„Ein sehr hoher Praxisbezug als Stärke“

„Ein sehr hoher Praxisbezug als Stärke“
Dr. Jürgen Häring war einer der Initiatoren und treibenden Kräfte hinter dem Industriestudium. Foto: Häring
30. Oktober 2019

Mitideengeber und Initiator Dr. Jürgen Häring von Anton Häring in Bubsheim sprach mit dem WOCHENBLATT über die Geschichte des Industriestudiums.

Wann und wie ist die Idee zum „Industriestudium“ entstanden?

Dr. Jürgen Häring: Die Idee zum Industriestudium ist Anfang 2018 im Rahmen der Überlegungen entstanden, wie wir zum einen den Nachwuchs in der Region Heuberg halten bzw. Nachwuchs für die Region begeistern können mit einem praxisorientierten Studium, das ihn fit macht für die Anforderungen des Arbeitsmarktes der Zukunft. Zum anderen war uns klar, dass wir auch unsere aktuellen Fachkräfte für die sich verändernden Aufgaben der Zukunft vorbereiten müssen. Einflussfaktoren wie die Digitalisierung, die Elektrifizierung der Mobilität und der Wettbewerb um Fachkräfte verändern ganze Industrien – und darauf wollen wir vorbereitet sein. Die Entwicklung erfolgte dann als Gemeinschaftsprojekt von Unternehmen aus der Region sowie der IHK, dem Hochschulcampus Tuttlingen, der HFU, der Erwin-Teufel-Schule Spaichingen und dem Cluster Zerspanungstechnik.

Was verbirgt sich dahinter?

Das Industriestudium und vor allem das Konzept des „Industrie-Campus“ heben praxisorientiertes Studieren auf ein ganz neues Level. Studierende machen in nur 4,5 Jahren ein Bachelor-Studium sowie eine IHK-Ausbildung und verdienen dabei auch noch Geld. Dank der „Industrie-Module“, die sie direkt in den Unternehmen belegen, machen sie schon während ihrer Studienzeit wertvolle Praxiserfahrung und bekommen Einblicke in verschiedene Betriebe – zum Beispiel in den Bereichen Maschinentechnologien, Maschinenvernetzung, digitalisierte Produktion oder Produktionsdatenanalyse; optional sind auch Auslandsaufenthalte möglich.

Was erhoffen Sie sich als Unternehmer davon?

Sowohl die Studierenden als auch die Unternehmen profitieren in besonderer Weise vom neuartigen Industriestudium. Als Unternehmer muss ich heute Fachkräfte für Prozesse von morgen ausbilden. Dies liegt an der hohen Geschwindigkeit, mit der sich Technologien, Kundenwünsche und Märkte verändern. Mit den Absolvent/-innen eines Industriestudiums haben wir Fachkräfte, die sehr flexibel auf neue Herausforderungen eingehen können. Diese Fähigkeit wird in Zukunft noch wichtiger sein als sie es heute ohnehin schon ist. Der starke Praxisbezug des Industriestudiums verschafft allen den Vorteil, dass Absolvent/-innen schon mit Praxiserfahrung ins Berufsleben starten – sie wissen also, was auf sie zukommt und Unternehmen können ihrerseits schneller auf ihr Können setzen. Für uns als Familienkonzern mit Standorten auf vier Kontinenten ist es dabei besonders wichtig, Fachkräfte für die vernetzte Fertigung von Präzisionsteilen im eigenen Haus ausbilden zu können.

Sven Krause

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