Von wegen Wonnemonat Mai – diesmal kalt und recht nass

19. Juni 2019
Wer in diesem Mai Draußen unterwegs war, brauchte vielerorts Regenschutz. Der diesjährige „Wonnemonat“ zählt zu den zehn kältesten und regenreichsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Foto: Pixabay

Letztes Jahr wurde der wärmste Mai seit Beginn der Aufzeichnungen verbucht. Dieses Jahr registrierten die Wetterkundler dagegen einen der zehn kühlsten, regenreichsten und sonnenscheinärmsten. An den allermeisten Stationen im Messnetz der Wetterwarte Süd wurde erstmals seit 1991 kein Sommertag erfasst. Für die Natur war es Wohlfühlwetter pur, für die Freiluftveranstalter und Freibäder jedoch ein einziges Trauerspiel.

Region – Dabei hatte es verheißungsvoll begonnen, denn am 1. Mai konnte man perfektes Ausfl ugswetter genießen. Doch danach ging es mit den Temperaturen steil bergab. Während in Nordrussland, am Polarkreis, bereits sommerliche Hitze um die 30 Grad herrschte, wurden bei uns zur selben Zeit selbst in tieferen Lagen nochmals Schnee, Glätte und Frost ein Thema.

Minusgrade in Tuttlingen

In der Nacht auf den 6. Mai (Montag) sanken die Temperaturen verbreitet unter den Gefrierpunkt. Jürgen Hieber meldete aus Tuttlingen mit minus 3,6 Grad gar einen neuen Kälterekord. Die Frostnächte richteten in den Kulturen gebietsweise größere Schäden an, im Vergleich zum „JahrhundertFrostereignis“ vor zwei Jahren hielten sie sich allerdings in Grenzen.

Und es sollte nicht der letzte Kaltlufteinbruch gewesen sein, denn nur wenige Tage später machten auch noch die Eisheiligen ihrem Ruf alle Ehre. Erst nach der „Kalten Sophie“ wurde es spürbar milder. Waren in der ersten Monatshälfte die kalten Temperaturen und der garstige Wind wetterprägend, wurde nun immer mehr der Regen das wetterbestimmende Element. Der war nach dem gewaltigen Niederschlagsdefi zit der letzten dreizehn Monate vor allem für die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft zwar dringend nötig, doch in manchen Regionen, besonders in den Staulagen des Allgäus, war es schon beinahe wieder zu viel des Guten.

Innerhalb von zwei Tagen fi el dort mehr Niederschlag als normalerweise im gesamten Mai. Zeitweilig schüttete es wie aus Eimern. Die Wassermassen ließen Bäche und Flüsse über die Ufer treten und der Bodenseepegel stieg innerhalb einer Woche um knapp einen Meter. Bevor es aber zu einer ernsthaften Gefahrenlage kam, ließen die Regenfälle nach und die Situation entspannte sich rasch wieder.

250 Liter gemessen

Mit jedem Kilometer in Richtung Hochrhein, Schwarzwald und Alb nahm die Niederschlagsintensität ab. Hier erreichten die Monatssummen mit 60 bis 80 Liter/m² zum Teil noch nicht einmal den langjährigen Maimittelwert, während im Allgäudreieck LeutkirchWangen-Isny zwischen 200 und 250 Liter Regen gemessen wurden. Auf der knapp 1000 Meter hoch gelegenen Steinberg-Alpe in der Adelegg waren es sogar 342,4 Liter/m².

Bei diesem Witterungsverlauf musste dieser Mai zwangsläufi g auch sonnen-scheinarm und deutlich zu kühl ausfallen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,7 Grad Celsius verzeichnete man an der Wetterzentrale in Bad Schussenried den kältesten Mai seit 1991 (9,2°C).

 

Statistik für Mai 2019

Monatsmittel:+ 10,74°(+ 12,98°C)*
Frosttage:1 (1,0 Tage)
Sommertage: 0 (1,4 Tage)
Hitzetage: 0 (0,1 Tage)
Niederschlag:150,4 mm (102,0 mm)* => 147,5 % Tage mit 0,1 mm: 18 (16,2 Tage) Tage mit 1,0 mm: 12 (13,3 Tage) Tage mit 10,0 mm: 4 (3,2 Tage)
Mittl. Luftfeuchte: 79,0 % (75 %)
Tage mit Nebel: 3 (1,8 Tage)
Tage mit Schneedecke: 0 (0,2 Tage)
Tage mit Gewitter: 3 (3,9 Tage)
Mittlere Bedeckung: 69,4 %(66 %)
Gesamtsonnenscheindauer: 164,8 Stunden (203,2 Stunden) = 81,1 %
Heitere Tage: 1 (2,3 Tage)
Trübe Tage: 10 (11,7 Tage)
Statistische Auffälligkeiten: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 10,74°C (12,98°C) kühlster Mai seit 1991 (9,21°C).
Im Vorjahr wurde mit 16,06°C noch der wärmste Mai seit Messbeginn verzeichnet. Erstmals seit 1991 kein Sommertag (1,4 Tage) 150,4 mm Niederschlag (102,0 mm) Mittlere Luftfeuchte: 79,0 % (75 %)) Gesamtsonnenscheindauer: 164,8 Stunden (203,2 Stunden) 1 heiterer Tag (2,3 Tage)

* Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010, alle anderen Mittelwerte beziehen sich auf den Zeitraum 1951 bis 1970

Information

Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und jede Menge Informationen rund ums Wetter erhalten Sie unter www.wetterwarte-sued.com 

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