Koch dich indisch – aber auf deutsch

5. April 2019
Die Kursteilnehmer gehen Anjali bei der Zubereitung von indischem Blumenkohlcurry zur Hand. Foto: Laura Hummler

Anjali Chaurasiya kommt aus Mittelindien und lebt seit acht Jahren in Deutschland. Vor drei Jahren ist sie nach Biberach gezogen und hat sofort durchschaut, was uns hier im Süden noch fehlt: die indische Küche.

Bad Buchau – Anfangs hat sie nur ihrer Mutter beim Kochen über die Schulter gesehen. Doch mit der Zeit hat Anjali Chaurasiya in vielen indischen Städten gelebt, viele Menschen kennen gelernt und sich viele Rezepte sowie Tipps abgeschaut. Diese gibt sie jetzt hier in Deutschland, genauer gesagt bei uns in Biberach und Umgebung weiter.

Die Wahlbiberacherin gibt über die Volkshochschule  Oberschwaben regelmäßig indisch vegetarische Kochkurse, manchmal auch auf Englisch. Das WOCHENBLATT hat einen Kurs bei der sympathischen Kochliebhaberin besucht und so einiges gelernt. 

Kulturelle Abstecher

Die Teilnehmer kommen aus verschiedensten Gründen. Einer von ihnen möchte zum Beispiel gerne lernen, wie er seinen Sohn in Zukunft überraschen kann, wenn dieser zu Besuch ist. „Er ist Vegetarier und ich bin immer total ratlos, was ich ihm kochen könnte. Deshalb bin ich dringend auf der Suche nach Inspirationen“, meint er im Vorfeld. Während des Kochens macht sie auch immer wieder kurze Abstecher in die indische Kultur, sei es in religiöser oder medizinischer Sicht. Dass zum Beispiel Ayurveda, was bei uns als Medizin gilt, ein großer Bestandteil ihrer Küche ist, erzählt sie ganz einfach nebenbei. „Deshalb wird das Essen, das wir heute kochen, nicht nur lecker, sondern auch gesund!“

Schnell fällt auf: Anjali benutzt zum Kochen fast ausschließlich deutsche Zutaten oder zumindest solche, die in Deutschland leicht erhältlich sind. Das besondere bei der indischen Küche sind nämlich die Gewürze. Die bringen erst so richtig Schwung in den Kochtopf: „Ohne Gewürze geht bei uns in der Küche gar nichts. Sie sind die ‚Wirbelsäule des Kochens‘, erklärt Anjali. Zu den typisch indischen Gewürzen zählen Koriander, schwarze Senfkörner, Kurkuma, Fenchel, Königskümmel und Kreuzkümmel, aber auch Muskatnussschalen, Lorbeeren, Zimtstangen und Kardamom.

Anjali hat einen wichtigen Tipp für den Reis: diesen vor dem Kochen immer erst gründlich in einer Schüssel reinigen – und zwar am besten mehrmals. Als Maß für den Reis nimmt sie ganz einfach ihre Hände: Zwei Hände Reis ergeben am Ende eine Portion für eine Person.

Beim Kauf ihrer Produkte achtet Anjali übrigens immer auf Bio-Qualität und darauf, dass es sich um Fairtrade-Produkte handelt. Ihre ayurvedischen Fairtrade-Gewürze bekommt sie aus Berlin geliefert – und verkauft diese auch an die Teilnehmer. Unter der Nummer v 0176/61818435 können Sie Anjali erreichen, wenn auch Sie Lust auf leckere indische Gewürze bekommen haben.

 

Rezept für Blumenkohlcurry

Zutaten:

1 Paprika (rot/grün/gelb)
700 Gramm Blumenkohl
5 große Tomaten, gewürfelt
2 rote Zwiebeln, gewürfelt
2 Knoblauchzehen, gehackt
1 Fingerspitze Ingwer
1 Dose passierte Tomaten
2 Esslöffel Öl und Butter
jeweils2 Esslöffel Apfel- oder Fruchtmus
2 Esslöffel Cashewkerne/ Erdnüsse/ Mandeln
100ml Schlagsahne/ Kokosmilch
Sonnenblumenöl

Gewürze: Salz, Schwarzer Pfeffer, Kreuzkümmel, ein getrocknetes Lorbeerblatt, eine rote Chilischote, eine Zimtstange, drei bis vier Nelken, ein halber Bund gehackter Koriander, ein Teelöffel Kurkuma und Korianderpulver, eine Prise Garam Masala

Zubereitung:

1. Den Blumenkohl waschen und in mundgerechte Röschen zerkleinern. Die Paprika würfeln und mit den Blumenkohlröschen auf einem Backblech mit Sonnenblumenöl, Salz und Kurkumapulver marinieren. Das Ganze kommt bei 170 Grad für 30 Minuten in den Ofen, bis der Blumenkohl eine gelbliche Farbe annimmt. Solange Schritt 2 und 3 vornehmen. 

2. Mit einem Stabmixer Zwiebeln, Ingwer Knoblauch und später die Nüsse fein pürieren. Zusammen mit der gehackten Chilischote, Kreuzkümmel, dem Lorbeerblatt, der Zimtstange, den Nelken und dem schwarzen Pfeffer in Öl und Butter anbraten, bis alles leicht braun ist. Die gewürfelten und  passierten Tomaten, Apfelmus, Kurkuma und Koriander Pulver und etwas Salz hinzugeben und mit anbraten. Anjalis Tipp: am besten alles einige Stunden auf dem Herd köcheln lassen, so wird der Geschmack noch intensiver.

3. Das Ganze mit Wasser ablöschen und etwa 10 Minuten auf mittlerer Hitze weiter köcheln lassen. Anschließend die Schlagsahne oder Kokosmilch hinzugeben und weiter köcheln lassen. Das gebackene Gemüse hinzugeben und unterrühren. Circa 10 Minuten mitkochen lassen. 

4. Am Ende Garam Masala, 1 El Butter und den gehackten Koriander hinzufügen und nach Belieben Salzen. Wer nicht gerne scharf isst, kann die Garam Masala und die Chilischote weglassen oder einfach mehr Schlagsahne oder Kokosmilch hinzugeben. Hierzu Reis servieren.

Laura Hummler

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