Integrationsplanspiel
Empfehlung

28. März 2019
Die Klasse 8 des OHG schlüpfte in die Rolle von Gemeinderatsmitgliedern und auch die von OB Michael Beck Foto: Sven Krause

Die Integration von über 1 000 Flüchtlingen ist in den vergangenen Jahren in Tuttlingen durchaus erfolgreich verlaufen. Im Rückblick aber hätte einiges noch reibungsloser laufen können. Wie die Menschen noch besser in Tuttlingen integriert werden könnten, darüber hat sich eine achte Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums im Rahmen einer nachgespielten Gemeinderatssitzung Gedanlen gemacht und nach einmal an der Problemlösungen gesucht.

Tuttlingen - Vom Bürgermeisterposten, der diesmal durch Janine weiblich besetzt war, über zwei Referenten bis hin zu den Vertretern der im Gemeinderat vertretendenden politischen Parteien und einer Gruppierung, die eher am rechten Rand des bürgerlichen Spektrums zu finden ist, mussten sich die Schüler von Lehrer Haiko Thieme in die verschiedensten Rollen einarbeiten und für eine schlüssige und zielgerichtete Sitzung entsprechende Argumente finden und diese vertreten.

„Wir hatten ein kleines Zeitfenster zur Vorbereitung. Dabei hatte ich als Bürgermeisterin neben der thematischen Führung der Sitzung auch die Aufgabe darauf zu achten, dass keiner der Parteienvertreter aus der Rolle fällt und alle etwas den gleichen Redezeitraum bekamen“, beschreibt OB Janine ihre Aufgabe.

Inhaltlich hatten sich die Schüler, ganz gemäß ihrer Aufgabe, ob sie die Integration befürworten oder ablehnen sollte, sehr intensiv und oft mit einer erstaunlichen Kreativität, Gedanken über ihre spätere Argumentation gemacht. Grundsätzlich geklärt werden sollten die Fragen der Unterbringung, der sozialen, sprachlichen und beruflichen Integration, von rund 100 Flüchtlingen aus dem arabisch sprechenden Raum.

So prallten in Fragen der Unterbringung die Meinungen einer linksgerichteten, alternativen Liste – vertreten durch Bettina – von „wir müssen zusehen, dass wir sie schnellstmöglich in Wohnungen unterbringen“ bis hin zur politisch komplett konträr ausgerichteten rechten Liste, vertreten durch Marcel „Container reichen für die doch völlig“ aufeinander.

Dass es am Ende eine leerstehende Realschule wurde, die  im Eilverfahren saniert und hergerichtet wurde, und dass man sich für die sprachliche und soziale Integration viele Vereine und Institutionen mit ins Boot holen wollte, kam der Realität sehr nahe und hinterließ bei allen Schülern eine Erkenntnis: „Wir haben gelernt, dass es ohne Kompromisse und ohne die Fähigkeit über alles zu reden, nicht geht.“ S. Krause

Sven Krause

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