In die Erweiterung des Johann-Friedrich-Oberlin-Kindergartens wurden 1,55 Millionen Euro investiert
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30. August 2018
Andreas Klockow, Ulrike Steinmann und Maren Tobjinski (v.l.) vor dem Eingang des neuen Kindergarten-Schmuckstücks. FOTO: KOHLER

Trossingen. Aufgrund der steigenden Einwohnerzahlen in Trossingen ist der Bedarf  an Kindergartenplätzen drastisch gestiegen. Nach der aktuellen Bedarfsplanung besteht vor allem in der Kernstadt ein akuter Mangel an Plätzen. Deshalb wurde der Oberlin-Kindergarten, der im kommenden Jahr sein 50jähriges Bestehen feiern kann, von ehemals zwei auf nunmehr vier Gruppen erweitert. Ein neuer Mehrzweckraum bildet das Sahnestückchen des Kindergartens in der Kirchhalde, der unter der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde Trossingen steht.

Die Gebäudegrundfläche wurde mit nunmehr 930 Quadratmeter nahezu verdoppelt. Nach dem Planungsbeginn im Januar 2016 mit Einreichung des Antrags auf Fördermittel in Höhe von rund 50 Prozent aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes, wurde mit den umfangreichen Neu- und Umbau sowie Sanierungsmaßnahmen im März 2017 begonnen. Bereits im November 2017 konnten die beiden neuen Gruppenräume mit jeweils 65 Quadratmetern bezogen werden. Alle vier Gruppen werden aktuell von 112 Kindern besucht, die von insgesamt 14 Mitarbeiterinnen um die Leiterin Maren Tobjinski betreut werden. Zwei Gruppen waren ab September 2016 bis November 2017 in der „Außennotgruppe“ im Haus der Diakonie untergebracht. „Doch es gibt bereits wieder so viele Kinder auf der Liste, dass wir locker eine fünfte Gruppe aufmachen könnten“, weiß Maren Tobjinski um den weiteren großen Bedarf an Kindergartenplätzen.

Die komplette Baumaßnahme wurde während laufendem Kindergartenbetrieb durchgeführt „eine manchmal stressige und grenzwertige Situation“, blickt die Leiterin auf die letzten anderthalb Jahre zurück, zeigt sich aber „stolz darauf, was aus unserem Kindergarten jetzt geworden ist“, den sie ja als Erzieherin seit 20 Jahren mehr als gut kennt, vor zwei Jahren hat sie die Leitung übernommen. Das pädagogische Konzept werde weitergeführt wie bisher, aber alles in großzügiger gehaltenen Räumen.

Beim Rundgang durch den Kindergarten mit  Leiterin Maren Tobjinski, Architekt und Bauleiter Andreas Klockow vom  Trossinger Architektenbüro Möller, Klockow und Partner sowie Ulrike Steinmann, Sachgebietsleiterin Hochbauamt der Stadt Trossingen, wird schnell klar – hier wurde ein Wohlfühlort für Kinder und Erzieherinnen geschaffen. Hell und freundlich und dennoch mit  heimeligem Charakter dank des hellen Holzes präsentiert sich das Foyer mit rund 70 Quadratmetern Fläche. Die Sanitäranlagen wurden erweitert, auch mit einem Behinderten-WC.  Aus den beiden Wohnungen der ehemaligen Leiterin und einer Auszubildenden wurden zwei Intensiv- und Förderräume, sowie ein Personalraum mit Teeküche und ein Wickelraum geschaffen. Die Kindergartenleiterin Maren Tobjinski hat jetzt ein neues zeitgemäßes Büro mit Blick auf den Eingangsbereich. Die Fläche der ehemaligen Küche wurde nahezu verdoppelt, dank des bestehenden Höhenunterschiedes mit 18 Zentimetern wurde die Küche raffiniert gestaltet, so dass sie mühelos für Erwachsene und für Kinder nutzbar ist. Sie hat eine offene Theke zum Essbereich hin, der allerdings noch nicht eingerichtet ist. Der Essbereich mit gut 50 Quadratmetern hat auch einen separaten Zugang. Das Sahnestückchen des Oberlin-Kindergartens ist zweifelsohne der neue Mehrzweckraum, der mit 73 Quadratmetern für Bewegung, Spiel und Veranstaltungen angebaut wurde und der durch eine mobile Wand vom Essbereich abgetrennt ist. Bei Bedarf kann diese Wand vollständig geöffnet werden und es entsteht eine großzügige Fläche für Elternabende, Familientag oder andere Veranstaltungen. Auch kann der Raum zum Garten hin mit zwei großen Schiebetüren barrierefrei geöffnet werden. Neben dem Mehrzweckraum wurden auch die Außenanlagenmit einer neuen Nestschaukel, und zwei neuen Gerätehäuschen für die Außenspielgeräte jetzt im August fertiggestellt. Der Neubau wurde als reine Holzkonstruktion erstellt. Die Wände bestehen aus massivem Brettsperrholz. Die Holzdecken sind Schallschutzdecken. Moderne dimmbare LED-Leuchten schaffen angenehme Lichtverhältnisse. Viel Tageslicht fällt durch die bodentiefen Dreischeiben-Verglasungen in die Räume, die außerdem für einen guten Wärmeschutz sorgen. Alle neuen Räume sind außerdem mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Vor jedem Gruppenraum gibt es eine überdachte Holzterrasse. Die dunkle Holzfassade besteht aus vorpatinierten Weißtanne-Latten. In Kürze werden noch die Verglasungen in den alten Gruppenräumen ausgetauscht,  während dieser Sanierungszeit können  die Kinder  in den neuen Mehrzweckraum ausweichen

Insgesamt bilden der fast 50jährige Bestandsbau und der neue Anbau eine gekonnt durchdachte Einheit, die Kindergartenkindern und Erzieherinnen über viele Jahre hinweg eine zweite Heimat zum Wohlfühlen bietet. Da dürfte auch die Missmut, die Mitte des vergangenen Jahres im Gemeinderat  über die gesteigerten Kosten aufgekommen ist, jetzt endgültig verflogen sein, auch wenn es sich bei der Gesamtinvestition für dieses entstandene Schmuckstück um eine stolze Summe handelt, nämlich um 1,55 Millionen Euro, denen 760.000 Euro an Zuschüssen aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes  gegenüber stehen, so dass sich der Eigenanteil der Stadt Trossingen auf insgesamt 790.000 Euro beläuft.

Info:  Im Jahr 2019 feiert der Johann-Friedrich-Oberlin-Kindergarten sein 50jähriges Bestehen. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wird auch die offizielle Einweihung der des Anbaus und der sanierten Räume gefeiert. Ein genauer Termin steht derzeit noch nicht fest.

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