Senioren als Opfer
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21. März 2019
Polizeirätin Bettina Rommelfanger und ihr Kollege Polizeikommissar Michael Göbel vom Referat Prävention des Präsidiums Tuttlingen Foto: Sven Krause

Alleine schon die nackten Zahlen, die Polizeirätin Bettina Rommelfanger, Leiterin des Referats Prävention, beim Pressegespräch dabeihatte, machen die große Problematik der Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“ deutlich. Von 355 gemeldeten Fällen in 2016 in ganz Baden-Württemberg explodierte diese Masche geradezu bis hin zu 7 700 in 2018.

Tuttlingen – „Wir gehen davon aus, dass es inzwischen ganze Call Center, vor allem in der Türkei gibt, die sich Landkreis für Landkreis vornehmen und dabei gezielt die Telefonbücher einer jeden Region abtelefonieren“, erzählt Bettina Rommelfanger. Darunter waren allein in der vergangenen Woche sechs Fälle in Tuttlingen.

Dabei ist die Masche der Täter meist die gleiche. Die Täter rufen unter Vortäuschung der Notrufnummer 110 bei ihren Opfern an, geben sich in der Regel als Kommissar oder Hauptkommissar aus und dann beginnt das Geschichten erzählen, durch das die Opfer unter Druck gesetzt und in Panik versetzt werden sollen.

„Es wird oftmals erzählt, dass es in der direkten Nachbarschaft vermehrt zu Einbrüchen gekommen sei, dass die Polizei einen Täter gefasst hätte und dieser auf einer Liste weitere potenzielle Opfer vermerkt hätte. Darunter sei natürlich auch der gerade Angerufene“, beschreibt Michael Göbel die Vorgehensweise der bestens organisierten Täter.

Danach wird versucht herauszufinden, wo welche Art von Wertgegenständen und Bargeld deponiert ist. Gelingt dies, werden die Opfer angewiesen alle Wertgegenstände zu Hause zu sammeln und dann einem Polizisten zur sicheren Verwahrung mitzugeben. Dieser kommt so zeitnah wie möglich und die in der Regel verängstigten Senioren verlieren dadurch einen Großteil des Ersparten.

Angesichts der aktuellen Häufigkeit weist die Polizei darauf hin, dass sie niemals unter Verwendung der Notfallnummer anrufen wird, sondern wenn, dann von einem Dienstanschluss. Zudem würde so eine Beratung niemals am Telefon stattfinden. Der beste Rat dagegen: einfach auflegen und die richtige Polizei unterm Notruf 110 informieren.

Sven Krause

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