Südbahn kriegt Strom
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29. März 2018
Nach jahrelangem Tauziehen um den Baubeginn war es nun soweit: Eine Politiker-Riege mit Landesverkehrsminister Winfried Hermann, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla, dem Vorsitzenden des Interessenverbandes Südbahn Lothar Wölfe und Günter A. Binder, Bürgermeister von Baienfurt, (v.l.) drücken den Startknopf für die Bauarbeiten. Foto: Stefan Wölke

Der Startschuss für die Elektrifizierung der Südbahn ist gefallen: Innerhalb von vier Jahren soll das Bauprojekt zwischen Ulm und Friedrichshafen fertiggestellt sein. Für Bahnkunden bringt die Modernisierung während dieser Zeit auch Einschränkungen mit sich.

Region – Nichts Geringeres als eine „neue Zeitrechnung“ habe begonnen, meinte Bürgermeister Günter A. Binder beim Spatenstich in Baienfurt-Niederbiegen bei Ravensburg, wo als erstes Bauwerk der neuen Südbahn das Umspannwerk entsteht. Die 120 Kilometer lange Banhnstrecke von Ulm nach Friedrichshafen und weiter nach Lindau wird bis Ende 2021 elektrifiziert. Für das Bauvorhaben werden 4000 Masten errichtet und 250 Kilometer Oberleitung verlegt, erklärte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Außerdem würden entlang der Strecke drei Straßenbrücken, zwei Geh- und Radwegverbindungen und eine Eisenbahnbrücke gebaut.

„Es ist ein historischer Tag für die Region“, preiste Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann den Baubeginn. Mit der Elektrifizierung der Südbahn werde das deutsche Schienennetz leistungsfähiger, umweltfreundlicher und mit der bereits durchgängig elektrifizierten Schweizer Bahn sowie Österreich verbunden. Das Land übernimmt die Hälfte der Kosten von 225 Millionen Euro.

Doch was dem Einen Freud‘, kann auch des andern Leid sein. Ab September 2018 wird die Südbahn abschnittsweise für die Bauarbeiten gesperrt werden. Den Anfang macht die Strecke zwischen Ulm und Laupheim, wo ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird, sprich Bus statt Zug. Ebenfalls in diesem Jahr wird der Abschnitt zwischen Laupheim und Aulendorf betroffen sein. Im kommenden Jahr beginnen dann in den beiden südlichen Teilen zwischen Aulendorf, Friedrichshafen und Lindau die Arbeiten. Der Vorsitzende des Interessenverbandes Südbahn und Landrat des Bodenseekreises, Lothar Wölfle, nannte hier Lösungsvarianten, die zwischen Bahn und Land besprochen werden: „Zum einen brauchen wir einen Ersatzverkehr entlang der Schiene“ für Fahrgäste, die zum Beispiel zwischen Bad Schussenried und Biberach pendeln.

„Zum anderen benötigen wir einen ‚schnellen Ersatzverkehr‘ für Menschen, die direkt von Friedrichshafen nach Ulm wollen.“ Gedacht werde an Schnellbusse, die in Ravensburg, Biberach und möglicherweise auch in Laupheim halten. Der Nutzen der neuen Südbahn für die Fahrgäste: Schnellere Verbindungen bis nach Stuttgart. Theoretisch könnte dann auch der ICE an den Bodensee fahren.

swö/ula

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