Der Professor und die Kinder

Der Professor und die Kinder
KARL STORZ-Chefin Dr. Sybill Storz im Gespräch mit Regionalwettbewerbsleiter Roland Renner. Links Moderatorin und Organisatorin Carmen Butsch Foto: WDB
28. Februar 2019

Ein Cocktailmixer, eine Futtermaschine für Katzen und ein neuartiges Baumaterial aus Milchsäure – beim regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ waren wieder erstaunliche Dinge zu sehen.

Tuttlingen – Doch nicht nur der technisch wenig beschlagene Journalist kann sich nur wundern, was die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren an Projekten ausgedacht und erarbeitet haben und in der vorigen Woche stolz zeigten. Auch die Experten von der Jury zeigten sich beeindruckt.Beispielsweise Armin Beck. Der Maschinenbau-Ingenieur und Geschäftsführer eines hochtechnischen Druckguss-Unternehmens ist seit über 20 Jahren Juror im Fachbereich Technik, seit Beginn 2014 beim Regionalwettbewerb in Tuttlingen dabei. Er hob die Freiheit hervor, die die Teilnehmer genießen – vom Thema über die Methode bis zur Präsentation gestalten sie ihr Projekt selber. Und sie arbeiten auch fachübergreifend. Beck war selbst Teilnehmer bei dem Wettbewerb und möchte gerne etwas zurückgeben: „Für Jugend forscht ist mir kein Weg zu weit!“  Ebenfalls im Fach Technik beurteilt Professor Dr. Peter Anders die Arbeiten. Er hob das Engagement der Lehrer hervor – und den Mut der Teilnehmer. „Sie fallen auch im Studium positiv auf“, hat der Gründungsdekan des Campus Tuttlingen  beobachtet.Sechs Juroren haben die 19 Arbeiten der Jugendlichen im Fachbereich Technik in Zweiergruppen beurteilt. Entschieden haben alle gemeinsam – „einstimmig, sonst wird weiter beraten.“ Schließlich kann es bei Experimenten passieren, dass sie mal nicht so gut klappen. Das soll die Ergebnisse aber nicht negativ beeinflussen.

Die Beliebtheit von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb für MINT-begeisterte Schüler ist auch in der Region Tuttlingen ungebrochen: Unter dem Motto „Frag nicht mich. Frag Dich!“ sind 129 Schülerinnen und Schüler dem Aufruf des Jugend forscht Regionalwettbewerbs Donau-Hegau gefolgt.

Sie haben sich mit insgesamt 65 Forschungsprojekten am Wettbewerb beteiligt, der auch in diesem Jahr unter der Patenschaft der Stadt Tuttlingen und KARL STORZ steht. Damit ergab sich gegenüber dem Vorjahr ein erfreulicher Zuwachs von zehn Teilnehmern und vier Projekten.

„Es ist unserem Unternehmen KARL STORZ eine große Freude, mit diesem Wettbewerb Kinder und Jugendliche zu fördern, die ihr Interesse an Technik und Naturwissenschaften kreativ und mit großer Eigeninitiative umsetzen. Jedes Jahr sind wir aufs Neue von der Vielfalt, der Freude am Lernen und der praktischen Relevanz der ausgestellten Jugend forscht Projekte begeistert“, sagte Geschäftsführer Karl-Christian Storz.

Geforscht wurde in den sieben Themengebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Die diesjährigen Projekte kommen von Schülerinnen und Schülern aus insgesamt sieben Landkreisen und reichen vom Rettungsgerät für Lawinenverschüttete über eine Wetterstation mit digitaler Datenverarbeitung bis hin zur Entwicklung eines alternativen Baustoffs aus dem 3D-Drucker, der zum schnellen und preiswerten Bau von Häusern genutzt werden soll. 

Diese und alle weiteren Projekte wurden am ersten Wettbewerbstag durch eine Jury mit 27 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Schule bewertet. Hierbei galt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Juroren von der wissenschaftlichen Exzellenz ihrer Arbeiten und den selbst gestalteten Ausstellungsständen zu überzeugen. Oberbürgermeister Michael Beck freut sich über die Rekordteilnahme: „Viele Herausforderungen der Zukunft – von der Mobilität bis zum Klimawandel – können wir nur durch neue und intelligente technische Entwicklungen lösen. Dabei sind wir auch auf die Forscher der Zukunft angewiesen – und hier bei „Jugend forscht“ bekommen sie ihr erstes großes Podium.“

Am Freitagvormittag wurden die Projektarbeiten dann der Öffentlichkeit präsentiert. Um 9 Uhr öffneten sich die Türen des KARL STORZ Besucherzentrums für interessierte Besucher, die sich selbst ein Bild vom Erfinder- und Ideenreichtum der Jungforscher machen wollten. 

Mit einer Feierstunde und Bekanntgabe der Siegerprojekte endete der abwechslungsreiche Wettbewerb am Freitagnachmittag im Beisein von Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verbänden in der Stadthalle Tuttlingen. Die jeweils Erstplatzierten qualifizierten sich zum Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ (Altersstufe 4. Klasse bis 14 Jahre) in Balingen sowie zum Landeswettbewerb „Jugend forscht“ (Altersstufe 14 bis 21 Jahren) in Fellbach.

Wolf-Dieter Bojus

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