300 000 Bienen im Garten

300 000 Bienen im Garten
Bienen bauen ihre Waben selbst, aus Bienenwachs. Man kann sogar direkt davon abbeißen, wenn man den süßen Honig kosten möchte. Foto: Laura Hummler
29. Mai 2019

Wer Reinhold Müller in seinem Schrebergarten besuchen kommt, sollte sich vorsehen, denn hier herrscht eine ganz besondere Energie. Erzeugt wird sie von keinen anderen als seinen unzähligen Bienen. Unsere Volontärin Laura Hummler hat den Hobbyimker besucht.

Bad Buchau – Steht man inmitten der 15 Bienenkästen von Reinhold Müller, kann es einem schon mal mulmig werden. Tausende Flügelpaare flattern hier brausend um die Ohren und man erlebt die Bienen förmlich mit allen Sinnen.

Auf jeden Bienenkasten kommen rund 20 000 Bienen, hochgerechnet also eine ordentliche Summe. An guten Tagen schlüpfen bis zu 2000. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Reinhold Müller mindestens ein Mal pro Woche zur Schwarmkontrolle vorbei kommt und nach dem Rechten schaut. 

Wenn die Königin mit ausschwärmt, kann es nämlich auch vorkommen, dass sich aus einem Schwarm ein eigenes Nest bildet. Die Bienen hängen sich dann als reine Bienenmasse beispielsweise an Geäste von Bäumen. In diesem Fall bewaffnet sich der Hobbyimker mit einem Schwarmfangkorb oder einem Eimer mit halbdurchlässigen Deckel und fängt seinen Schwarm auf eigene Faust wieder ein. Wichtig dabei: die Königin muss mit eingefangen werden, denn der Schwarm folgt immer nur ihr. 

Was Reinhold Müller an den Bienen so begeistert, ist nicht nur ihr sagenhaft süßes Erzeugnis. Nein, die Insekten haben sogar richtige Heilkräfte. Auf Wunden schmiert er zum Beispiel nur noch „Propolis“, ein spezielles Bienenharz. Auf die Lippen kommt nur noch Bienenwachs. Und auch zur Nahrungsergänzung werden Bienenerzeugnisse verwendet: das sogenannte „Bienenbrot“ ist ein fermentierter Blütenpollen.

Ohne Schutzanzug

Der Bienenfreund vertraut seinem Insektenvolk sogar so weit, dass er sie in den meisten Fällen ganz ohne Schutzanzug besucht. „Bienen sind keine aggressiven Tiere. Besonders bei gutem Wetter habe ich nichts zu befürchten.“ Klar sei er auch schon mal gestochen worden. „Da war ich dann aber vermutlich auch selbst schuld.“

Seitdem der Buchauer im Jahr 2000 seine Leidenschaft für Bienen entdeckt hat und dem Biberacher Imkerverein beigetreten ist, musste er nie mehr einen Laden betreten, um Honig zu kaufen. Seinen Blütenhonig bezieht er nun eimerweise vom eigenen Volk.

Laura Hummler

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