Gefangen im Ämter- und Anwohnerstreit

Gefangen im Ämter- und Anwohnerstreit
So sehen auf dem Papier die Entwicklungs- und Erschließungspläne für das Gewerbegebiet Gänsäcker aus. Plan: Stadt
4. Dezember 2019

Die Unendliche Geschichte der Entwicklung des Gewerbegebiets Tuttlingen-Gänsäcker hat inzwischen gute Chancen in Sachen Zeitstrahl auch die fiktiven Abenteuer von Bastian Balthasar Bux in Michael Endes „Die Unendliche Geschichte“ zu übertreffen. Aktuelle Hauptrollen spielen in der Realität das Landesdenkmalamt und einige Bedenkenträger aus Möhringen. 

Möhringen – Um die Gemengelage rund um 13 Hektar potenziellen Neubaugebiets für Firmen aus dem Bereich der Medizintechnik zu verstehen, müsste man eigentlich vor rund 25 Jahren anfangen. Damals entstanden unter dem damaligen Bürgermeister Heinz-Jürgen Koloczek die ersten Ideen zur Entwicklung des Geländes. Mit seiner Wahl 2004 zum OB erbte der amtierende Amtsinhaber Michael Beck die Diskussionen und Bedenken von Anwohnern und Eigentümern gegen die Entwicklung des Geländes.

„Wir haben in den vergangenen zehn Jahren in vielen, vielen Einzelgesprächen Bürger und Eigentümer mitgenommen und jegliche Bedenken zerstreuen können, dass dort etwas anderes angesiedelt wird als Medizintechnik-Unternehmen“, so OB Beck.Nach den durch den Gemeinderat verabschiedeten Plänen geht es inzwischen auch nur noch um eine Entwicklungsfläche von 13 Hektar. Der aufgerufene Quadratmeterpreis ist durch die immensen Kosten für Erwerb und Erschließung auf 160 Euro pro Quadratmeter angestiegen.

Und würde die Stadt die rund 2,5 Millionen Euro, die das Landesdenkmalamt der Stadt für ihre Rettungsgrabungen auf dem Gelände in Rechnung stellen will, sowie die Kosten für eine Unterführung als Zuführung für Anwohner auf den Quadratmeterpreis aufschlagen – diese ist der Wunsch einer hartnäckigen Gegnerschaft aus dem Ortsrat - , hätten wohl auch die aktuell interessierten fünf Unternehmen schon längst abgewunken. 

„Aktuell sind wir im Gespräch mit dem Landesdenkmalamt über die Finanzierung deren Arbeiten und wollen den Anwohnern eine Ampelanlage vermitteln, die komplett vom Land finanziert wird“, erklärt Wirtschaftsförderer Simon Gröger. Doch genau wie Bastian Balthasar Bux lassen sich auch Beck und Gröger ihren Optimismus nicht nehmen und planen die nächsten Schritte für Ostern 2020. Sofern nicht noch ein faules Ei im Gänsecker-Korb landet.

Sven Krause 

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