Die Kunst, aus weniger das Beste zu machen

18. April 2019
Blick in die Zukunft. Links der nunmehr unbebaute Bereich im westlichen Thiergarten. Im Osten sollen Einfamilienhäuser und Wohnhöfe entstehen. Plan: Stadt

Eigentlich war das Wohnprojekt Thiergarten deutlich größer dimensioniert, als die Variante, die nun der Planungsauschuss dem Gemeinderat zur Beratung und Entscheidung vorgelegt hat. Angesichts des Desinteresses vieler Grundstückseigentümer im Thiergarten, ihr brach liegendes Land für zukünftige Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen, musste jetzt umgeplant werden. Schwierig werden auch die Planungen, wenn es um zukünftigen Parkraum auf der Brunnenstraße, der Stuttgarter Straße und am TuWass geht.

Tuttlingen – Doch der Reihe nach. Seit gut 18 Monaten wurde mit den Grundstückseigentümern verhandelt, am vergangenen Donnerstag machte der Technische Ausschuss des Gemeinderates nun einen ersten, unvermeidlichen Schritt zu einer Kehrtwende: So soll die Planung des westlichen Teils des Gebiets nicht weiterlaufen. 

Weiterhin gebaut werden soll jetzt nur noch im Bereich östlich der Balinger und südlich der Rußbergstraße. Und das aus einem ganz einfachen Grund: „Wir haben bereits 25 Hektar an Baulücken im Stadtgebiet“, so Oberbürgermeister Michael Beck. Und diese würden entstehen, wenn sich die Stadt auf das seitens eines Anwalts einer Interessengemeinschaft eingebrachte gesetzliche Planungsverfahren einlassen würde. Und da es bei diesem keine Frist zur Bebauung gibt, könnten die Grundstücke wiederum jahrzehntelang für Enkel oder Urenkel unbebaut bleiben. Ganz abgesehen davon, dass diese inzwischen in München oder Frankfurt leben und dort ihre Zukunft sehen und keinerlei Interesse an Tuttlingen haben.

Im Bereich östlich der Rußbergstraße wird weiter geplant und so schnell wie möglich gebaut. Allerdings mit einigen Korrekturen. Da es in der City keinerlei Bauplätze für Einfamilienhäuser gibt, soll ein Teil der Fläche, auf der bisher Geschossbau vorgesehen waren, für zwölf Einfamilienhäuser reserviert werden. Die Wohnungsblöcke hin zur Rußbergstraße sowie nach Westen hin zum Quartiersplatz sollen dagegen wie geplant gebaut werden.  

Vor allem um die Schaffung dringend notwendigen Parkraums geht es in der Entwicklung der Oberen Vorstadt, für die es nun auch einen Zuschuss seitens des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 1,6 Millionen Euro gibt. So soll, und das wird das wohl am einfachsten umzusetzenden Projekt, hinter den neu entstandenen Wohnbauten der Wohnbau an der Stuttgarter Straße und der Mühlau-Sporthalle ein doppelgeschossiges Parkhaus für rund 150 Stellplätze entstehen.

Gleiches gilt auch für den Bereich zwischen Brunnenstraße und Uhlandstraße. Hier sollen nach dem Abriss der alten Sporthalle der Karlschule rund 300 Stellplätze bis 2021 entstehen. Und auch zwischen TuWass und Bahngelände sollen Parkmöglichkeiten im Geschossbau entstehen. Doch die Pläne dafür liegen aktuell erst noch beim TuWass-Architekten. Wann diese wirklich umgesetzt werden können, steht aktuell noch gar nicht fest.

Sven Krause

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