Lust auf Bier
Empfehlung

16. August 2018
Auch der oberste Biertrinker des Landes gratulierte der Schussenrieder Brauerei mit Braumeister Oliver Kurth (l.) und Brauereichef Michael Ott (r.) zur Goldmedaille im Weltcup der Biere Schussenrieder

Die Hitzeperiode der vergangenen  Wochen hat sich positiv auf den Absatz von Bier, Mischgetränken und Sprudel ausgewirkt. Wir fragten bei einigen Brauereien und einem Getränkefachhändler der Region Riedlingen nach, welche Getränke besonders nachgefragt waren und vor welche Probleme sie bei der Versorgung der Kundschaft gestellt wurden.•

Franz Weisser von der Berg Brauerei (Ehingen-Berg) ist zufrieden mit dem Umsatz: „Wir spüren immer mehr, dass sich der Verbraucher sein passendes Bier aus unserem Sortiment raussucht. Neben dem Ulrichsbier, Berg Original Hell und Berg Hefeweizen haben auch das Bräumeister-Pils und das Berg 3-Korn Hefeweizen ihre Anhänger“, beschreibt Weisser die Nachfrage der Verbraucher.Produktions- oder Lieferengpässe gab es bei der Berg Brauerei nicht. „Der gute Bierabsatz sorgte allerdings zeitweise für einen Engpass beim Leergut“, so Weisser. Da die Brauerei mit 36 Landwirten der Region zusammenarbeitet, die einen höheren Abnahmepreis erhalten, sieht Weisser kein Problem bei der Versorgung mit dem Rohstoff Gerste.• Thomas Blank („Blank‘s Brauerei“, Zwiefaltendorf) denkt nicht, dass nur die Hitze für einen höheren Bierabsatz verantwortlich ist: „Ich glaube eher, dass unheimlich viele Menschen die Ferien mittlerweile im Ländle verbringen. Die Leute interessieren sich wieder mehr für unsere schöne Gegend, sitzen gerne in der hiesigen Gastronomie zusammen und genießen ein frisches Bier.“ Die Renner sind die Sorten Naturtrübes, Edelbier und speziell im Sommer das Hefeweizen. Sehr gut lief, so Blank, der Absatz von Most, der jedoch auf Grund der niedrigen Ernte 2017 bereits ausverkauft ist. Probleme gab es nur beim Verkauf von Fünf-Liter-Fässchen, weil auch Urlaubsgäste aus dem Ausland, größere Mengen mit nach Hause nehmen.• Jürgen Ott, Senior-Chef der Schussenrieder Brauerei: „Selbstverständlich hat sich diese Hitzeperiode positiv auf unsere Umsätze ausgewirkt! Wir rechnen mit einem Plus von mindestens fünf Prozent gegenüber dem letzten Jahr. Die Renner der letzten Wochen waren das Schussenrieder Radler naturtrüb, Ott Spezial nach dem sensationellen Gewinn der Goldmedaille im Weltcup der Biere, und natürlich die gesamte Riege der alkoholfreien Getränke. Probleme in der Produktion und der Belieferung gab es, so Ott, zu keiner Zeit. Als Gründe führt er an, dass bei Schussenrieder wegen der hohen Lagerkapazität stets auf einen Sommerbedarf reagiert werden kann. „Fertiges und gut gelagertes Bier konnte jederzeit aus den Tanks abgerufen werden. Unsere alkoholfreien Getränke wurden uns von unseren Lieferanten in stets ausreichender Menge geliefert, so waren wir auf erhöhte Mengenanforderungen für längere, heiße Sommertage gut vorbereitet“.Keine Probleme bereitete die Leergutversorgung: „Wir haben im Winter einen großen Stock angeschafft, wir konnten alle Sorten abfüllen“.• Peter Baader, Geschäftsführer von Zwiefalter Klosterbräu,  ist zufrieden: „Erfreulicherweise konnten wir in den vergangenen Wochen eine gesteigerte Nachfrage nach unseren Brauspezialitäten und Frischgetränken feststellen. Gerade unsere Mischgetränke wie unsere Radler-Familie mit Natur/Süß und Saurem Radler sind bei diesen schönen Sommertemperaturen besonders gefragt.“Problematisch war nur die Versorgung mit Leergut. „Leider ließ uns ein Flaschenhändler im April im Stich, weshalb wir im Mai und Juni nicht bei allen Radler-Sorten lieferfähig waren. Durch das gute Netzwerk meines Braumeisters Stefan Aschenbrenner konnten wir diesen Mangel jedoch schnell beheben“, erklärt Baader, dem der geringe Pfandsatz von lediglich acht Cent für die Mehrwegflasche Kopfzerbrechen bereitet: „Der Anschaffungspreis ist höher als der Pfandsatz und der Schwund am Markt ist enorm. Wichtig wäre, dass die Konsumenten das Leergut in den Bierkästen zurückzugeben.“ Was die Rohstoffpreise angeht, rechnet Baader mit Preissteigerungen in den nächsten Jahren.• Karl-Heinz Zimmermann (Getränkevertrieb Ebersbach-Musbach) berichtet von einer enormen, hitzebedingten Belastung seiner Mitarbeiter: „Weil meine Mitarbeiter die vielen Kisten und Fässer von Hand an den Mann bringen müssen, tut ihnen oft jede Kiste weh, die sie in die Keller der Kunden bringen. Wir als Familienbetrieb sind sehr dankbar und schätzen dies, denn meine Mitarbeiter vollbringen derzeit körperliche Hochleistungen.“ Zimmermann berichtet, dass in der Hitzeperiode Mineralwasser, Natur Radler, Radler Sauer und andere Biermischgetränke sowie mit steigender Tendenz Helles Bier gut abverkauft wurden. Beliebte Sorten sind dabei fertig gemixte Apfel-Kirsch-Schorle, Apfel-Cassis-Schorle, Apfel-Limetten-Schorle, Johannisbeer-Schorle und natürlich die naturtrübe Apfelschorle.Zimmermann kennt die Gründe für Lieferengpässe beim Leergut genau: „Viele Brauereien haben eigene Flaschen mit verschiedenen Formen. Wenn dann Urlaubszeit ist und Kisten bleiben im Keller stehen, fehlen diese natürlich den Brauereien zum wieder abfüllen. Nachbestellungen von Flaschen und Kisten bei den Herstellern dauern bis zu sechs Monaten. "Die Belieferung von privaten Festen ist eine Herausforderung , so Zimmermann: „Fest-Inventar wie Biergarnituren, Zapfgeräte, Stehtische, Kühlschränke, Kühlhänger oder Gläser könnten wir Tag und Nacht ausliefern, leider fehlt hierzu geeignetes Personal, da unser Tagesgeschäft mit der Belieferung der Gastronomie und den Endverbrauchern Vorrang hat.“ Er betont aber auch: „Zimmermann liefert. Das ist unser Werbespruch - und das bei jeder Witterung."

M. Kohler

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