Überblick dank Drohne
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1. Februar 2019
Fertig zum Abheben: Ab April soll zunächst eine Drohne, stationiert in Wangen, die Landkreis-Feuerwehren am Einsatzort mit wichtigen Informationen aus der Luft versorgen Foto: LRA

Überblick bei Gefahrenlagen ist für Rettungskräfte immens wichtig. Deshalb haben die Feuerwehren im Landkreis Ravensburg künftig zwei besondere Helfer an ihrer Seite. Oder besser gesagt: über sich. Zwei Drohnen, in Wangen und Baindt stationiert, sollen für die Feuerwehren zu „fliegenden Augen“ werden.  Derzeit läuft die Ausbildung der Boden-Piloten.

Landkreis Ravensburg –  „Wenn es zum Beispiel in den Altstadtgassen von Wangen oder Ravensburg brennt, haben wir vom Boden aus kaum Übersicht“, erklärt Kreisbandmeister Oliver Surbeck. Hilfe in solchen Situationen verspricht er sich für die Feuerwehren daher von einer Drohne. „Erstmals haben wir bei der Messerstecherattacke von Ravensburg die tollen Eigenschaften einer damals privaten Drohne erleben können“, sagt Surbeck. Aber auch beim Großbrand im Wangener Ebnet im Februar 2018 hat ein Feuerwehrler mit seiner Drohne wertvolle Informationen zur Verfügung gestellt.

Die Feuerwehr-Drohnen sollen mehr als nur einfache Bilder liefern. Dank Wärmebildkamera können die Feuerwehrler nicht nur die Brandentwicklung überblicken, sondern auch Menschen in unübersichtlichem Gelände entdecken oder bei Gefahrgutunfällen die Lage einschätzen. Weiterer Vorteil: sie kann meist näher an den Einsatzort ran als ein Hubschrauber. Für den Kreisbrandmeister ist das ein wesentlicher Vorteil. Die Drohnen-Kamera kann nicht nur andere Blickwinkel auf die Einsatzorte bieten, sondern verhilft den Feuerwehrleuten quasi zu einem dreidimensionalen Blick auf das Geschehen. Bislang erkundeten sie die Lage unter anderem mit Hilfe von Ferngläsern. „Künftig kan man über die Drohne visuell viel näher ran ans Geschehen“, verdeutlicht er. Für den Kreisbrandmeister ist das ein wesentlicher Vorteil. Die Drohnen-Kamera kann nicht nur andere Blickwinkel auf die Einsatzorte bieten, sondern verhilft den Feuerwehrleuten quasi zu einem dreidimensionalen Blick auf das Geschehen. Bislang erkundeten sie die Lage unter anderem mit Hilfe von Ferngläsern. „Künftig kan man über die Drohne visuell viel näher ran ans Geschehen“, verdeutlicht er.

Auch Schadstoffmessung ist möglich

Detailbilder der Schäden und sogar Schadstoffmessungen erhofft sich der Kreisbrandmeister darüberhinaus in Zukunft von den fliegenden Helfern. Denn die im Landkreis Ravensburg  eingesetzten „Flieger“ sollen auch mit entsprechenden Messgeräten ausgestattet werden. In moorigen Gebieten könnten die Geräte überdies hilfreich bei der Personensuche sein, so wie dies bereits bei einem Einsatz im Pfrunger Ried bei Wilhelmsdorf der Fall war. Surbeck nennt zudem das Wurzacher Ried oder einige schwer zugängliche Gebiete im Raum Isny als mögliche Einsatzorte. Denn: Moorlandschaften sind in Bewegung, digitales Kartenmaterial ist da schnell mal veraltet.

Prinzipiell könne eine Drohne dann, egal welche Gefahrenlage herrsche, mit ihren Live-Bildern der Einsatzbegleitung dienen. Zunächst kommt Wangen als Drohnenstandort an die Reihe, da es sich wegen der strategischen Lage nahe der B 32 und der A 96 anbiete. Zudem habe sich die Wangener Wehr von selbst bereit erklärt. „Die haben einige sehr technikaffine Leute an Bord“, betont der Kreisbrandmeister. Im Laufe des Jahres 2019 wird die Feuerwehr Baindt ebenfalls eine Drohne erhalten. Bis dahin erfolgt bei Bedarf ein Austausch zwischen den Wehren im Allgäu und im Schussental. Die Kosten belaufen sich laut Oliver Surbeck je Drohne auf rund 12 000 Euro – und zwar inklusive Kameras, weiterer Ausrüstung und Ausbildung.

Die Feuerwehr-Drohne soll bei Einsätzen stets von zwei nebeneinander arbeitenden Feuerwehrlern betreut werden. Einer ist für das Steuern zuständig, der Zweite für die Bilder. Die Aufnahmen werden direkt in den Einsatzleitwagen gesendet. Dort haben die Einsatzleiter dann die Daten einer optischen und einer Wärmebildkamera zur Verfügung.

Einsatzqualität steigt

Bevor es aber soweit ist, wird die Drohne noch bis Ende März im Ausbildungs-Betrieb geflogen. „Das sind ja keine Schönwetter-Einsätze“, macht Surbeck klar. Die Piloten müssten bei Starkwind oder Nacht die Drohne optimal über den Einsatzstellen  fliegen lassen können. „Eine gute und umfangreiche Ausbildung war mir persönlich sehr wichtig. Denn damit steigt die Qualität unserer Feuerwehreinsätze mit Sicherheit weiter.“

Viola Krauss

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