Entwicklungen Sana Kliniken Landkreis Biberach

Entwicklungen Sana Kliniken Landkreis Biberach
Stelllungnahme der Sana-Kliniken Landkreis Biberach GmbH - Im Bild das Krankenhaus Riedlingen Bild: Kohler
28. Oktober 2019

Stelllungnahme der Sana-Kliniken Landkreis Biberach GmbH.

Um eine langfristige, flächendeckende Sicherstellung und Verbesserung der patienten- und bedarfsgerechten stationären Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, wird das medizinische Konzept, das die Sana Kliniken und der Landkreis Biberach im Jahr 2012 beschlossen haben, weiterentwickelt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass eine leistungsfähige, wirtschaftlich gesicherte und eigenverantwortlich wirtschaftende Gesellschaft die medizinische Versorgung im Landkreis sicherstellt.

Nach Angaben des Regionalgeschäftsführers der Sana Kliniken AG, Andreas Ruland, ist nach derzeitiger Planung die Inbetriebnahme des neuen Biberacher Zentralkrankenhauses am Hauderboschen für das letzte Quartal 2020 geplant. „Die Vorbereitungen hierfür beginnen bereits im 3. Quartal 2020. In diesem Kontext sind die ablösenden Strukturen für den Außenstandort Riedlingen zu sehen, die voraussichtlich zum 30. Juni 2020 abgeschlossen sein werden und letztlich zur Aufgabe der bisherigen stationären Versorgung führen. Die vorhandenen ambulanten bedarfsgerechten medizinischen Versorgungsangebote werden konsequent weiterentwickelt und stehen weiterhin am Außenstandort Riedlingen zur Verfügung“, sagte Andreas Ruland.

Er verwies darauf, dass mit dem Klinikneubau samt Ärztezentrum auf dem zukünftigen Gesundheitscampus am Hauderboschen eine hochqualitative, mit den ambulanten Versorgungspartnern eng vernetzte und medizintechnologisch innovative Patientenversorgung für alle Bürger des Landkreises realisiert werde. Zukunftsweisende Medizinkonzepte, ein breites Leistungsspektrum sowie eine optimale bauorganisatorische Anordnung der einzelnen Fach- und Funktionsbereiche erhöhen dabei nicht nur den Komfort für die Patienten, sondern schaffen gleichzeitig attraktive Arbeitsbedingungen für die Klinikmitarbeiter. Der Gesundheitscampus wird verschiedenste Teilbereiche der Medizin an einem Standort vereinen und in seiner Form einmalig in der Region sein. „Für die Patienten bedeutet dies eine medizinische Versorgung aus einer Hand – von der ambulanten Vorstellung über die stationäre bzw. ambulante Behandlung bis zur Nachsorge“, betonte Ruland. „Geplant wird außerdem eine Verlagerung der medizinischen und therapeutischen Kompetenzen der Neurologischen Fachklinik in Dietenbronn nach Biberach nach der Inbetriebnahme des Neubaus.“

In Laupheim wiederum wird in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis Biberach ein Zentrum für Älterenmedizin etabliert. Hier soll neben einer rein internistischen Hauptabteilung mit 30 Betten eine geriatrische Rehabilitation mit 50 Betten verwirklicht werden. „In Verbindung mit dem Wohnparkkonzept der St. Elisabeth Stiftung, mit zahlreichen Pflegeheimplätzen sowie Einheiten für betreutes Wohnen und Kurzzeitpflegeplätze, wird es uns ermöglicht, ein Spektrum von der Pflege über die Behandlung bis hin zu einer Rehabilitation anzubieten, so dass alle notwendigen Belange der Bevölkerung umfassend abgebildet werden können“, sagte der Regionalgeschäftsführer.

Am Außenstandort Riedlingen gestaltet sich eine tragfähige Vorhaltung stationärer Versorgungsangebote jedoch zunehmend problematischer: „Wir haben in den vergangenen Jahren mit sehr großem Aufwand daran gearbeitet, den stationären Betrieb in Riedlingen aufrecht zu erhalten. Dabei müssen wir leider seit vielen Jahren eine sinkende Auslastung im stationären Bereich des Krankenhausstandortes feststellen“, erläuterte Ruland. Allein seit 2016 wird ein Rückgang von über 40 Prozent verzeichnet – ein Trend, der bundesweit zu beobachten ist. Offensichtlich nehmen die Patienten das Angebot einer dezentralen stationären Versorgungsleistung in Form der Grundversorgung immer seltener in Anspruch und orientieren sich stattdessen an Kliniken, die ein breiteres medizinisches Versorgungsspektrum gewährleisten. Aufgrund der nicht vorgesehenen Spezialisierung und Versorgungstiefe, sowie fehlender fachlicher Weiterbildungsmöglichkeiten, gelingt es in Zeiten des medizinisch und pflegerischen Fachkräftemangels am heutigen Arbeitsmarkt nicht, genügend qualifizierte Fachkräfte für den Außenstandort Riedlingen zu gewinnen.

„Zudem müssen wir feststellen, dass Krankenhausstandorte mit fehlender Größe und Spezialisierung im Besonderen durch die gesetzgeberischen Vorgaben der vergangenen Jahre benachteiligt werden. Zunehmende Strukturvorgaben wie Pflegepersonaluntergrenzen, Mindestmengenvorgaben oder Vergütungsabschläge in der Notfallversorgung, sowie die Ausgliederung der Pflege aus dem DRG-System und die damit verbundene fehlende Refinanzierung, machen den Betrieb von kleinen Einrichtungen wie Riedlingen strukturell hochproblematisch“, so Ruland weiter. „Im Hinblick auf diese kritischen Rahmenbedingungen, vor allem vor dem Hintergrund der Entwicklungen der vergangenen Jahre, sehen wir für die stationäre Krankenhausversorgung auf dem Niveau einer Grundversorgung in Riedlingen leider keine realistische Zukunftsperspektive mehr.“

 

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