Hohe Innovationskraft führte zu großartigem Erfolg
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3. Mai 2018
Prof. Dr. Ottmar Schneck, Rektor der SRH Fernhochschule FOTO: SRH Fernhochschule

Nach schweren Anfangsjahren hat sich die Fernhochschule Riedlingen nach Übernahme durch die SRH zu einem wichtigen Faktor auf dem privaten Fernstudienmarkt entwickelt. Das WOCHENBLATT sprach mit Prof. Ottmar Schneck über die Geschichte und Entwicklung der Hochschule.

Herr Professor Schneck, seit wann besteht die Fernhochschule?

Prof. Schneck: Die Fernhochschule wurde im Jahre 1996 von der Kolping-Akademie gegründet. 1998 übernahm der Deutsche Orden für drei Jahre die Trägerschaft. 2001 wurde die Hochschule durch die SRH gekauft und zur heutigen Mobile University, dem Qualitätsführer im Fernstudium, entwickelt.

Was waren vermutlich die Gründe für die frühzeitigen Wechsel der Trägerschaft (Kolping – Deutscher Orden)?

Prof. Schneck: Dazu kann ich mich nicht äußern. Auskunft könnte der damalige Initiator der Kolping Akademie, Dieter Giehmann, sein. Ohne ihn gäbe es diese Hochschule in Riedlingen wohl nicht.

Wie hoch waren die Studentenzahlen bei Kolping, Deutscher Orden und aktuell?

Prof. Schneck: Die Kolping-Akademie startete mit ca. 35 Studierenden. Unter der Führung des Deutschen Ordens stieg die Zahl auf rund 170 Studierende. Mit diesen Zahlen ist eine Hochschule aber weder wirtschaftlich noch unter den Aspekten der akademischen Qualifikation zu betreiben. Nach der Übernahme durch die SRH begann ein bis heute andauerndes, kontinuierliches Wachstum. Aktuell sind rund 4.500 Studierende und viele Zertifikatsteilnehmer bei uns immatrikuliert. Mit 43 Professoren und 70 Verwaltungsmitarbeitern, sowie Mitarbeitern an 18 Standorten in Deutschland und Österreich, sind wir schon eine sehr wahrnehmbare Größe im privaten Fernstudienmarkt.

Was waren die Ursachen für den steilen Aufstieg der Fernhochschule und Führung der SRH?

Prof. Schneck: Tolle Mitarbeiter, hochqualifizierte Professoren, die hohe Innovationskraft, sowie der Einsatz einer toppmodernen Technologie (Online-Campus) sind aus meiner Sicht die wesentlichen Erfolgsfaktoren. Der steile Aufstieg der Hochschule war und ist auch deshalb möglich, weil unsere Studierenden nicht nur ein ausgezeichnetes Feed Back geben, sondern uns sogar weiterempfehlen.

Wie viele Studiengänge gab es zu Beginn und heute?

Prof. Schneck: Bis 1998 umfasste das Studienangebot der Kolping-Akademie insgesamt vier Studienfächer. Im Wintersemester 2001/2002 waren es an der Deutsch-Ordens-Fachhochschule Riedlingen drei Studiengängen. Aktuell bietet die SRH Fernhochschule – The Mobile University 15 Bachelor- und 10 Masterstudiengänge an. Darüber hinaus haben wir zahlreiche Kooperationen mit Verlagen und Unternehmen, u.a. mit SPIEGEL ONLINE. Die Nachfrage für diese auf Studiengänge anrechenbaren Zertifikate mit hohem akademischen Anspruch ist sehr hoch. Gerade bei den Themen Digitalisierung und Medienökonomie ist die SPIEGEL AKADEMIE eine sehr gute Adresse.

Wie unterscheidet sich die Fernhochschule heute grundsätzlich gegenüber den Gründungsjahren?

Prof. Schneck: Vergleiche möchte ich nicht ziehen. Heute sind wir der Qualitätsführer im Fernstudienmarkt mit einem nachweislich herausragenden Service für unsere Studierenden. Dies zeigt sich in vielen Auszeichnungen und den jährlichen Rankings. Wir belegen beim Fernstudiencheck von 400 Institutionen Platz zwei deutschlandweit. Die heutigen Formate mit Angeboten, wie beispielsweise E-Pubs, Podcasts, Videos gab es in den 90er Jahren noch gar nicht. Aktuell ist unser moderner E-Campus jederzeit und weltweit von jedem Endgerät aus erreichbar.

Welche grundlegenden Entscheidungen führten zu dem großartigen Erfolgsweg der SRH Fernhochschule?

Prof. Schneck: Grundlegend ist die Strategie eine reine Fernhochschule zu sein. Dass ein Fernstudienkonzept mit nur optionalen Livevorlesungen und dem Schwerpunkt auf Online sowohl didaktisch, wie technisch und personell anders ausgestattet sein kann, werden Sie nachvollziehen können. Wir investieren unsere Umsätze in Qualität des E-Campus, Service und Studienmaterial und eben nicht in Beton. Wir wollen berufsbegleitend, neben Familie oder Handicap bzw. Sportkarrieren und Orientierungsphasen, Menschen in ihren Kompetenzzielen unterstützen und so ihre „Träume“ an Beruf und Karriere wahr werden lassen.

Mit welchen kurz- und mittelfristigen Planungen gehen Sie in die Zukunft?

Prof. Schneck: Wir wollen weiterhin Qualitätsführer im Fernstudienbereich in Deutschland bleiben, aber auch in den nächsten Jahren international auftreten. Wir leiten aus unseren fünf Missionen (Qualität, Innovation, Flexibilität, Nähe zu Studierenden, Teamorientierung im Unternehmen) konkrete Unternehmensziele ab. Wachstum ist dabei natürlich auch ein Faktor. Die Digitalisierung wird bei vielen Unternehmen ein Umdenken in Bildungsunterstützung bringen, weil Arbeitsplätze 4.0 eine Bildung 4.0 bedingen, also keine monatelangen oder wochenlangen Absenzen für Präsenztrainings oder -lehrgänge. Wir bieten eine zeit- und ortsunabhängige Bildung an, sind somit auch Partner der Unternehmen, die ihre Mitarbeiter entwickeln. Und das Wachstum wird durch neue Produkte, neue Fakultäten und neue Ideen an Bildungskooperationen fortgesetzt werden.

Was macht den Aspekt / Anspruch „SRH Fernhochschule - The Mobile University“ aus?

Prof. Schneck: Die SRH Fernhochschule ist Qualitätsführer auf dem Fernstudienmarkt. Um diese Position zu halten, haben wir unsere Vision und Mission in einigen Punkten festgehalten. Siehe: Unsere Vision und Mission

Was unterscheidet die SRH Fernhochschule von klassischen Fernhochschulen wie z.B. die sehr anerkannten, langjährig am Markt agierenden FernUniversität Hagen?

Prof. Schneck: Die Fernhochschule in Hagen ist die einzige staatliche Fernhochschule und wird damit von Steuergeldern finanziert. Die 70.000 Studierenden zahlen also keine Studiengebühren. Sie sollten sich aber auch einmal die Abbrecherquote von Hagen melden lassen. Die Schlüsse können dann Sie selbst ziehen. Ich möchte also keine Vergleiche anstellen, sondern Sie einladen, auf unsere Stärken zu achten: Flexibles Studienmodell, herausragende Beratung und Qualität, die sie natürlich durch die Studiengebühren auch erwarten dürfen.

Gibt es in allen Studiengängen und in allen Kursen multimediale Unterstützungsangebote und wenn ja welche Formate? Oder wird der Stoff vor allem noch über den tradierten Kanal „Studienbrief“ vermittelt?

Prof. Schneck: Der Studienbrief ist längst online und als Lernsystem mit interaktiven Elementen wie eingepflegten Podcasts, Filmen, E-Pubs u.v.a. zu verstehen. Natürlich kann sich jeder einen Studienbrief auf Wunsch auch ausgedruckt zusenden lassen. Die mobilen Varianten sind aber von unseren Studierenden geschätzt und über den E-Campus gibt es natürlich viele Beratungs- und Begleitungsmöglichkeiten. Unsere Mitarbeiter und Mentoren, Professoren und Tutoren lassen keine Fragen offen und haben eine Reaktionszeit von maximal 24 Stunden.

Was tut die SRH Fernhochschule, damit die Studierenden nach Studienbeginn „schnell in Ihrer Hochschule ankommen“ und ein „Wir-Gefühl“ mit anderen Kommilitonen/innen entwickeln können? In normalen Unis gibt es Welcome-Partys für die Erstsemester, wie muss man sich das an der Mobile University vorstellen?

Prof. Schneck: Diese Frage stellt ein Babyboomer einem Babyboomer mit Ende der 50er Lebensjahre. Wir haben Semestereröffnungspartys gefeiert und die Einladung in der Mensa von einem handschriftlichen Aushang abgerissen. Die digitale Generation feiert auch noch real, aber die Virtualität macht selbst von Partys nicht halt. So haben wir beim letzten Weinachten eine Online-Weihnachtsfeier gefeiert, die super ankam. Das WIR-Gefühl ist dabei also nicht von Partys abhängig, sondern von Ihren Bildungszielen. Währen junge Abiturienten sicher noch Sozialisation suchen, sind unsere Studierende zu 90 Prozent berufstätig, haben häufig Familie und sind mitten im Leben angekommen. Eine Welcome-Party ist daher nicht unbedingt das erste Ziel. Dennoch haben wir Get-together Veranstaltungen in unseren 18 Studienzentren in Deutschland und Österreich und freuen uns auch auf Live-Begegnungen mit unseren Studierenden. Im Übrigen finden die sich online und sehr selbständig zu Lerngruppen, Alumni-Gruppen u.v.a .zusammen.

Was tut die SRH Fernhochschule danach / während des Studiums, damit ein Studium für den Studierenden an der Mobile University kein jahrelanges mühsames und einsames Unterfangen ausschließlich „im stillen Kämmerlein“ wird?

Prof. Schneck: Sie haben lustige Vorstellungen von modernem Lernen. Natürlich kann Bildung mühsam sein, vor allem wenn es berufsbegleitend ist. Aber wer sich auf diesen Weg macht, hat Ziele und ist in der Regel sehr stringent unterwegs. Das stille Kämmerlein ist mit Videos, live-Schalten mit Kommilitonen, Teilhabe an Online-Vorlesungen mit Professoren u.v.a. längst nicht so still, wie Sie dies glauben. Und das Kämmerlein ist heute ein Platz, der im Auto, der U-Bahn oder auf dem Weg in den Urlaub im Flieger sein kann. Anstatt sich einen aktuellen James Bond herunterzuladen, könnte es also sein, dass sich unser Student für den Urlaubsflug ein Modul „Leadership“ als Hörbuch, Lerntext oder Podcast auf seinen Rechner zieht und sich hier bildet. Vor einem Jahr hat mir ein Bundeswehroffizier aus einem Hubschrauber im Auslandseinsatz ein Foto geschickt, das ihn mit einem Ipad lernen mit unserem Material zeigte. Das ist Bildung 4.0!

Welche praktische Unterstützung gibt es seitens der SRH Fernhochschule z.B. bei der konkreten Vorbereitung von Klausuren? (Live oder Online-Tutorien? Alte Klausuren mit ausführlichen Musterlösungen etc. wie zum Beispiel an der FernUni Hagen?)

Prof. Schneck: Klausuren sind eine von 30 Prüfungsformen. Bitte stellen Sie sich auch hier nicht ihre einstige Ausbildung vor, wo Wissen gebimst und in der Klausur ausgeworfen wird. Wir haben viele aktivierende Prüfungsformen, von klassischen Präsentationen, Hausarbeiten, Lerntagebüchern bis hin zu Simulationen, Videoproduktionen u.v.a. Natürlich gibt es weiterhin Klausuren und hier können sich Studierende offline und optional an Wochenenden auch in Präsenz durch uns vorbereiten lassen. Lernen muss weiterhin jeder selbst!

Wie bewerten Studenten / Alumnis Ihre SRH Fernhochschule (Evaluierung)? In welchen Bereichen ist sie gut, in welchen Bereichen gibt es Verbesserungspotenzial?

Prof. Schneck: Ja letztes Jahr gab es eine große Absolventenbefragen und auch die diversen Auszeichnungen spiegeln die Zufriedenheit unserer Studierenden wieder. Besonders die gute Betreuung, Beratung und der Service werden dabei immer wieder gelobt. Aber auch unser Studienmaterial und unser Onlinecampus bekommt viel Lob. Verbesserungspotential gibt es immer vor allem im digitalen Bereich auf Grund der schnellen Entwicklungen. So arbeiten wir permanent weiter an unserem digitalen Angebot und auch unsere Studienbriefe werden fortlaufend weiterentwickelt und überarbeitet.

Gibt es Einschätzungen / Statistiken darüber, wie Personalverantwortliche, die später über Einstellung / Nichteinstellung von Absolventen der SRH Fernhochschule urteilen, ein Studium an der SRH Fernhochschule sehen? (schlimmstenfalls „Da studieren doch nur menschen- und kontaktscheue Eigenbrötler!“?)

Prof. Schneck: Hierzu gibt es keine Verbleibsstatistiken, aber viele Testimonials zufriedener Studierender, Absolventen und Firmen. Wir haben auf der Webseite Hilfen zur Einordnung von Lerntypen, werden demnächst auch Beratungsangebote für schwierige Lebensphasen anbieten und sind im Übrigen jederzeit für unsere Studierenden ansprechbar. Siehe hier: Alumni des Monats

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