Landwirte vorsichtig optimistisch

22. August 2019
Die große Hitze im Juni und Juli sorgte für eine frühzeitige Reifung vieler Feldfrüchte. Dennoch wird die Ernte 2019, ersten Prognosen zufolge, zufriedenstellende Ergebnisse bringen Bild: Rainer Buck

Letzte Woche fand auf dem Betrieb von Rainer Buck in Altheim bei Riedlingen das Erntepressegespräch des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen statt. Mit der bisherigen Ernte sind die Landwirte zufrieden, Sorgen bereitet ihnen aber die öffentliche Wahrnehmung und ständigen Schuldzuweisungen beim Umwelt- und Artenschutz.

Altheim – Kreisobmann Gerhard Glaser sprach seinen Landwirten ein großes Lob aus: „Sie sind wahre Meister im Bewältigen von Widrigkeiten. Sie trotzen den Wetterkapriolen und engagieren sich für Artenvielfalt mit Fruchtfolge, Blühstreifen und nun auch Blütenpatenschaften.“ Glaser konnte von einem sehr guten Braugerstenjahr berichten. Nachwirkungen hatte das zu trockene Vorjahr, da die Niederschläge im Herbst und Winter den Wassermangel nicht ganz beseitigen konnten. Die Hitze im Juni und Juli sorgten, so Glaser, für eine zu schnelle Reife der Bestände. Die anschließende Wetterphase mit regional unterschiedlichen Gewittern und Regenfällen, beeinträchtigten die Ernte teils massiv. Sorge bereitet das noch draußen stehende Getreide. „Wer jetzt das dreschreife Getreide witterungsbedingt nicht eingefahren bekommt, muss mit Qualitätseinbußen rechnen“.

Die Einkommenssituation der Landwirte ist angespannt. „Das Preisniveau liegt infl ationsbereinigt auf dem des Jahres 1993“, so Glaser. Auf die Lebensmittelpreise habe dies jedoch keinen Einfl uss. „Die Verbraucher können sich auf weiterhin günstige Preise freuen, sogar unsere Ertragseinbrüche im Vorjahr haben sich kaum auf das Preisniveau ausgewirkt.“

Sorgenvoll betrachtet er die mediale Begleitung der Landwirte. „Es gibt nicht die eine Landwirtschaft und Bad Grönenbach ist nicht überall“, betonte Glaser angesichts der aktuellen Hiobsbotschaften. Glaser beklagte sich, dass bei den Landwirten der Eindruck entstanden sei, dass ihr Berufsstand nichts richtig, sondern alles falsch mache.

Kritisch setzte er sich mit dem Umgang zum Tierwohl in Osteuropa und dem jüngst geschlossenen Fleischlieferabkommen mit den USA auseinander: „Dort herrschen andere, deutlich schlechtere Standards, als bei uns!“ Glaser rief die Verbraucher zu konsequentem Verhalten auf: „Es genügt nicht, von uns Landwirten alles Mögliche zu fordern, selbst aber mit dem SUV zum Supermarkt zu fahren, um dort Schnitzel für 3,99 Euro/Kilogramm zu kaufen.“

Der Betrieb Rainer Buck:
Drei Arbeitskräfte - 150 Hektar
Ackerbau - Schweinemast 550
Mastplätze = Standard
zwischen Bio und konventioneller
Tierhaltung (doppelt so
großer Platz für die Tiere) - 10
Hektar Grünland - Ackerbau =
Gerste, Erbsen, Soja für die
Tierfütterung – Raps =
Lieferung an Ölmühle in der
Region – Weizen = Export in
die Schweiz – 5 bis
10 ha jährliche
Flächenstilllegung

Maximilian Kohler

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