Endlich rauchfrei – oder doch nur Pause?

2. Mai 2019
Die Zigarettenschachtel zerknüllt Jutta Waidmann in Zukunft nur noch, wenn sie sie in die Finger bekommt. Rauchen? Nichts da! Aufzuhören ist deutlich billiger Foto: Laura Hummler

Jutta Waidmann und ihr Mann Michael teilen nicht nur ihre Liebe zueinander, sondern auch eine andere, tückische Leidenschaft: das Rauchen. Jetzt haben die beiden der gesundheitsbelastenden Gewohnheit den Kampf angesagt.

Oggelshausen – Aufhören zu Rauchen, das hat Jutta Waidmann schon öfter versucht. Den Push bei ihrem aktuellen Versuch gab ihr ausgerechnet ein privater Fernsehsender, RTL, der sie dabei begleitet. 

Die nikotinbeladenen Tabakstängel begleiten die Oggelshauserin seit ihrer Jugend. Stück für Stück rutschte sie in die Sucht hinein: „Anfangs dachte ich noch, ich rauche höchstens eine Zigarette, am Abend. Und plötzlich hat es mich auch morgens angemacht.“ Zwar habe sie versucht, die Abend-Zigarette mit der Morgen-Zigarette zu ersetzen. „Aber am Abend wollte ich dann trotzdem wieder rauchen.“ 

Fünf Jahre Pause

Ab ihrer Schwangerschaft und auch nach der Geburt ihres Sohnes schaffte Jutta Waidmann es zwar, rauchfrei zu bleiben. Nach fünf Jahren kam das Verlangen allerdings wieder zurück. Nach weiteren fünf Jahren als Raucherin entschloss sie sich für eine drastischere Methode und ließ sich eine „Rauchfrei-Spritze“ geben. 

„Aber drei Jahre später, im Urlaub, wurde ich wieder schwach“, erzählt sie. Besonders auf Partys, nach dem Aufstehen oder Essen und vor dem zu Bett gehen vermisst sie ihre Zigaretten am meisten. So richtig ans Aufhören glauben will die Oggelshauserin auch immer noch nicht recht: „Ich denke mir, ich mache halt eine Pause. Das klingt viel besser.“

Doch Jutta wird bei ihrem Versuch, das Rauchen aufzugeben, von RTL-Extra begleitet. Das spornt sie zusätzlich an. Regelmäßig schickt sie Video-Berichte über ihre Verfassung an die Redaktion in Köln. Mitte Februar war die Schwäbin in der Sendung über „die guten Neujahrsvorsätze für 2019“. An Silvester um 12 Uhr hat sie zusammen mit ihrem Mann die letzte Zigarette geraucht. Danach folgte der kalte Entzug.

„Die ersten drei Wochen waren die schlimmsten. Durch so etwas möchte ich nie mehr durch.“ In der Nacht sei sie schweißnass wach geworden, sie musste sich permanent ablenken und wurde launisch. Ihr Mann Michael beschreibt eine dauernde innere Unruhe. Mittlerweile haben sich aber auch Verbesserungen bemerkbar gemacht. Nachts schlafe Jutta Waidmann nun ruhiger, ohne zu Husten. Und vor allem: „Beim Sport kann ich mich jetzt so richtig auspowern. Ich kann viel länger laufen, meine Lunge fängt nach den ersten Minuten nicht mehr direkt an zu brennen.“

Ein weiterer positiver Aspekt: In drei Monaten und 13 Tagen hat Jutta bereits 640 Euro gespart, nur durchs Verzichten.

Laura Hummler

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