Doppelgänger im All

Doppelgänger im All
Kinder bei der Anmeldung zur Kinder-Uni-Vorlesung. In der Mitte: Professor Dr. Wilhelm Kley, Astrophysiker der Universität Tübingen. Foto: PR
6. November 2019

Über hundert wissbegierige junge „Studentinnen und Studenten“ der Federsee-Gemeinschaftsschule konnte Rektorin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt im Foyer der Federseeschule zur ersten Vorlesung im laufenden Wintersemester der Kinder-Uni begrüßen. 

Bad Buchau – Angezogen wurden die Kinder durch die Frage: „Sind wir alleine im Universum? Gibt es noch andere Planeten, auf denen Leben möglich ist?“ Dies sei eine der fundamentalsten Fragen überhaupt, so die Schulleiterin, der sich – wie der rege Besuch zeigt – auch Kinder bereits mit großem Interesse widmen.Gast war Professor Dr. Wilhelm Kley vom Institut für Astronomie und Astrophysik an der Universität Tübingen.

Die Frage, ob es noch andere Lebewesen im Weltall gäbe, sei derzeit in aller Munde, führte Professor Kley aus. „Zwei Exoplanetenforscher und ein Kosmologe haben 2019 für ihre Forschungsarbeiten den Nobelpreis für Physik erhalten“, so Kley. Der Kanadier James Peebles und die schweizerischen Astrophysiker Michel Mayor und Didier Queloz haben vor einem Vierteljahrhundert den ersten bekannten Planeten außerhalb des Sonnensystems aufgespürt. Er liegt im Sternbild Pegasus,  fünfzig Lichtjahre von uns entfernten. 

Die Entdeckung wurde nur durch spezielle, extra entwickelte Messmethoden möglich. Die Exoplaneten sind deshalb interessant, weil auf Ihnen erdähnliche Verhältnisse herrschen könnten. Inzwischen kennen Astronomen mehr als 4000 dieser Exoplaneten in 3000 Planetensystemen – und das sei nur ein kleiner Bruchteil der Planeten, die es draußen im Universum gibt. „Die NASA schätzt vier Milliarden erdähnlicher Planeten in der Milchstraße.  „Im All wimmelt es also nur so von Erd-Doppelgängern“.

Daher sei die Wahrscheinlichkeit für Leben im All sehr hoch. Gigantische Wege„Ist es denn möglich, dass Außerirdische wirklich zu uns kommen?“, war eine der Fragen zum Ende der Vorlesung. Die Wege zu anderen Zivilisationen, seien für uns zu „gigantisch“, so der Astrophysiker aus Tübingen, daher sei die Kontaktaufnahme zwischen möglichen intelligenten Lebensformen sehr schwierig. „Doch mit Sicherheit gehen Forschung und Suche nach erdähnlichen Planeten stetig weiter.“2014 wurde die Kinder-Uni an der Federsee-Gemeinschaftsschule ins Leben gerufen.

Jährlich werden dazu für die Schüler vier bis fünf Veranstaltungen mit spannenden Themenfeldern angeboten. Eine war die Frage: Wozu brauchen wir Straßen? Das juristische Thema wurde von Doktoranten mit gespielten „Gerichtsprozessen“ erlebbar gemacht und beeindruckte die „Studenten“ und ihre Lehrkräfte nachhaltig.    

Maximilian Kohler

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren