Passende Tipps vom Fahrrad-Fachmann

5. April 2019
Jürgen Henle ist Fahrradmechaniker aus Leidenschaft und betreibt im Keller in Wurmlingen eine eigene Werkstatt. Foto: Sven Krause

Als ehemaliger Lizenzfahrer eines Amteur-Radrennstalls in Villingen-Schwenningen gehören Fahrräder aller Coleur schon seit vielen Jahren zum Alltag von Jürgen Henle aus Wurmlingen. Da er zudem als Maschinenbaumeister über reichlich technisches Knowhow verfügt und selber gerne an seinen Fahrräder rumschraubte, war der Schritt zu einer eigenen, professionellen Werkstatt fast schon logisch.

Wurmlingen – 2008 war es soweit. Im Keller seines Einfamilienhauses in Wurmlingen entstand Jalga‘s Radhaus. „Am Anfang habe ich nur für Freunde und die Familie die Räder in Schuss gehalten, repariert oder für den Frühling fit gemacht. Anscheinend habe ich dabei vieles richtig gemacht, denn im Laufe der Jahre hat sich der Kundenstamm immer mehr erweitert“, erinnert sich Jürgen Henle an die Anfangszeit.

Zusammen mit dem WOCHENBLATT hat er sich nun die Zeit genommen, um angesichts des nahenden Frühlings und der damit beginnenden Fahrradsaison, die wichtigsten Tipps und Tricks für Jedermann zusammen zu stellen, mit denen man sein Rad alleine fit machen kann für die ersten Touren.

Als erstes sollte man sein Zweirad nach der langen Standzeit im Keller oder der Garage reinigen. Und das bloß nicht mit dem Hochdruckreiniger. Auch wenn das schnell geht und bequem ist. Aber durch den hohen Druck gelangt das Wasser etwa ins Tretlager oder in andere Bereiche der Schaltung, in denen es nichts zu suchen hat und teilweise schwere Schäden verursacht. Daher lieber mit einem Eimer lauwarmen Wasser und passendem Reinigungsmittel mit einem Lappen reinigen und im Anschluss mit einem handelsüblichen Poliermittel für Räder versehen. Das schützt den Lack und verbessert zudem die Optik. Bei Karbonrahmen sollte man auf den entsprechenden Zusatz achten.

Als nächstes stehen der Check der Mäntel und des Luftdrucks an. Dabei ist es wichtig den Mantel einmal in die Hand zu nehmen und zu prüfen, ob er über den Winter nicht spröde geworden ist und dadurch kleine Risse bekommen hat. Gleichzeitig gilt es die Profiltiefe zu checken. Ist beides in Ordnung, dann geht es mit dem Luftdruck weiter. Entdeckt man Fehler, dann den Fachmann fragen oder den Mantel wechseln.

Als dritter Punkt auf der Checkliste wartet die Bremsanlage. Bei herkömmlichen Felgenbremsen sollte das Profil der Bremsklötze gecheckt werden und mit einem Griff an die Bremsleitung, ob diese nach dem Winter auch noch über genügend Spannung verfügt. Wenn nicht, dann entweder nachspannen oder ersetzen.

Komplizierter wird es bei Scheibenbremsen. Dort reicht ein Griff an den Bremshebel. Lässt sich dieser ohne Widerstand bis zum Griff durchziehen, dann hat sich entweder Wasser im Bremszylinder gesammelt oder das Hydrauliköl ist nicht mehr in Ordnung. Angesichts des hohen Fehlerpotenzials sollte diese Wartung immer ein Fachmann übernehmen.

Zum Abschluss noch die Kette und den Umwerfer reinigen, dazu einfach mit einem Lappen mit passendem Reinigungsmittel an der Kette und zwischen den Ritzeln entlang gehen. Danach mit einem Kriechöl neu einfetten. Bloß kein Kettenfett oder Haushaltöl verwenden, die zeigen keinerlei Wirkung. Und als letzten Handgriff die Schrauben am Lenker, Sattel, Ständer und den Pedalen prüfen und bei  Bedarf nachziehen. Sollte dies alles erfolgreich abgehakt sein, dann steht einem Start in die Fahrradsaison nichts mehr im Wege.

Sven Krause

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