Ein Glücksfall geht

16. Mai 2019
Wenn eine Institution wie Winfried Aßfalg (rechts mit Ehefrau Heidi) verabschiedet wird, dann kommen außer Bürgermeister Marcus Schafft (links) auch das Ehepaar Winfried und Gerlinde Kretschmann (Mitte). Foto: Laura Hummler

Mehr als 30 Jahre lang hat  sich Winfried Aßfalg um das Riedlinger Kunst- und Kulturerbe verdient gemacht. Zur feierlichen Verabbschiedung als Vorsitzender des  Altertumsvereins war auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann gekommen – mit einer Überraschung im Gepäck.

Riedlingen – Hoher Besuch am Freitag  in der Riedlinger Stadthalle: Neben zahlreichen Bürgern und Ehrengästen erschien zu einem besonderen Anlass auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Es ging darum, Winfried Aßfalg standesgemäß zu verabschieden. Von 1999 bis 2019 war er im Amt des Vorsitzenden des Altertumsvereins Riedlingen tätig, für ihn eine Herzensangelegenheit. Dass er sich in solchem Ausmaß für Riedlingen und seine weitläufige Umgebung interessiert, erklärt sich der pensionierte Schulleiter übrigens so: „Das kommt daher, dass ich nicht direkt von hier stamme!“

Denn es brauche Menschen, die zuziehen und die Dinge, die anderen von Geburt an selbstverständlich sind, in einem neuen Licht sehen, erklärte der gebürtige Aitracher sein umfassendes Wirken. So hatte sich der 79-Jährige bereits 1969 leidenschaftlich um die Betreuung und Beringung von Weißstörchen in Oberschwaben gekümmert, weshalb er von Winfried Kretschmann den Namen „Storchenvater“ verliehen bekam. 

Professor Aßfalg

Und der Ministerpräsident verlieh im noch etwas ganz anderes, womit keiner im Saal gerechnet hatte. Aufgrund seines Engagements zur Erforschung der Heimatgeschichte und der Erhaltung  von kulturhistorischen Denkmälern, seines langjährigen wissenschaftlichen Schaffens, seiner Vielzahl und Qualität an Publikationen, seiner vielfältigen Tätigkeit zur Vermittlung von Kunst-, Kultur-, und Naturgeschichte des Landes und seiner Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte für Jedermann verständlich zu machen und andere zu begeistern, verlieh ihm der Ministerpräsident den Professorentitel. Worauf alle im Saal Anwesenden sich zunächst erstaunt ansahen und dann zum Applaus erhoben. 

Die beiden Winfrieds kennen sich seit vielen Jahren. „Jede Stadtführung mit dir ist ein Erlebnis. Und jede Begegnung eine Bereicherung“, so Kretschmann. Für sein Wirken dankte ihm auch Bürgermeister Marcus Schafft. „Winfried Aßfalg hat ohne Zweifel neuen Schwung in die Kulturlandschaft Riedlingens gebracht.“

Auch Professor Wolfgang Urban, ehemaliger Leiter des Diözesanmuseums Rottenburg, bezeichnete den frisch gebackenen Professor als „Glücksfall für Riedlingen, der nun leider geht“. Die Jahrzehnte seines Wirkens hätten den Verein zu großer Blüte geführt. Und das lässt sich auch belegen, mittlerweile zählt er stolze 800 Mitglieder.               

Laura Hummler

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