Sportklinik: Was tun bei Gelenkarthrose?

11. April 2019
Das Team der Sportklinik Ravensburg Foto: Oliver Hofmann

Die Sportklinik Ravensburg hatte zu einem Informationsabend in den Schwörsaal eingeladen. Grund: In einem Spiegelartikel werde behauptet,  Arthroskopie sei gefährlich und nutzlos. Das Interesse am Thema „Gelenkarthrose – wird zu häufig operiert?“ war  denn auch riesig.

Ravensburg – Nach der Begrüßung durch Martin Volz, Geschäftsführer der Sportklinik Ravensburg und Facharzt für Orthopädie sowie Unfallchirurgie, wurden alle Optionen bei einer Arthrose der Hüft-, Schulter, und Kniegelenke angesprochen. Vor dem kompletten Austausch eines Gelenkes stehen zuerst die konventionellen Therapien. „Viel Bewegung ist immer noch die beste Therapie bei einer Arthrose“, so der Knie- und Schulterspezialist Tobias Fabian. 

Sollten dennoch weitergehende Maßnahmen notwendig werden, stellte Boris Ivanovas dabei die Vorteile der Arthroskopie heraus. „Der sofortige Wechsel des Gelenks birgt das Risiko hoher Wechselzahlen, dies spricht eindeutig für die Arthroskopie“, so Ivanovas. Insbesondere bei Knorpelschäden erziele man mit dieser Methode sehr gute Ergebnisse. 

„Wir haben auf diesem Gebiet eine sehr hohe Kompetenz und sind dazu Mitglied in der AGA (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie)“, so Volz. Kniespezialist Tobias Fabian rät nur zur Endoprothetik, wenn tatsächlich keine Knorpelanzucht mehr möglich ist. Auch der Schulterspezialist der Sportklinik, Gunther Sandmann, sieht den Einsatz einer Endoprothese dabei als letzten Ausweg. Er warnte dabei auch vor wenig aussagekräftigen Studien, mit der die sanfteren Therapien mittels der Arthroskopie in Frage gestellt werden.  

Auf die Frage, ob zu oft und zu schnell operiert und ein Gelenk ausgewechselt wird, antwortete der Hüftspezialist Thomas Mattes: „Wir werden immer älter, also gibt es statistisch gesehen auch immer mehr Hüftschäden.“ Gleichzeitig kritisierte er die fortwährenden Einsparungen der gesetzlichen Kassen, die jedes Jahr weniger für einen Hüftgelenksersatz erstatten und warnte vor dem Einsatz chinesischer Endoprothesen. „Wir verwenden qualitativ hochwertige Prothesen von Aesculap, aber: Eine billige Prothese bleibt am Ende aber für viele die einzige Möglichkeit, um die Kosten einer Operation zu drücken.“ Vielen Zuhörern war nach der Veranstaltung Erleichterung ins Gesicht geschrieben, zeigten ihnen die Fachärzte der Sportklinik doch etliche Behandlungs-Alternativen auf. 

Im Vorfeld der Veranstaltung schaute auch Udo J. Vetter kurz vorbei, der sich vor rund fünf Jahren für eine neue Hüfte entschieden hatte – in einem für diesen Eingriff frühen Alter: „Vor dem Skifahren musste ich immer eine Schmerztablette nehmen, das ist jetzt vorbei. Ich habe wieder eine völlig neue Lebensqualität und kann ungehindert Sport machen.“ Wenn also der Schaden zu groß ist, sollte nicht vor einer OP zurückgeschreckt werden, ist das Fazit der Spezialisten. Denn die sei allemal die bessere Alternative als dauerhaft Schmerzmittel zu nehmen.

Oliver Hofmann/kabou

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