Wenn die Zukunft elektrisiert - Ausrichtung Ringzug: Mehr Haltepunkte und verdichteter Takt

Wenn die Zukunft elektrisiert - Ausrichtung Ringzug: Mehr Haltepunkte und verdichteter Takt
Ringzug-Geschäftsführer Michael Podolski blickt in die Zukunft Foto: Ringzug
29. Mai 2019

Wie zukünftig der Ringzug angetrieben wird, ob und welche Streckenabschnitte elektrifiziert werden – darüber wird angesichts der Abhängigkeit bei diesen Themen von der Deutschen Bahn, dem Land Baden-Württemberg und der Bundesregierung viel diskutiert werden. Aber die grundsätzliche Bereitschaft den Schritt Richtung Elektrifizierung zu gehen, die ist im Arbeitskreis Ringzug durchweg vorhanden.

Landkreis – Klar ist bis jetzt aber: Der Ringzug soll zukünftig weiter ausgebaut und verbessert werden. Diesbezüglich werden in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro SMA und Partner AG verschiedene Varianten betrachtet. Wesentlicher Unterschied zwischen den beiden übrig gebliebenen Varianten ist die Frage, welche Strecken elektrifiziert oder neu elektrifiziert werden. 

Während dies in beiden Fällen für die Abschnitte Villingen - Trossingen Staatsbahnhof - Rottweil und Tuttlingen - Immendingen gilt, würde je nach Variante bei den Strecken Tuttlingen - Fridingen oder Trossingen Staatsbahnhof - Trossingen Stadt Abstriche gemacht.

Zudem ließ die Landesregierung verlauten, dass das Land Baden-Württemberg den öffentlichen Personennahverkehr in der Fläche weiter ausbauen wird. Alle Leistungen, die einen entsprechenden Landesstandard erreichen, sollen zukünftig vollumfänglich durch das Land finanziert werden. Am Rande der Klausurtagung des Arbeitskreises Ringzug sprach Ringzug-Geschäftsführer Michael Podolski mit dem WOCHENBLATT über die zukünftige Ausrichtung des Schienenverbundes.

Wie sieht für Sie die Zukunft des Ringzugs aus?

Michael Podolski: Der Ringzug ist seit Einführung im Jahr 2003 ein Erfolgsmodell, ein wichtiger Teil der kommenden Mobilitätswende und bereits heute das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in der Region. 

Setzen Sie zukünftig auf eine komplette Elektrifizierung des Streckennetzes, auf Triebwagen mit Elektroantrieb und darüber hinaus zusätzliche Haltepunkten im Landkreise Tuttlingen? Oder was ist Ihr Plan?

Das Streckennetz soll komplett mit elektrisch betriebenen Triebwagen gefahren werden. Ob dabei die gesamte Strecke elektrifiziert wird oder ein Teil mit batterieelektrischen Fahrzeugen bedient wird, ist noch nicht entschieden. Konkret geht es hier um die Strecken Fridingen-Tuttlingen und Immendingen-Leipferdingen.  In allen drei Landkreisen ist eine Auswertung des Angebots mit zusätzlichen Haltepunkten vorgesehen. Im Landkreis Tuttlingen sind dies Tuttlingen Stadtmitte, Tuttlingen Schmelze, Trossingen Troase und Hintschingen. Als nächsten Schritt wird nun im Rahmen einer Potentialuntersuchung geprüft, mit welchem Fahrgastaufkommen an den einzelnen Stationen zu rechnen ist.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Ab wann muss die Zukunft des Ringzugs eingeläutet werden? Bis etwa Mitte der kommenden 20er Jahre haben die aktuellen Triebwagen ihre betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer erreicht, d.h. sie müssen ersetzt werden. Dann soll/muss auch der Umstieg von Diesel auf Strom erfolgen. Eine Neuanschaffung von Dieselfahrzeugen ist grundsätzlich nicht mehr vorgesehen.

Sven Krause

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