Nach 40 Jahren ist am IKG und OHG einfach der Lack ab

Nach 40 Jahren ist am IKG und OHG einfach der Lack ab
Auf dem Basketballfeld zwischen den Schulen werden ab 2020 die Container für die Übergangszeit platziert. Im benachbarten Haus der Schüler wird die jeweilige Schulverwaltung untergebracht (Foto, oben). Und Flure, in denen mehr für die Außenwelt geheizt wird sowie ein Foyer, das quasi nur aus Stolperfallen besteht, soll es nicht mehr geben. FOTOS: Foto: Sven Krause
5. April 2019

.„Am 8. August 1977 konnte das neue Gymnasium II in Tuttlingen bezogen werden. Die jahrelange Raumnot und die Unterbringung mehrerer Klassen in Übergangsräumlichkeiten waren beendet. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gymnasium II bereits 837 Schüler und damit mehr als das Gymnasium I. Dieses war zu diesem Zeitpunkt bereits drei Jahre alt und hatte 788 Schüler“, so heißt es in einem Bericht aus dem Jahre 1977 zur Einweihung des damals brandneuen Otto-Hahn-Gymnasiums.

Tuttlingen – Heute, über 40 Jahre und unzählige Schülergenerationen später, ist aus der damals spürbaren Begeisterung nicht mehr wirklich viel übriggeblieben. Schaut man in beiden Gymnasien hinter die Kulissen und begleitet die beiden Schulleiterin Patricia Pulfer-Jauch (IKG) und Georg Schwarz (OHG) auf einem Rundgang durch ihre Schulen, dann schlagen einem neben dem verblassten Baucharme der 1970er-Jahre vor allem Notlösungen und eklatante Baumängel entgegen. So erzählt Schulleiterin Patricia Pulfer-Jauch: „Ich habe etwa in meinem Büro ständig das Fenster offen, da sich die Heizung nicht mehr runter regulieren lässt. Dafür haben wir Klassenzimmer, in denen die Heizung gar nicht mehr funktioniert und mir vor allem die Schüler, die am Fenster sitzen besonders leidtun.“ In dem Stil geht es weiter. Es kracht und knirscht quasi an jeder Ecke und dass von den einst versprochenen 80 Mbit Serverleistung im Schulnetzwerk maximal nur vier bis fünf ankommen und Systemabstürze quasi täglich vorkommen, das ist fast nur noch ein Nebenkriegsschauplatz.

Ähnlich ergeht es ihrem Pendant Georg Schwarz im OHG. Von kaputten Jalousien, die sich nicht mehr hochziehen lassen über kaputte Fenster, einen Eingangsbereich, der mit seinen Treppen und Emporen an sich schon ein Unfallherd par excellence ist, bis hin zur auch hier fehlenden Dämmung, kaum messbarer Serverleistung und notdürftig errichteten Lerninseln im Flur. „Es wird Zeit, dass es endlich losgeht mit der Sanie-rung“, bringt es Georg Schwarz auf den Punkt.

Zum Glück ist dieser Moment nicht mehr fern. Nach den Sommerferien 2020 soll es losgehen und bis Ende 2023 sollen beide Gymnasien in einem neuen, modernen und technisch zeitgemäßen Gewand wieder in Betrieb genommen werden. Dafür nimmt die Stadt Tuttlingen knapp 60 Millionen Euro in die Hand und lässt beide Gebäude bis auf die Grundmauern zurück- und dann wieder neu aufbauen. 

Während der Bauphase ziehen zunächst die Schüler des OHG in 16 Container, die auf der Fläche des Basketballfelder zwischen den Gymnasien aufgebaut werden, und nach der Fertigstellung des OHG  folgt der Wechsel. Die Verwaltungsabteilungen der Schulen ziehen abwechselnd in das angrenzende Haus der Schüler. 

Soweit, so gut. Doch wie soll sie nun aussehen, die schöne neue Schulwelt an IKG und OHG? Größer, mit funktionierender Lüftung und Heizung, einer Dämmung, die die Heizkosten deutlich minimieren wird, end-lich mit strukturell und pädagogisch angepassten Lerninseln auf jeder Etage, damit das Prinzip der Einzel- und Gruppenarbeit angemessen umgesetzt werden kann. 

Dazu mit Fenstern, die eine zwei- und teilweise sogar eine Dreifachverglasung bekommen und eine technische Ausstat-tung jeden Raumes mit einem Whiteboard, dass genügend Schnittstellen besitzt, dass sich Schüler auch mit ihren eigenen Smartphones oder Tablettes vernetzen können und passende Arbeitsplätze für die Lehrer im Lehrerzimmer. 

Das OHG bekommt mit einem zusätzlichen Turm mehr Raum und erhält ein Foyer, das diesen Namen auch verdient. Gelingt dies alles wie geplant, dann kommen Tuttlingens Gymnasiasten 2023 lerntechnisch endlich im 21. Jahrhundert an. Es wird Zeit.

Sven Krause

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