Erfolgreiche Inklusion muss gelebt werden

28. März 2019
Die Inklusionsbeauftragten: Annette Koch-Vossler und Jörg Zwecker Foto: Sven Krause

Inklusion, die Teilhabe am gesellschaftlichen, sozialen und beruflichen Alltag für Menschen mit Handicap ist ein Grund- und Menschenrecht. Dennoch ist es in den Köpfen vieler Menschen noch nicht angekommen. Daher blickt das WOCHENBLATT in einer mehrteiligen Serie auf den aktuellen ist-Stand im Landkreis und stellt immer wieder einmal das ein oder andere Projekt vor, das stellvertretend für die ganzheitlichen Bemühungen steht.

Tuttlingen – Wo kann man bei einem Blick auf den gesamten Landkreis besser anfangen als im Landratsamt. Dort kümmern sich Wolfgang Hauser als Amtsleitung, Jörg Zwecker und Annette Koch-Vossler als Behinderten und Inklusionsbeauftrage hauptberuflich um die Belange der Menschen mit Handicap und ihre politische Vertetung. Viel mehr geht es Ihnen aber darum, das Bewusstsein aller zu schärfen und auf die Details zu lenken, die für viele Menschen mit Handicap ein Riesenproblem sein können. „Wir müssen in den Köpfen aller Menschen verankern, dass jeder das gleiche Recht hat ein Restaurant zu besuchen, einen Bus zu nutzen oder schwimmen zu gehen. Dabei braucht der ein oder andere eine bauliche Hilfestellung oder die Hilfe eines Anderen. Dies zu erleichtern, dass ist unser erstes, wichtigstes aber auch schwierigstes Ziel“, dass Amtsleiter Wolfgang Hause seine Arbeit.

So referierte Jörg Zwecker jüngst auf einer Fortbildungsveranstaltung für Architekten in Villingen. Darunter viele, die auch bei der Sanierung oder dem Neubau von öffentlichen Gebäuden involviert sind. „Viele davon haben sich im Rahmen dieser Fortbildung zum ersten Mal mit diesem Thema beschäftigt. Das ist nicht schön, aber besser jetzt als niemals“ erzählt Jörg Zwecker. Annette Koch-Vossler bereitet mit der Kunstthereapeutin Annette Rinnus die Veranstaltung „Farbenspiele“ im Bürgerhaus Denkingen vor. Vom 5. bis 12. April geht es im Rahmen einer Fotoausstellung und eines Filmabends um das Thema „Einzigartigkeit“.

Ein gelebtes, lebendiges Beispiel für Inklusion lieferte dieser Tage die Lebenshilfe und das Scala in Tuttlingen. Zum Auftakt der Schulkinowochen eroberte die Lebenshilfe mit insgesamt 240 Beschäftigten und Mitarbeitern das Kino. Gesponsert gesponsert von Geschäftsführer Martin ten Bosch.  

Dieses Arrangement innerhalb der Schulkinowochen funktionierte, vor allem auch der sozial sehr engagierten Nicole Leitner-Möhrle vom Scala, bereits zum zweiten Mal. Im Vorfeld des besonderen Vormittags für die gut 175 Menschen, die mit den verschiedensten Handicaps aber doch voller Lebensfreude durchs Leben gehen, drei Filme vom Werkstattrat, der ähnlich wie ein Betriebsrat, nur innerhalb einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung fungiert, ausgewählt und darüber abgestimmt. Das Rennen macht mit 200 Stimmen „Jim Knopf“ und mit 40 Stimmen der Film „Wunder“.

Beide Filme liefen dann in voller Länge an diesem Vormittag und nahmen die Menschen mit und ohne Hadicap mit auf eine Reise in eine Welt ohne Vorbehalte und Voruteile. Eine „ganz normale“ Welt eben.

Sven Krause

 

Inklusion – Was ist das eigentlich? Viele Menschen haben den Begriff schon gehört. Aber was genau steckt dahinter? Und was bedeutet Inklusion für jeden von uns persönlich?

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast. Jeder kann mitmachen. Zum Beispiel: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen in der Schule. Wenn jeder Mensch überall dabei sein kann, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit: Das ist Inklusion.

Gemeinsam verschieden sein

Wenn alle Menschen dabei sein können, ist es normal verschieden zu sein. Und alle haben etwas davon: Wenn es zum Beispiel weniger Treppen gibt, können Menschen mit Kinderwagen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung viel besser dabei sein. In einer inklusiven Welt sind alle Menschen offen für andere Ideen. Wenn du etwas nicht kennst, ist das nicht besser oder schlechter. Es ist normal! Jeder Mensch soll so akzeptiert werden, wie er oder sie ist.

Inklusion ist ein Menschenrecht

Jeder Mensch hat das Recht darauf, dabei zu sein. In der UN-Behindertenrechtskonvention ist das Recht auf Inklusion festgeschrieben. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist ein Vertrag, den viele Länder unterschrieben haben. Auch Deutschland. Doch Deutschland und die anderen Länder müssen noch viel dafür tun.

Inklusion für alle

Nur wenn viele Menschen mitmachen, kann Inklusion funktionieren. Jeder kann dabei helfen: Zum Beispiel in der Schule, im Sportverein, im Job, in der Freizeit, in der Familie. Je mehr wir über Inklusion wissen, desto weniger Angst haben wir davor. Keiner sagt dann mehr: Das geht nicht.(Quelle:Aktion Mensch)

 

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