Zukunft ungewiss

19. Juni 2019
Nach mehreren Schicksalsschlägen hat Karin Petelski alle Not, ihre fünfköpfi ge Familie über Wasser zu halten Foto: M. Kohler

Karin Petelski aus Möhringen ringt mit den Tränen. Ihr Mann ist schwer erkrankt, die Frau musste ums Krankengeld kämpfen, um die fünfköpfi ge Familie über Wasser halten zu können. Nun wurde der leidgeprüften Familie auch noch die Wohnung gekündigt.

Unlingen – Michael Petelski wurde Anfang März 2019 in die Klinik in Riedlingen eingeliefert, weil er sich sehr schlecht fühlte. Die Ursache für seine Beschwerden war nicht genau festzustellen, deshalb wurde er in die Uni Klinik Ulm verlegt. Hier gab es eine für das Ehepaar und die drei minderjährigen Kinder eine niederschmetternde Diagnose: Durch einen verschleppten Virus waren Lunge und Leber des Patienten so angegriffen, dass ihm nach Erkenntnis der Ärzte nur noch wenige Monate an Lebenszeit bleiben. Er wurde Anfang Mai aus der stationären Behandlung entlassen.

Und plötzlich stand die Familie auch ohne fi nanzielle Mittel da. Die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers war ausgelaufen, „Der Antrag auf Krankengeld wurde von der Krankenkasse zunächst abgelehnt“, berichtet Karin Petelsk. „Als Grund nannte die Kasse, dass mein Mann vor Jahren bedingt durch einen Arbeitsunfall, zu dessen Zeitraum er noch selbstständig war, Beitragsrückstände angehäuft habe.“ Die stotterte er ab, war aber im vergangenen Jahr gezwungen, die Rückzahlung stunden zu lassen, weil seine Frau infolge einer Tumor-Erkrankung arbeitslos wurde. Als Alleinverdiener seien Nachzahlungen nicht mehr möglich gewesen. Im Januar 2018 war der Familie Anspruch auf Wohngeld vom Sozialamt festgestellt und bewilligt worden.

Rathaus hilft

Bei der Gemeinde Unlingen stellte Karin Petelski für ihren Mann einen Antrag auf Behindertenausweis und beantragte eine Pfl egestufe und Krankengeld ab Mitte April, dem Ende der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Die einzigen Einkünfte waren bis vor wenigen Tagen das Wohn- und das Kindergeld. Die Pfl egestufe ist noch nicht bewilligt, ein Behindertenausweis wurde noch nicht ausgestellt. Karin Petelski ist aber voll des Lobes über die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Unlinger Rathaus-Mitarbeiter: „Die haben mir geholfen, wo sie nur konnten.“ Die Kasse forderte am 8. Mai vom Sozialamt eine Bedürftigkeitsprüfung an. Die Bescheinigung erhielt die Kasse Ende Mai. Dazwischen führte Karin Petelski viele Telefonate mit der Kasse und schaltete schließlich sogar einen Anwalt ein. Mittlerweile hat die Kasse rückwirkend ab dem 1. Mai Krankengeld bewilligt. Die Zeit zwischen dem Ende der Lohnfortzahlung und dem 1. Mai ist aber noch offen. Dies trifft die Familie hart, da sie mit jedem Cent rechnen muss.

Und nun erhielt die Familie nun auch noch die Kündigung der Wohnung. Karin Petelski hatte die Vermieterin auf die schwierige Gesamtsituation hingewiesen. Bei der Mietzahlung kam es in der Folge tatsächlich zu einem Zahlungsverzug von zwei Monaten. Nun hat die Familie die Kündigung des Mietvertrages. Wie es weitergeht, ist noch offen. Karin Petelski und ihre Familie stehen vor einer völlig ungewissen, sicher sehr schweren Zukunft.

Maximilian Kohler

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