen ist Geschmackssache. Klingt banal, stimmt aber. Was dem einen schmeckt, fi ndet ein anderer weniger gut. Und weil nach dem Honberg-Sommer schon wieder vor dem nächsten Festival ist, werden wir uns mit allen Partnern zusammensetzen und über 2020 sprechen. Da legen wir auch unsere Eindrücke dar und heben dabei auch auf das Feedback ab, das uns während des Festivals erreicht. Das gilt auch für die Neuerungen bei der Standplatzierung, der Biergartenüberdachung und der Bühne. Mal sehen, wo da 2020 noch nachjustiert wird. 

Es fehlte oftmals das Honberg-Publikum von morgen (zwischen 25 und 35) im Biergarten. Muss man sich da fürs kommende Jahr vielleicht ein angepasstes Marketing-Konzept überlegen?

Das sehe ich nicht unbedingt so. Wir hatten mit Joris, Namika, Angelo Kelly oder Samy Deluxe, auch mit Milow, Kodaline oder Alvaro Soler durchaus „junge Themen“ im Programm. Ich würde sogar behaupten, dass wir nie ein jüngeres Durchschnittsalter im Zelt hatten als in diesem Jahr – und wenn die im Zelt sind, können sie nicht gleichzeitig draußen im Biergarten sein (lacht).

Worauf können sich die Fans musikalisch im kommenden Jahr freuen?

Auf ein klasse Programm, versprochen! Nein, im Ernst: wir geben die ersten Acts wohl schon zeitnah bekannt. Da gibt es Künstler, bei denen wir quasi schon im Wort stehen (wie Gregor Meyle), wo aber noch nichts schriftlich fixiert ist. Und es gibt solche, um die wir uns intensiv bemühen. Aber da legen wir die Karten noch nicht offen. Vieles ist Verhandlungssache und die Konkurrenz liest mit. Aber ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir natürlich gerne einen Termin der „40 years anniversary“-Tour mit The Hooters hätten. Auch einen Comedyact haben wir für 2020 schon fest gemacht.

 

Dieses Interview führte Sven Krause

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