„perfect matches“
Empfehlung

18. April 2019
Auch im Bauhof Tuttlingen gibt es ein „perfect match“. Foto: Hans Bock

Arbeit gibt Leben oft einen Sinn. Doch für einige Menschen ist es, obwohl sie es sehr gerne wollen, schwierig einen Job zu bekommen. Trotz ihrer verschiedenen Handicaps hat es die Initiative „perfect matches“ geschafft, für sie den passenden Arbeitgeber zu finden.

Sei es im Archiv der Stadt, auf dem Bauhof oder in verschiedenen Firmen im Bereich Medizintechnik – dank der Vermittlung von Pressesprecherin Cyra Scharnberger von der Lebenshilfe und ihrem Team ist es gelungen, einigen Menschen aus dem Bereich der Lebenshilfe Arbeit zu vermitteln. Wie das funktioniert hat, das erzählt Pressesprecherin Cyra Scharnberger in den „perfect matches“.

Wie sind Sie auf die Idee des „perfect match“ gekommen?

Cyra Scharnberger: Der Gedanke Verbindungen von Menschen mit Beeinträchtigung und regionalen Unternehmen „perfect matches“, vorzustellen, kam mir in meiner Ausbildung zum JobCoach in Stuttgart. Es wurde viel über das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG) gesprochen und ich dachte: „Mensch, das machen wir in der Lebenshilfe doch schon lange, auch ohne neuen Gesetzesentwurf - wir vermitteln Menschen mit Handicap, wenn sie das möchten, an Betriebe- in Praktika, Außenarbeitsarbeitsplätze und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse.“ Durch die „perfect match“ Initiative möchten wir zeigen, dass dies möglich ist und noch mehr Arbeitgeber ermutigen einem Menschen mit Beeinträchtigung eine Chance zu geben.

Was macht die Arbeitgeber aus, die sie bei „perfect match“ gefunden haben?

Da wäre erstmal die Bereitschaft sich auf einen Menschen mit Beeinträchtigung einzulassen, Offenheit und die Fähigkeit nicht in Berufen, sondern losgelöst davon, in Tätigkeiten zu denken, zu benennen. Maßgebliche Voraussetzung seitens der Lebenshilfe ist Ehrlichkeit, was die Fähigkeiten und Fertigkeiten des zu Vermittelnden angeht sowie die Klarheit über die vertraglichen Vereinbarungen. Diesbezügliche Kontakte entstehen vielfach dadurch, dass wir als Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) zahlreiche Aufträge für die Industrie übernehmen. Durch professionelle Auftragsbearbeitung und verlässliche Ergebnisse hat sich über die Jahre eine Partnerschaft mit ansässigen Unternehmen entwickelt. Daraus ergeben sich dann Möglichkeiten einer Hospitation oder eines Praktikums, teilweise bereits im Berufsbildungsbereich der WfbM. 

Wie haben Sie beide Parteien zusammen gebracht?

Ich würde gerne anhand der vielen Beispiele aufzeigen, was Arbeit und „sich angenommen fühlen“ bei Menschen mit und ohne Behinderung bewirken. Aber ich glaube, dass das jeder für sich beantworten kann. Arbeit bedeutet für jeden Menschen in der Gesellschaft zu sein, ein wirtschaftlich verwertbaren Beitrag für dieselbe zu leisten, Arbeitskollegen, ein soziales Umfeld und Unabhängigkeit. Ein Mensch mit Beeinträchtigung erfährt sich immer als jemand, dem auf irgendeine Weise geholfen werden muss, wie stärkend es sich anfühlen muss, sich in einem anderen Kontext zu sehen, als jemand, den andere brauchen, der anderen hilft und der im Betrieb bei aller Wirtschaftlichkeit mal zeigt wie entspannend es ist, mal „fünf gerade sein zu lassen“.

Sven Krause

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