Planungen drehen sich im Kreis

Planungen drehen sich im Kreis
Unstimmigkeiten gibt‘s über die Zukunft des Krankenhauses Foto: Maximilian Kohler
13. August 2019

Zwischen Sana, Landkreis,  Stadtverwaltung und der Bürgerinitiative (BI) herrscht Unstimmigkeit, wie das geplante Gesundheitszentrum umgesetzt werden soll. Sana und der Landkreis zeigen sich über eine Ertüchtigung des bestehenden Krankenhausaltbaus überrascht.  Der Landkreis hatte mit seiner Platzbedarfsanmeldung für die Kreisberufsschule für das Aus der weit fortgeschrittenen Neubauplanungen gesorgt.

Riedlingen – Durch einen aktuellen Pressebericht wurden Differenzen bei der Realisierung des Gesundheitszentrums deutlich. Sana und Landkreis reagierten auf Vorwürfe der BI (das WOCHENBLATT berichtete) und machten deutlich, dass sie in keine Betreibergesellschaft für das Gesundheitszentrum eintreten möchten. 

Sana und Landkreis stellen, so die Berichterstattung, fest, dass sich die Entwicklung in Riedlingen drei Jahre lang ohne nennenswerte Fortschritte im Kreis gedreht habe. Ein Grund für das WOCHENBLATT, die Ereignisse und Planungsfortschritte, die auch der Kreisverwaltung zur Weiterleitung an die Kreisräte zugänglich gemacht wurden, nochmals zu skizzieren:

Die Stadt Riedlingen projektierte Anfang 2018 den Neubau eines Ärztehauses im Bereich der Parkplätze beim Schwesternwohnheim. Diese Planung wurde in Abstimmung mit dem Landkreis Biberach, Sana und der St.-Elisabeth-Stiftung bis zum Sommer verfeinert. Sana meldete einen Flächenbedarf für ein mögliches Bettenhaus unter dem Vorbehalt der ambulanten Probezeit an. Für die ambulante internistische Facharztpraxis wurde von Sana ebenfalls Flächenbedarf angemeldet. Der städtebauliche Entwurf sah auch einen Neubau der St.-Elisabeth-Stiftung sowie den Neubau einer lokalen Bäckerei mit Café an der B 312 vor.

Im Frühsommer 2018 wurden diese Planungen mit Ralf Miller (damaliger Kreiskämmerer) abgestimmt, sie sollten nach der Sommerpause dem Gemeinde- und Kreisrat vorgestellt werden. Im September kam es jedoch zu einer unerwarteten Wende. Miller wies auf den notwendigen Platzbedarf für die weitere Entwicklung der Beruflichen Schule hin. Damit war das Aus für die bis dorthin betriebenen Neubauplanungen besiegelt, die Nutzung des Krankenhausaltbaus rückte in den Fokus der Überlegungen. Die Architekten der Stadt Riedlingen untersuchten nun parallel zur St.-Elisabeth-Stiftung, ob ein Umbau und eine Modernisierung des Altbaus grundsätzlich in Frage kommen.

Im Dezember 2018 und Januar 2019 fanden auf Basis der vorgenommenen Untersuchungen Abstimmungsgespräche mit allen Beteiligten statt. Als Ergebnis der Gespräche sollte das Stadtbauamt nach entsprechenden Angaben der Arztpraxen das Grobkonzept für den Umbau des Krankenhausaltbaus erstellen. Sana und die St. Elisabeth-Stiftung lehnten ein weiteres Engagement beim Krankenhausaltbau, sowie eine Teilhabe an einer Betreibergesellschaft ab. 

Die St.-Elisabeth-Stiftung signalisierte lediglich ihr Interesse, die betreuten Seniorenwohnungen in den oberen Stockwerken vom Pflegeheim aus zu versorgen. Die seit Januar 2018 von der Stadt vorgesehene gewerbliche Ansiedlung an der Bundesstraße wurde von den Projektpartnern im Dezember 2018 schließlich doch abgelehnt. 

Die Stadt hatte bis dahin für die Bäckerei mehre Tausend Euro Lärmschutz- und Artenschutzgutachten ausgegeben. Der Investor suchte inzwischen vergeblich einen anderen Standort. Aufgrund der positiven Fachgutachten möchte er jedoch am Krankenhaus einen neuen Versuch wagen. Sana stellte klar, dass während einer Baumaßnahme zwischen 30 und 40 Betten zur Verfügung stehen müssten. Sollte die Probezeit erfolgreich verlaufen und eine langfristige Bindung erfolgen, wären 50 bis 55 Betten erforderlich. Sana sieht weder in der Nutzung der Betten während der Bauzeit, noch eine dauerhafte Belegung im Altbau als sinnvoll an.

Das aktuelle Planungskonzept der Sadt sowie der Bebauungsplan sehen deshalb einen Neubau vor. Neben der Umnutzung des Altbaus zum Ärztehaus und des Seniorenparks wird auch eine Neubaufläche für das Bettenhaus von Sana geplant.

Die Vorentwürfe für den modernisierten Altbau werden noch im August den Praxen, den Gremien und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt. Aktuell haben elf Arztpraxen, das ZfP sowie der Betreiber der Cafeteria ihren Bedarf angemeldet. 

Maximilian Kohler

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren