SMS von gestern Nacht
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8. März 2018
Foto: swö

Am Sonntag, 11. März, wählt Ravensburg seinen Oberbürgermeister für die kommenden acht Jahre. Die Kandidaten sind Amtsinhaber Daniel Rapp und seine Herausforderin Fridi Miller. Für ihren Erfolg arbeiten die beiden Tag und Nacht. Wir haben‘s getestet.

Ravensburg – Wir konstruierten einen fiktiven Fall und stellten den beiden Kandidaten folgende Frage: Liebe Frau Miller, lieber Herr Rapp – sie erhalten nachts um halb drei eine SMS mit der Frage eines Bürgers: Was haben Sie denn in den kommenden acht Jahren mit mir als Ravensburger vor? Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten.

Die SMS von OB Daniel Rapp:

„Guten Morgen! Auch schon im Dienst? ;-) Dann lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft der Stadt Ravensburg weiterhin zum Wohle aller gestalten! Es gibt viele Aufgaben in einer dynamischen Zeit: bezahlbarer Wohnraum, intelligente Verkehrsentwicklung, Bewahrung von Freiflächen, Bildung, Soziales, Wirtschaft... Ravensburg soll seine Lebensqualität und Attraktivität für Alt und Jung auch in Zukunft behalten! Tag und Nacht.“ Für Rapp steht fest, dass einem die großen Aufgaben vom Leben übertragen werden. Es ginge darum, sie zu steuern und zu gestalten, so auch das Wachstum in der Stadt. Dabei wolle man in der Qualität wachsen und in einem „vertretbaren Tempo“, wie er bei der Kandidatenvorstellung im Konzerthaus meinte. Durch den Zuzug vieler Menschen brauche es mehr Wohnraum. Neben der innerstädtischen Verdichtung müssten auch neue urbane Gebiete erschlossen werden, die von einer sozialen und altersmäßigen Durchmischung geprägt sind. Daneben ist die Mobilität das zweite große Thema. „Wir versaufen im Verkehr“, so Rapp. Dafür wurde ein Verkehrsentwicklungsplan geschaffen: Demnach werden jährlich bis zu 300 000 Euro in den Radverkehr gegeben; 120 neue Elektroladestationen sollen aufgestellt werden; ein Landkreis-Ticket für die Busfahrt am Wochenende soll eingeführt werden; als großen „Befreiungsschlag“ wertet Rapp den möglichen Molldiete-Tunnel, der einen Großteil des Verkehrs aus der Stadt halten soll.

Aber auch Fridi Miller schläft nicht. Sie schreibt in ihrer SMS:

„Hallo liebe(r)? Was für ein Zufall, ich bin gerade auch noch wach! Sag doch einfach ‚Du‘ zu mir! Schade, dass Du die SMS erst jetzt geschickt hast, sonst hätten wir uns noch auf einen Drink im Riva oder der Räuberhöhle treffen können. Ich möchte, dass Ravensburg, ein großes Wir wird! Wir den Bürgerhaushalt/Bürgerentscheid einführen und gemeinsam zum Wohle aller Bürger handeln! Dafür schenkt mir am Sonntag eure Stimme! Denn: Ohne euch bin ich ‚nichts‘.“ Die 48-jährige Fridi Miller aus Sindelfingen ist Familienpflegerin und sieht sich als Aufdeckungspolitikerin. „Ich räume gnadenlos auf“, behauptet sie. So bekämpfe sie das korrupte politische System. Ihr eigentliches Ziel ist: Merkel muss weg. Insgesamt kandidiert sie derzeit bei rund 50 Bürgermeister- und OB-Wahlen – Ravensburg ist nur eine davon. Sie kämpfe für Wahrheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, für eine „Welt voll Liebe und Glück“. Fridi Millers Hauptthema sind Kinder und Jugendliche, weshalb sie Hortplätze für Grundschulkinder aufstocken will. Sie ist auch gegen die Schließung der Gemeinschaftsschule Kuppelnau und die Barbara-Böhm-Schule soll zur staatlichen Werkrealschule werden. Ihr OB-Gehalt will sie in eine Stiftung für sozial benachteiligte Familien fließen lassen.

OB Daniel Rapp gehe es nur um Profit, meint Miller. Die hohe Verschuldung der Stadt zeuge vom Verdacht der Korruption und Misswirtschaft. Sie setzt sich daher für einen Bürgerhaushalt und mehr Bürgerentscheide ein.

swö

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