„Politiker sind schon seltsam“

27. Juni 2019
Das Prestige-Projekt der Wohnbau: das Drei-Kronen-Areal Foto: Wohnbau

Die Zahlen stimmen bei der Wohnbau. 1 687 eigene Wohnungen im Bestand, 27 Gewerbeeinheiten und 670 Garagen. Dazu erhöhte sich das Jahresergebnis um 961 500 Euro. Darüber hinaus konnte WohnbauChef Horst Riess 2018 die ersten Prestigeprojekte fertig stellen und für 2019/20 sieht es auch gar nicht mal so schlecht aus.

Tuttlingen – Eigentlich Grund genug, um bei der Jahrespressekonferenz lächelnd über die angeschobene Entwicklung, dass „Drei-Kronen-Areal“ und über die potenzielle Möglichkeit den Bahnhof zu entwickeln zu reden. Doch Horst Riess wäre nicht Horst Riess, wenn es nicht irgendwann während des Pressegesprächs aus ihm heraussprudeln würde. „Politiker. Ich werde sie wohl nie wirklich verstehen. Die sind schon seltsam. Als ich bei der Wohnbau angefangen habe, da gab es rund 5 000 Bauvorschriften. Heute sind es 20 000.“

Viele davon, vor allem von denen, die der Gemeinderat auf den Weg gebracht hat, könnten seiner Meinung nach gerne wieder zurückgenommen werden. Seiner Auffassung nach verzögern die Diskussionen oftmals den Baubeginn, sorgen für höhere Kaltmieten und damit wieder für Kritik an der Wohnbau. „Aktuell ist es das Thema der möglichen Vierspurigkeit der Katharinenstraße in Höhe des Drei-Kronen-Areals was schon wieder viel zu lange zerredet wird.“ Aktuell hängt das Projekt gut 18 Monate hinter den Planungen her. Grund ist der Abriss des Enslin-Gebäudes und die Verkehrsdiskussionen.

So ist er. Gerade raus und nicht immer bequem. Dabei geht es ihm und seiner Prokuristin Rita Hilzinger vor allem darum Tuttlingen zu entwickeln, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Attraktivität der „Welthauptstadt der Medizintechnik“ für Studenten, NeuTuttlinger, für Senioren und Alteingesessene Schritt für Schritt zu erhöhen. Dementsprechend froh ist er, dass die Wohnungen an der Stuttgarter Straße bezogen wurden. Zu 75 Prozent von deutschen Mitbürgern und zu 25 Prozent von Menschen mit Migrationshintergrund. „Eine gute Vermischung“, so Riess.

Ähnliche Zahlen sind an der Bahnhofstraße 19 nicht möglich. Dafür wieder an der Gothestraße, im Schaffrain oder an der Bodenseestraße, wo in den kommenden zwei Jahren zusammen rund 175 Wohnungen fertig gestellt werden sollen. Und in jedes Objekt die geforderten 30 Prozent an gefördertem Wohnraum vorhanden sein werden. „Die neuen Förderrichtlinien sind endlich wieder mal Mieterfreundlich, die Bemessungsgrundlagen wurden angepasst. Das hilft uns enorm“. Damit Tuttlingen weiter wächst und schöner wird.

Sven Krause

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