Ohne GPS und Navi
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23. August 2018
Kurze Verschnaufpause im Horst, bevor der große Vogelzug beginnt D. Leberer

Dieses Jahr war ein richtiges Storchenjahr und das Begrüßungsklappern war allerorts von vielen Dächern zu hören. Auf dem Affenberg in Salem brüteten ganze Kolonien. Jetzt sind die Jungstörche im Reisefieber. Täglich kann der große Vogelzug Richtung westafrikanische Sahelzone losgehen.  Die Storcheneltern chillen noch ein bißchen. Für sie geht die Reise erst Anfang September los. Das gute Wetter und ein üppiges Nahrungsangebot sind der Hauptgrund für den diesjährigen Bruterfolg in Oberschwaben. Durchschnittlich haben pro Nest 2,5 junge Weißstörche überlebt, im vergangenen Jahr waren es 1,9 Störche. Allein auf dem Affenberg in Salem tummeln sich derzeit unzählige Störche. Der Biologe Dr. Roland Hilgartner schaut derzeit oft zum Himmel. „Die Hochdruckwetterlage mit guter Thermik hält an und der Vogelzug der Jungstörche Richtung Süden kann jeden Moment losgehen“, so der Parkleiter. „Nur ein geringer Teil der Jungstörche kehrt an seinen Geburtsort zurück, die Eltern hingegen nisten jährlich an ihrem angestammten Horst in Salem.“Welche Reiseroute sie nehmen, ist bei den Störchen vorprogrammiert und hängt vom Geburtsort ab. Quer durch Deutschland verläuft eine unsichtbare Linie, die so genannte Zugscheide. Störche, die westlich dieser „Grenze“ geboren sind, schlagen auf dem Weg ins Winterquartier die Westroute ein.  Die geht über Frankreich, Spanien und die Meerenge von Gibraltar nach Westafrika.Viele Wege nach AfrikaBei ihren Langstreckenflügen sind Jungstörche wahre Vielflieger und nutzen den Sonnenstand, die Sterne und das Erdmagnetfeld als Orientierung. In den zwei bis vier Zugmonaten legen sie im Durchschnitt 150 bis 300 Kilometer pro Tag zurück. Ähnlich wie Segelflugzeuge nutzen sie die warmen Aufwinde. Gefahren lauern durch elek-trische Freileitungen oder bei der Futtersuche auf Müllhalden.Auf dem Affenberg überwintern rund 20 Störche. Sie werden zugefüttert und dank ihres Federkleids halten sie Kälte aus. Der Storch galt schon immer als Symbol für Glück. Ob der Adebar dieses Jahr auch mehr Babys bringt, wird sich bis Weihnachten weisen... Daniela Leberer

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