Es wird nicht billiger

Es wird nicht billiger
Anderswo wird das Futter knapp. Das drückt hier noch nicht entscheidend auf die Preise pexels
23. August 2018

Die Dürreschäden in der Landwirtschaft haben im Norden und Osten Deutschlands zu Notschlachtungen bei Rindern und sinkenden Fleischpreisen geführt. In unserer Region ist das aber kein Thema, erklärten Experten auf WOCHENBLATT-Nachfrage: Ein Absturz der Preise in der Metzgerei sei nicht in Sicht. 

Die Nachrichten über Notschlachtungen führten bei so manchen Verbrauchern zur Frage, ob nun die Fleischpreise an der Ladentheke sinken.  Matthias Kohlmüller, Bereichsleiter Fleischwirtschaft bei der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft in Bonn, beobachtet den deutschen Markt: „Bundesweit wurden im Juli 20 Prozent mehr Kühe geschlachtet als im Vorjahr. Die Folge ist ein noch nie dagewesener Preisrutsch um 40 Cent je Kilo Schlachtgewicht“, beschreibt Kohlmüller die missliche Preissituation bei den Erzeugern. Grund ist der Mais, ein wichtiges Grobfutter in der Rinderhaltung. Er droht in großen Teilen der Republik zu verwelken. In Baden-Württemberg stellt sich die Lage jedoch anders dar, sagt Geschäftsführer Ulrich Klostermann vom Landesinnungsverband Fleischereihandwerk: „Da im Süden noch keine Notschlachtungen notwendig waren, sind die Preise noch stabil, die Notschlachtungen im Norden und Osten der Republik haben bisher keine Auswirkungen auf den regionalen Markt." Etwas differenzierter schildert Johann Bendel, Geschäftsstellenleiter Schlachtvieh bei der Viehzentrale Südwest in Bad Waldsee, die Lage. „Bei den Preisen für Bullen liegen wir sogar leicht höher als im Vorjahr“. Er räumt aber ein, dass der vom Markt ausgeübte Preisdruck zu einem Rückgang der Erzeugerpreise von bis zu 15 Prozent führte. „Ich sehe aber Licht am Ende des Tunnels“, gibt sich Bendel optimistisch. „Die Preise ziehen wieder an, es riecht nach Erholung.“              M. Kohler

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