Kanzach – wegen eines Streits getauft

Kanzach – wegen eines Streits getauft
Rudolf Obert hat es schriftlich: Kanzach ist 850 Jahre alt Foto: Laura Hummler
14. März 2019

Am westlichen Federseeried ist eine kleine Gemeinde vor allem für ihre Bachritterburg bekannt. Kanzach gibt es  nicht erst seit gestern. Am 10. März des Jahres 1169 wurde die Ortschaft zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das ergibt stolze 850 Jahre. Anlässlich dieses Jubiläums blickten Bürgermeister Erwin Hölz und der ehemalige Bürgermeister Rudolf Obert auf die 850-jährige Geschichte von Kanzach zurück und weihten am Sonntag feierlich das Jubiläumslogo ein.

In 850 Jahren hat sich im Ort so einiges zugetragen. „Das Wetter heute vor 850 Jahren war jedenfalls genau gleich bescheiden“, scherzte Obert zu Beginn. Die 850-Jahre-Fahne musste in einer Regenunterbrechung bei Sturm gehisst werden. Die erstmalige Erwähnung Kanzachs 1169 im Urkundenbuch des Klosters Salem geht auf eine Streitigkeit um eine Kirche in Walpersweiler bei Stockach zurück. Bei der Verhandlung waren Bernhard und sein Sohn Ortolf von Kanzach als Zeugen genannt, womit die Existenz Kanzachs belegt ist.

Ob Kanzach aber nun tatsächlich seit 850 Jahren unter diesem Namen existiert, habe man zunächst gründlich recherchieren müssen, so Obert. Feuersteinfunde aus dem Jahr 800 vor Christus beim Seelenhof haben ergeben, dass Menschen wohl schon seit der mittleren Steinzeit um die Kanzacher Gegend herum angesiedelt waren.

Das Jubiläumslogo verbildlicht geschichtliche Aspekte des Dorfes symbolisch: das blaue Mühlrad erinnert an die Kanzacher Mühlen, die es im Dorf ab dem Jahr 1345 gab. Vor dem Mühlrad ist ein rotes Kreuz abgebildet, das Adelindiskreuz. Es stellt den Teil aus Kanzachs Geschichte dar, als die Gemeinde unter der Schirmherrschaft des Buchauer Stifts stand. Die blauen Wellenlinien versinnbildlichen den Fluss Kanzach.

Laura Hummler

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