Sicherheit geht vor
Empfehlung

30. August 2018
Die Unfälle mit Radfahrern haben zugenommen FOTO: PEXELS

Weingarten ahndet verstärkt Radfahrer-Verstöße

Polizei und Stadtverwaltung kontrollieren Radfahrer immer häufiger. Grund: mehr Beschwerden und gestiegene Unfallzahlen. Trotzdem gehört dem Fahrrad die Zukunft.

WEINGARTEN – Das Umfahrenvon roten Ampeln mit dem Fahrrad ist kein Kavaliersdelikt– weder in Weingarten noch sonst wo. Immer häufiger gingen bei der Verwaltung deshalb Beschwerden von Bürgern ein, genauso über das Fahrradfahren in der Fußgängerzone oder wenn der Radweg auf der falschen Straßenseite in entgegengesetzter Richtung benutzt wurde.

„Der Radverkehr stellt einen immer wichtiger werdenden und wachsenden Anteil am städtischen Verkehrsaufkommen dar“, erklärt Pressesprecherin Sabine Weisel. „Durch diese Entwicklung erhöht sich leider auch die Anzahl von Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt sind. Dies führte laut Polizei zu einer überdurchschnittlichen Unfallbelastung bei der Verkehrsbeteiligung von Fahrrad- und Pedelecfahrern.“

Viele Radunfälle

In Weingarten wurden in den Jahren 2016 und 2017 von der Polizei insgesamt 67 Verkehrsunfälle bearbeitet, an denen Radfahrer beteiligt waren. „Damit waren bei etwa 40 Prozent der gesamten Verkehrsunfälle nicht motorisierte Zweiradfahrer beteiligt“, teilt die Polizeipräsidium Konstanz mit. Die Stadt nahm das zum Anlass, gemeinsam mit der Polizei Schwerpunktkontrollen im Stadtgebiet durchzuführen.

Die Kontrollen orientierten sich an den örtlichen Unfallschwerpunkten und Beschwerden seitens der Bürger. Das waren die Fußgängerzone mit Karlstraße, Marktgasse und Löwenplatz, die Ampel in der Burachstraße/Ravensburger Straße sowie der Radweg in der Waldseer Straße.

Insgesamt 122 Radfahrer wurden verwarnt oder angezeigt, die im Wesentlichen folgende Delikte begingen: bei Rot über die Ampel fahren oder dieser über den Gehweg ausweichen; es wurde die falsche Fahrbahn benutzt; es wurde entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung geradelt; die Fußgängerzone wurde mitdem Rad durchquert, mit 86 Fällen das häufigste Delikt.

Dabei sind die Bußgelder undDabei sind die Bußgelder undStrafen zum Teil empfi ndlich:

• Fahren in Fußgängerzone:15 Euro
• Befahren des Radwegs in falscher Richtung: 20 Euro
• Telefonieren während des Radfahrens kostet 55 Euro
• wer eine rote Ampel umfährt, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg; überfährt man die rote Ampel nach mehr als einer Sekunde sind sogar 100 Euro fällig, plus einem Punkt in Flensburg

Plan für die Zukunft

Im mittleren Schussental gibt es zahlreiche Bestrebungen, um das Radfahren noch attraktiver und sicherer zu machen,erklärt Sabine Weisel von der Stadt Weingarten. „Sowird aktuell auch an einem Verkehrsentwicklungsplan der Städte Weingarten und Ravensburg sowie der Gemeinden Baienfurt, Baindt und Berg gearbeitet“, erklärt sie. „Im Rahmen eines Crowdmappings wurden bereits zahlreiche Schwerpunkte von Radfahrern selbst mitgeteilt, die nun Gegenstand der Prüfung werden.“

Um die Radfahrer auch weiterhin für die Verkehrsregeln zu sensibilisieren, soll es zukünftig freilich weitere Fahrradverkehrskontrollen geben, erklärt Sabine Weisel.

fahrrad verkehrsmittel erste wahl

In der Stadt ist das Fahrrad oft das Verkehrsmittel der ersten Wahl                FOTO: PEXELS

 

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren